Die einfache, aber sehr oft ungenutzte Taktik, um persönlichen Kontakt zu einem Unternehmen herzustellen
Fast niemand ruft bei einem Unternehmen an, bevor er seine Bewerbung abschickt. Genau deshalb ist dieser Anruf so wirksam. Dieser Artikel zeigt dir, wie du über das Telefon persönlichen Kontakt herstellst, welche Fragen du stellst und wie du das Gespräch vorher gefahrlos übst.
- Ruf vor jeder Bewerbung beim Unternehmen an. So landest du nicht als Bewerber Nr. 74 im schwarzen Loch des Internets, sondern bist vorab im Kopf der Personaler.
- Stell 2 bis 3 sinnvolle Fragen, etwa ob die Stelle noch frei ist, wer der direkte Ansprechpartner ist und eine jobspezifische Frage, die deine Vorbereitung zeigt.
- Frag am Ende immer nach dem zeitlichen Ablauf des Bewerbungsprozesses. Damit weißt du für immer, wann du nachrufen sollst.
- Die Angst, die Personalabteilung zu nerven, kannst du vergessen. Fast niemand ruft vorher an.
- Übe den Anruf vorher bei Unternehmen, die für dich irrelevant sind. Unterdrückte Nummer und falscher Name sind dabei völlig ok.
Kennst du den Granny-Shot?
Selbst wenn du noch nie in deinem Leben Basketball gespielt hast oder ein Basketballspiel gesehen hast, weißt du, dass es Freiwürfe gibt. Wenn ein Spieler in der “Freiwurfzone” gefoult wird, bekommt er 2 “Freiwürfe”. Kein Gegner darf ihn dabei stören. Trotzdem ist die Freiwurfquote von vielen Superstars miserabel. Wilt Chamberlain traf nur 5 von 10 Freiwürfen. Shaquille O’Neal war ein miserabler Freiwurfschütze. Aber es gibt eine Lösung – die niemand verwendet.
Der “Granny-Shot”. Nein, das ist kein Schnaps, der nach Großmutter riecht. So wird die Technik bezeichnet einen Ball “underhanded” zu werfen. Aber fast niemand wirft so seine Freiwürfe – aus Angst davor, dass sich die anderen Spieler darüber lustig machen. Obwohl es wissenschaftlich erwiesen ist, dass man aufgrund der anderen Flugkurve leichter in den Korb trifft. Rick Barry hat diese Technik des Freiwurfs bekannt gemacht. Seine Quote lag bei 9 von 10 Würfen.
Fast niemand macht es, obwohl die Erfolgschancen dadurch stark steigen können. Die Angst, dass sich andere Spieler über einen lustig machen, wird ersetzt durch die Angst, dass man sich beim Anrufen blamieren könnte oder die falschen Fragen stellt. Diese Angst werden wir dir im Laufe dieses Artikels nehmen.
Persönlicher Kontakt ist nicht Vitamin B
Wenn wir an persönlichen Kontakt denken, haben wir im ersten Moment vielleicht Postenschacherei im Kopf und den Fakt, dass unqualifizierte Personen Jobs nur aufgrund von Beziehungen erhalten. Das meinen wir nicht damit. Wir sagen nicht, dass es das nicht gibt, aber wir können es nicht beeinflussen. Also sollten wir es einfach ignorieren. Du kannst dich auch über das Wetter ärgern, aber ändern kannst du es ebenfalls nicht.
Wir wollen durch persönlichen Kontakt vermeiden, dass wir unsere Unterlagen in das schwarze Loch des Internets senden und nie eine Antwort erhalten.
Dann hol dir zumindest den ultimativen Bewerbungs-Toolkit – inklusive…
- 20-Punkte Checkliste für ein brillantes Vorstellungsgespräch
- FiP.S Gehaltsreport
- 17-Punkte-Checkliste für ein großartiges Anschreiben & einen hervorragenden Lebenslauf
- …und vieles mehr.
Bewerber 74 zu sein heißt, dass du, wie alle anderen, deine Unterlagen einfach reingeschickt hast.
Das ist vergleichbar, wie wenn du im Sommer einen Limostand in deiner Straße aufmachst (die, die du aus den alten amerikanischen Filmen kennst). Nur haben die hundert Leute in deiner Straße dieselbe Idee und ihr bewerbt eure Limonade alle ähnlich.
Ein potentieller Käufer (=das Unternehmen, das dich einstellt) tut sich enorm schwer zu unterscheiden, von wem er kaufen soll (=wen er einladen oder einstellen soll).
Aber jetzt sieht er deinen Stand (=deine Unterlagen) und erinnert sich, dass er schon mal mit dir gesprochen hat und du ihm von deiner speziellen, keimfreien Super-Limonade erzählt hast. All die 73 anderen Stände blendet er daher aus.
Der einfachste & schnellste Weg, vorab im Kopf der Personaler zu sein, ist anzurufen
Aber was sagst du? Du musst sinnvolle Fragen stellen, die zeigen, dass du echtes Interesse an der Stelle hast und ein Top-Kandidat bist. Du kannst 2-3 Standardfragen stellen wie zum Beispiel:
- “Ist der Job aktuell noch frei?”
Damit du dich nicht auf einen Job bewirbst und Zeit investierst, falls die Stelle schon besetzt ist. Frag’ das nicht, wenn es ein Trainee-Programm ist, das noch 6 Monate lang ausgeschrieben ist 😉 Ansonsten kann dies immer eine deiner ersten Fragen sein.
- “Wer ist der direkte Ansprechpartner und kann ich mit ihm sprechen?”
Das fragst du natürlich nur, falls der Ansprechpartner nicht bekannt ist und auch durch ein bisschen Google-Recherche nicht klar ist, wer für den Posten zuständig ist.
Wenn du tatsächlich mit dem richtigen Ansprechpartner für deinen favorisierten Job ins Gespräch kommst, dann solltest du jobspezifische Fragen stellen.
Fragen, bei denen die Person merkt, dass du dich schon top vorbereitet hast und genau über das Unternehmen und die Stelle Bescheid weißt. Je nach Job kann dies zum Beispiel eine Frage sein wie:
- “Neben Excel und SAP, welche Softwarekenntnisse sind noch von Vorteil?”
Diesen einfachen Telefonanruf zu machen kann eines der kleinen Puzzlestücke sein, welches dich aus der Masse der Bewerber hervorstechen lässt.
Gegen Ende des Gesprächs solltest du unbedingt noch folgendes fragen
- „Wie sieht denn der zeitliche Ablauf beim Bewerbungsprozedere aus?“
- „Wann werden die ersten Leute zum Vorstellungsgespräch eingeladen?“
Die Fragen helfen dir bei deiner persönlichen Zeitplanung und sie klären für immer die Frage:
Wann sollst du optimalerweise nachrufen?
Denn wenn die ersten Leute in 2 Wochen eingeladen werden, dann kannst du dich in 2 Wochen melden und nach dem Stand der Dinge fragen – natürlich nicht mit sowas wie…
- “Es hat geheißen 2 Wochen, wieso habe ich noch keine Meldung erhalten?”
Probier’s lieber so:
- “Wir haben ja vor 2 Wochen telefoniert und darüber gesprochen, dass die ersten Kandidaten zu diesem Zeitpunkt eingeladen werden. Ich wollte nur kurz nachfragen wie der Stand der Dinge ist und ob meine Unterlagen angekommen sind.”
Du zeigst damit, dass du bereits im Bewerbungsprozess voll organisiert bist und gibst somit eine kleine Arbeitsprobe ab.
Aber nervst du die Personalabteilung nicht, wenn du anrufst?
Wie viele Leute rufen an, bevor sie sich bewerben und ihre Unterlagen versenden? Die Angst, dass du der 15. Bewerber an dem Tag bist, der anruft und Fragen stellen will, kannst du vergessen. Fast niemand ruft vorher an.
Selbst wenn es so ist: Dann musst du einfach besser vorbereitet sein und sinnvollere Fragen stellen als alle anderen.
“Ich habe bei meiner Recherche auch darauf geschaut, wo stellt sich für mich eine Frage, die wichtig ist und nirgends beantwortet wird. Genau das habe ich dann unter anderem bei einem kurzen Anruf beim Unternehmen gefragt.
Beim Bewerbungsgespräch bekam ich das Feedback, dass ich durch meine Frage beim Anruf beeindruckt habe, da der Personaler nicht mit so einer Frage gerechnet hat. Als Konsequenz haben sie angekündigt, dass die Homepage verbessert wird, damit man diesen Punkt gleich herauslesen kann.”
Das heißt nicht, dass du nicht mal jemanden am Telefon erwischen kannst, der einen schlechten Tag hat und genervt reagiert. Das passiert und ist völlig ok. Dein Job ist es, so gut wie möglich vorbereitet zu sein, damit dir keine Fehler passieren. Deshalb haben wir auch einen etwas unkonventionellen Vorschlag für dich.
Du solltest deinen Telefonanruf mit echten Menschen üben
Such dir einen komplett irrelevanten Job für dich oder such dir einen Job, der auf dich passt, der aber in einem Bundesland ist, wo du auf keinen Fall hinwillst. Dann ruf dort an und übe das Telefongespräch. Du kannst gerne mit unterdrückter Nummer und falschem Namen anrufen. Wenn nötig, dann übe das Telefonat bei 5 verschiedenen Unternehmen.
Unzählige Klienten von uns haben dadurch ihren ersten Eindruck verbessert und ihre Jobchancen gesteigert.
Aber es gibt einen noch besseren Weg, um persönlichen Kontakt herzustellen
Bei einer ausgeschriebenen Stelle anzurufen und vorab sinnvolle Fragen zu stellen kann dich im Bewerbungsprozess massiv weiterbringen und du solltest das immer machen. Was wäre aber, wenn du vorher schon persönlichen Kontakt zu Leuten hast, die sich in der Branche, in die du willst, auskennen?
Was wenn du mit mehreren Leuten gesprochen hast, die entweder früher in deinem Wunschunternehmen tätig waren oder es jetzt noch immer sind?
- viel bessere Fragen stellen kannst,
- den Inhalt deiner Unterlagen exakt an die wirklichen Anforderungen anpassen kannst,
- und zu Informationen Zugang hast, die dir helfen zu beweisen, dass du die erste Wahl für den Job bist?
- Was wäre, wenn du ein persönliches Netzwerk hast, das dich bei deinen Bewerbungen unterstützt?
Ok, ich höre auf mit den “was wäre, wenn…” Sätzen. Ein Absatz oder selbst ein ganzer Artikel reicht nicht aus, um das Thema im Detail aufzuarbeiten. Du kannst dir das in unserem kostenfreien “Vom Studium zum Traumjob”-Kurs ansehen. Dort behandeln wir in Modul 2 Schritt für Schritt wie du das schaffst.
Zusammenfassung
- Bevor du dich bei einem Unternehmen bewirbst, solltest du zuvor immer anrufen. Sende deine Unterlagen nicht einfach in das schwarze Loch des Internets und hoffe auf eine Antwort.
- Da fast niemand vorab anruft, musst du dich auch nicht sorgen, dass du die Personaler nervst.
- Übe das Gespräch unbedingt. Und zwar bevor du deinen ersten Anruf bei einem Unternehmen bzw. Job machst der dich interessiert. Unterdrückte Nummer und falscher Name bei deinen Übungsanrufen sind ok.
- Es gibt einen noch besseren Weg um persönlichen Kontakt und ein Netzwerk an Helfern aufzubauen – sieh dir dazu “Vom Studium zum Traumjob” an.
Der Granny-Shot ist die Technik, die die meisten Punkte bringt. Viele NBA-Spieler akzeptieren miserable Wurfquoten obwohl sie die Lösung für ihre Probleme kennen.
Häufige Fragen zum persönlichen Kontakt bei der Bewerbung
Wie stelle ich persönlichen Kontakt zum Unternehmen her?
Wie stelle ich persönlichen Kontakt zum Unternehmen her?
Persönlichen Kontakt zum Unternehmen stellst du am einfachsten her, indem du vor deiner Bewerbung dort anrufst und 2 bis 3 sinnvolle Fragen zur Stelle stellst. Damit bist du im Kopf der Personaler, bevor deine Unterlagen überhaupt ankommen, und sie erinnern sich beim Sichten an das Gespräch. Fast niemand macht das, obwohl die Erfolgschancen dadurch stark steigen können. Mit Vitamin B oder Postenschacherei hat das nichts zu tun, es geht nur darum, nicht als anonymer Bewerber Nr. 74 im Stapel zu landen.
Der noch bessere Weg ist ein echtes Netzwerk aus Leuten, die früher in deinem Wunschunternehmen gearbeitet haben oder es noch immer tun. Mit diesen Kontakten stellst du bessere Fragen, passt deine Unterlagen exakt an die wirklichen Anforderungen an und kommst an Informationen, die beweisen, dass du die erste Wahl für den Job bist. Der Aufbau eines solchen Netzwerks braucht allerdings mehr als einen Anruf. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigen wir dir im kostenfreien Online-Kurs „Vom Studium zum Traumjob“.
Sollte ich vor der Bewerbung beim Unternehmen anrufen?
Sollte ich vor der Bewerbung beim Unternehmen anrufen?
Ja, du solltest vor der Bewerbung praktisch immer beim Unternehmen anrufen und 2 bis 3 sinnvolle Fragen zur Stelle stellen. Fast kein Bewerber macht das, obwohl genau dieser Anruf die Erfolgschancen stark steigen lässt. Wer vorab anruft, ist beim Sichten der Unterlagen kein anonymer Name im Stapel mehr, sondern die Person, mit der man schon gesprochen hat.
Die Angst, die Personalabteilung zu nerven, kannst du getrost vergessen. Es rufen so wenige Bewerber vor der Bewerbung an, dass du fast sicher nicht der 15. Anrufer des Tages bist. Und solltest du doch einmal jemanden mit einem schlechten Tag erwischen, ist das völlig ok. Bereite dich einfach so gut vor, dass dir selbst dabei keine Fehler passieren.
Was sage ich bei einer telefonischen Bewerbung?
Was sage ich bei einer telefonischen Bewerbung?
Bei einem Anruf vor der Bewerbung stellst du 2 bis 3 sinnvolle Fragen, die echtes Interesse zeigen. Als Einstieg funktioniert fast immer „Ist der Job aktuell noch frei?“, damit du keine Zeit in eine bereits besetzte Stelle investierst. Falls aus der Ausschreibung und einer kurzen Google-Recherche nicht klar wird, wer zuständig ist, fragst du „Wer ist der direkte Ansprechpartner und kann ich mit ihm sprechen?“
Kommst du mit dem richtigen Ansprechpartner ins Gespräch, wechselst du zu jobspezifischen Fragen, bei denen die Person merkt, dass du dich top vorbereitet hast. Ein Beispiel wäre „Neben Excel und SAP, welche Softwarekenntnisse sind noch von Vorteil?“ Am stärksten wirken Fragen, die wichtig sind und nirgends beantwortet werden, weder in der Ausschreibung noch auf der Website. Genau mit so einer Frage hat einer unserer Klienten den Personaler so beeindruckt, dass das Unternehmen daraufhin sogar seine Homepage verbessert hat.
Wie mache ich einen Anruf vor der Bewerbung?
Wie mache ich einen Anruf vor der Bewerbung?
Einen Anruf vor der Bewerbung machst du in vier Schritten. Zuerst bereitest du dich vor, recherchierst Unternehmen und Stelle und notierst dir deine Fragen. Dann rufst du an, stellst deine 2 bis 3 vorbereiteten Fragen und fragst gegen Ende unbedingt nach dem zeitlichen Ablauf, etwa „Wie sieht denn der zeitliche Ablauf beim Bewerbungsprozedere aus?“ oder „Wann werden die ersten Leute zum Vorstellungsgespräch eingeladen?“ Danach schickst du deine Unterlagen ab.
Der vierte Schritt kommt zum genannten Zeitpunkt. Heißt es, die ersten Kandidaten werden in zwei Wochen eingeladen, meldest du dich in zwei Wochen mit einer Formulierung wie „Wir haben ja vor 2 Wochen telefoniert und darüber gesprochen, dass die ersten Kandidaten zu diesem Zeitpunkt eingeladen werden. Ich wollte nur kurz nachfragen wie der Stand der Dinge ist und ob meine Unterlagen angekommen sind.“ Damit gibst du eine kleine Arbeitsprobe in Sachen Organisation ab. Und falls du vor dem ersten echten Anruf nervös bist, übe vorher bei Unternehmen, die für dich irrelevant sind, gerne mit unterdrückter Nummer und falschem Namen.
Wie frage ich telefonisch nach offenen Stellen?
Wie frage ich telefonisch nach offenen Stellen?
Wenn du telefonisch nach offenen Stellen fragst, stellst du dich kurz vor, nennst dein konkretes Profil und fragst gezielt nach einem Bereich. Ein Muster zum Anpassen wäre „Guten Tag, mein Name ist Anna Berger. Ich habe gerade mein Masterstudium in Umwelttechnik abgeschlossen und wollte fragen, ob bei Ihnen im Bereich Verfahrenstechnik aktuell oder in den nächsten Monaten Stellen geplant sind.“ Je konkreter dein Profil und dein Wunschbereich, desto leichter kann dich die Person am Telefon zuordnen und weiterverbinden.
Gibt es aktuell nichts Passendes, fragst du, ob eine Initiativbewerbung sinnvoll ist und wer der richtige Ansprechpartner dafür wäre. Notier dir den Namen der Person, mit der du gesprochen hast. Auf dieses Gespräch beziehst du dich dann im ersten Satz deines Anschreibens, und schon startet deine Initiativbewerbung mit genau dem persönlichen Kontakt, der dich von allen anderen Initiativbewerbern unterscheidet.
Wir haben den ultimativen Bewerbungs-Toolkit für Uni- und FH-Absolventen zusammengestellt.
- 20-Punkte Checkliste für ein brillantes Vorstellungsgespräch
- FiP.S Gehaltsreport
- 17-Punkte-Checkliste für ein großartiges Anschreiben & einen hervorragenden Lebenslauf
- …und vieles mehr.