Finanzielle Freiheit – Wie viel Geld brauchst du, um nicht mehr arbeiten zu müssen?
Inhaltsverzeichnis
- Wie viel Geld brauchst du, um (früher) in Pension zu gehen?
- Was ist die 4-%-Regel?
- Was bedeutet finanzielle Freiheit eigentlich?
- Ab welchem Vermögen kann man aufhören zu arbeiten?
- Mit 55, 60 oder früher aussteigen: Wie viel brauchst du?
- Die Million scheint schwer erreichbar? So näherst du dich deinem Ziel
- Der Weg zur finanziellen Freiheit ist individuell
- Finanzielle Freiheit in Österreich: Pension & Krankenversicherung
- Die 4-%-Regel als mentale Leitplanke
- Häufige Fragen zur finanziellen Freiheit
Wie viel Geld brauchst du wirklich, um nicht mehr arbeiten zu müssen? Und ab wann geht sich das aus? Genau das rechnen wir in diesem Artikel durch. Wir nehmen uns das Thema finanzielle Freiheit vor, erklären die 4-%-Regel samt ihrer Schwächen und schauen uns an, was Pension und Krankenversicherung in Österreich dabei für eine Rolle spielen.
- Die 4-%-Regel liefert den Daumenwert. Deine jährlichen Ausgaben mal 25 ergeben den Betrag, ab dem du rechnerisch nicht mehr arbeiten musst. Bei 40.000 € im Jahr sind das 1.000.000 €.
- Wer auf Nummer sicher gehen will, rechnet konservativer mit einer 2-%-Regel, also ungefähr mit dem doppelten Betrag.
- Ab welchem Vermögen du aussteigen kannst, hängt an deinen Ausgaben, nicht an deinem Einkommen.
- Wer deutlich vor dem Pensionsalter aussteigt, finanziert die Jahre bis zur gesetzlichen Pension selbst und muss sich auch um die Krankenversicherung kümmern. Möglich sind die gesetzliche Selbstversicherung (rund 565 € im Monat, Stand 2026) oder ein privater Sozialversicherungs-Ersatztarif.
- Finanziell frei sein heißt nicht, dass du nie wieder arbeitest. Es heißt: DU bestimmst über deine Zeit.
- Die 4 %-Regel, finanzielle Freiheit und warum Fakten besser als Träume sind…
Im 2. Weltkrieg wunderte sich die ganze Welt nicht OB, sondern WANN Großbritannien in Friedensverhandlungen mit Nazi-Deutschland geht. Doch Winston Churchill hielt an seinem Standpunkt fest, dass er niemals mit Deutschland verhandeln wird und dass er die Nazis bekämpfen und besiegen wird.
Trotz dieser Vision war Churchill bewusst, dass er vor den echten Fakten nicht die Augen verschließen darf. Er fürchtete, dass aufgrund seiner charismatischen Persönlichkeit schlimme Nachrichten von ihm ferngehalten werden könnten. Deshalb richtete er am Anfang des Krieges eine Abteilung ein, die als primäre Aufgabe hatte, einen vollständigen Bericht inkl. der brutalen Realität und Fakten direkt an ihn zu liefern. Churchill wollte in keiner Traumwelt leben. „Facts are better than dreams“ ist ein berühmtes Zitat von ihm.
Fakten sind besser als Träume… könnte ebenfalls nicht besser auf das Thema in Pension gehen bzw. vorzeitig in Pension gehen zutreffen. Das was Churchill mit seiner „brutale Realität“-Abteilung gemacht hat, soll dieser Blogartikel für dich sein, wenn’s um deine Pension bzw. um deinen vorzeitigen Ruhestand geht.
Also starten wir mit der ersten großen Frage…
Wie viel Geld brauchst du, um (früher) in Pension zu gehen?
Zwei Denkweisen: fixes Ausstiegsalter vs. „egal wann“
Es gibt hier verschiedene Ansätze und Überlegungen.
- Erste Option: Haben wir ein fixes Alter im Kopf mit dem wir in Pension gehen wollen? Sowas wie: „Ich muss mit 55 genug Kohle haben um vorzeitig in Pension gehen zu können. Wie viel muss ich dafür jetzt ansparen?“ Wir haben diesen Blickwinkel bereits im Artikel „Wie viel muss ich für’s Alter sparen?“ beleuchtet. Ein anderer Blickwinkel auf das Thema wäre…
- Zweite Option: „Wie viel Kohle brauche ich, um vorzeitig in Pension gehen zu können? Und zwar egal zu welchem Zeitpunkt.“ Das ist etwas, das speziell auf Blogs in den USA extrem stark kursiert. Sehen wir uns diese Option etwas genauer an…
Was ist die 4-%-Regel?
So funktioniert die 4-%-Regel (die 25×-Rechnung)
Du multiplizierst deine jährlichen Ausgaben mit 25, dann erhältst du den Betrag, den du benötigst, um nicht mehr arbeiten zu müssen.
Nehmen wir an deine gesamten jährlichen Ausgaben betragen zum Beispiel 40.000 €. Multiplizierst du diese mit 25, ergibt das jenen Betrag, den du benötigst, um „nicht mehr arbeiten zu müssen“ (40.000 € x 25 = 1.000.000 €).
Das bedeutet: Wenn du 1.000.000 € auf einem Wertpapierdepot hast, dann entnimmst du im ersten Jahr 4 %. Also 40.000 €. Ab dem zweiten Jahr erhöhst du deine jährlichen Entnahmen um die Inflationsrate (bei 3 % z. B. 41.200 € im nächsten Jahr). Und das kannst du jedes Jahr machen, denn…
Diverse Studien aus den 90er-Jahren haben gezeigt, dass sich 4 % jährliche Entnahme für immer ausgeht. Daher auch der Name „4 %-Regel“. Dein Investment (also deine Million) darf dabei natürlich nicht am Sparbuch liegen sondern muss „im Markt“ investiert sein. Ansonsten kannst du die Entnahmerate nicht halten.
Beispiel-Tabelle: Jahresbedarf → benötigtes Vermögen → monatliche Entnahme
Mit wie viel Geld kann man also aufhören zu arbeiten? Hier die 25×-Rechnung für ein paar typische Jahresbudgets auf einen Blick. Die monatliche Entnahme ist einfach der Jahresbedarf durch 12:
| Jahresbedarf (deine Ausgaben) | Benötigtes Vermögen (×25) | Monatliche Entnahme |
|---|---|---|
| 18.000 € | 450.000 € | 1.500 € |
| 20.000 € | 500.000 € | rund 1.666 € |
| 30.000 € | 750.000 € | 2.500 € |
| 40.000 € | 1.000.000 € | rund 3.333 € |
| 50.000 € | 1.250.000 € | rund 4.166 € |
Du siehst also, ab welchem Vermögen du aufhören kannst zu arbeiten, hängt nicht an deinem Einkommen, sondern an deinen Ausgaben. Und falls du lieber auf Nummer sicher gehst, verdopple einfach die mittlere Spalte. Warum das eine Überlegung wert ist, siehst du gleich bei der 2-%-Regel.
Oder du rechnest gleich mit deinen eigenen Zahlen. Tipp deine monatlichen Ausgaben ein und du siehst sofort dein persönliches Ziel.
Warum aus der 4-%- oft eine 2-%-Regel wird
Aber die 4 %-Regel hat ein Problem: Sie verändert sich ständig.
Ein großer Faktor ist, wie viel Rendite du am Markt erzielen kannst. Führende Pensions-Experten sehen die 4 %-Regel inzwischen eher als 2 %-Regel — speziell wenn du noch sehr lange lebst (d.h. wenn du sehr früh vorhast nicht mehr zu arbeiten). Das bedeutet, wenn du zum Leben 40.000 € im Jahr brauchst (wie beim Beispiel oben), dann benötigst du eigentlich 2.000.000 € und nicht mehr 1.000.000. Wir könnten hier weiter debattieren und analysieren wieso eher 4 % oder doch eher 2 % richtig sind…
Die meisten Analysen basieren außerdem auf den USA — dort haben wir eine andere steuerliche Situation als in Europa.
Dazu kommt, dass solche Hochrechnungen extrem sensibel sind. Eine Veränderung bei einer einzigen Variable (Rendite, Inflation, wie alt du wirst) kann das ganze Ergebnis kippen. Und die historischen Simulationen hinter der 4-%-Regel kennen nur die Vergangenheit. Extremszenarien wie eine Währungskrise à la Weimarer Republik stecken in keiner davon. Auch deshalb rechnen wir solche Dinge lieber konservativ.
Warum ich ihr nicht folge – sie aber als Indikator nutze
Aber ich persönlich folge der 4 %-Regel sowieso nicht für die „Pensionsplanung“. Der Hauptgrund dafür ist, dass ich nicht vorhabe gar nicht mehr zu arbeiten. Das heißt der Ansatz an sich ist für mich nicht so spannend, da es nicht mein Ziel ist mit 38 nicht mehr zu arbeiten. Mein Ziel ist, ein (Arbeits-)Leben für mich selbst zu schaffen, von dem ich nicht „pensioniert“ werden will. ?
Dennoch macht es Sinn das Konzept der 4 %-Regel zu kennen, wenn’s um finanzielle Freiheit geht. Denn die 4 %-Regel ist für mich mehr ein Indikator für finanzielle Freiheit. Und das ist etwas, über das es sich lohnt nachzudenken. Egal ob du dafür die 4 %-Regel oder irgendwas anderes verwendest. Vergiss im ersten Moment auch mal die ganzen mathematischen Berechnungen. Die wirklich schwierigen Fragen sind:
Was du dir als Erstes unbedingt überlegen solltest, ist, ob du vorzeitig in Pension gehen willst oder nicht. Willst du dann gar nicht mehr arbeiten — keinen einzigen Tag mehr in deinem Leben? Oder willst du sowieso immer was machen?
Kannst du mit etwas Unsicherheit leben, oder muss es zu 100 % sicher sein, dass du niemals zu wenig Geld zur Verfügung hast? Willst du die teuersten Autos und im Luxus-Viertel der Stadt wohnen oder brauchst du das auf gar keinen Fall?
Diese Fragen sind der Anfang, um ein Gefühl dafür zu bekommen was notwendig ist. Die mathematischen Berechnungen sind dann relativ easy.
Die Basis, um finanzielle Freiheit zu erlangen, bildet ein vernünftiger Finanzplan. Inklusive allem, was du über Versicherungen, Vorsorge, Geldanlage & Co wissen musst.
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Was bedeutet finanzielle Freiheit eigentlich?
Geld ist nicht alles – aber es ermöglicht fast alles
Manche sagen dazu übrigens auch finanzielle Unabhängigkeit, gemeint ist dasselbe.
Vorweg: Geld ist wichtig. Ja, selbst wenn du zu denen gehörst die der Meinung sind: „Geld ist mir nicht wichtig…“
Ich bin der Meinung, das ist Bullshit, denn ich definiere Geld nicht als eine Zahl auf einem Konto.
Geld kann all das sein…
- Mehr Freizeit, da man nicht arbeiten muss (auch wenn man seine Arbeit gerne macht)
- Die Top-Ausbildung deiner Kinder
- Ein Essen in deinem Lieblingsrestaurant oder Haubenlokal
- Tickets für deine Lieblingsband
- Eine Weltreise
- Spenden für das lokale Tierheim oder andere Spenden für deine bevorzugte Wohltätigkeitsorganisation
- Das Leben eines Kindes in einem Dritte-Welt-Land retten
- Doch früher in Pension gehen oder Teilzeit arbeiten
… und noch viel mehr.
Ok… aber wirklich alles kann Geld nicht sein. Du kannst dir natürlich keine wahre Liebe oder Freundschaft darum kaufen. Aber deshalb das Thema Geld zu vernachlässigen ist keine wirklich sinnvolle Option.
Wenn du entscheidest, dass dir „Geld“ egal ist und du dich deshalb nicht darum kümmerst, dann bedeutet das, dass dir einige der wichtigsten Dinge auf der Welt egal sind. Ja, Geld ist wirklich nicht alles. Aber es kann so ziemlich alles verbessern oder ermöglichen.
Und genau aus dem Grund finde ich die 4 % (oder 2 % ? ) – Regel einen spannenden Ansatz: Nicht um vorzeitig in Pension zu gehen. Sondern um zu wissen wie viel eigentlich notwendig wäre, um tatsächlich jederzeit das zu tun was DU willst. Wenn du finanzielle Freiheit erreichst, dann entscheidest DU was du machen willst. Nicht dein Boss, dein Job oder irgendjemand anderer.
Finanzielle Freiheit heißt: Du bestimmst über deine Zeit
Dein gesamtes Leben verändert sich, wenn du „finanzielle“ Freiheit erreichst. Egal ob du deinen Job liebst und bis 70 arbeiten willst. Oder ob du vorzeitig in Pension gehen willst. In dem Moment in dem du finanzielle Freiheit erlangst, verändert sich dein Leben.
Die Wirtschaftslage verändert sich und du verlierst deinen Job? Egal.
Du willst dich umorientieren und etwas anderes machen? Nichts hält dich davon ab.
Vor allem bestimmst du selbst über deine Zeit und wie du sie verbringst. Das ist vermutlich das Beste an finanzieller Freiheit. Denn Zeit kannst du eigentlich nicht kaufen. Du kannst sie nicht „speichern“. Durch finanzielle Freiheit bekommst du aber deine Zeit „zurück“ bzw. kannst du deine Zeit gezielter und bewusster einsetzen.
Ab welchem Vermögen kann man aufhören zu arbeiten?
Eine fixe Zahl, ab der „man“ aufhören kann zu arbeiten, gibt es nicht. Es hängt an deinen Ausgaben. Als Daumenwert nimmst du die Rechnung von oben, also jährliche Ausgaben mal 25. Wer mit 1.500 € im Monat auskommt, kann rechnerisch ab rund 450.000 € aufhören zu arbeiten. Wer 3.000 € im Monat braucht, ab rund 900.000 €. Und wer auf Nummer sicher gehen will (2-%-Regel), verdoppelt die Beträge wieder.
Eine Million ist also weder eine magische Grenze noch automatisch genug. Bei 40.000 € Jahresausgaben und der vorsichtigen 2-%-Variante wären es eben eher zwei Millionen. Und je weniger dein Leben kostet, desto früher bist du frei.
In dem Zusammenhang stolperst du vielleicht über den Begriff Privatier. Das ist schlicht jemand, der nicht mehr arbeiten muss und von seinem Vermögen lebt. Ab welchem Vermögen man Privatier sein kann? Exakt dieselbe Rechnung wie oben, eine offizielle Schwelle gibt es auch hier nicht. Und Frugalisten drehen den Spieß um. Sie drücken ihre Ausgaben radikal nach unten, damit das benötigte Vermögen kleiner wird und sie früher aussteigen können. Wie wir generell über extremes Sparen denken, liest du in unserem Artikel Minimalismus, Frugalismus & Geiz.
Mit 55, 60 oder früher aussteigen: Wie viel brauchst du?
Wenn du mit 55 (oder 60) aufhören willst zu arbeiten, brauchst du genau genommen zwei Zahlen. Erstens das Kapital, mit dem du die Jahre bis zur gesetzlichen Pension überbrückst. Die bekommst du in Österreich nämlich frühestens ab Anfang/Mitte 60 (Details weiter unten). Und zweitens einen Polster für die Zeit danach, falls deine Pension deine Ausgaben nicht deckt.
Nehmen wir als Beispiel 2.500 € im Monat, also 30.000 € im Jahr, und rechnen der Einfachheit halber bis zum Regelpensionsalter 65:
| Du steigst aus mit | Jahre bis zur Pension | Kapital nur für die Überbrückung |
|---|---|---|
| 50 | 15 | 450.000 € |
| 55 | 10 | 300.000 € |
| 60 | 5 | 150.000 € |
Dazu kommt der zweite Teil. Deckt deine spätere Pension z. B. nur 1.500 € deiner 2.500 €, bleibt eine Lücke von 1.000 € im Monat. Das sind 12.000 € im Jahr, mal 25 (4-%-Regel) also nochmal 300.000 €. Beim Ausstieg mit 55 landest du in diesem Beispiel gesamt bei rund 600.000 €.
Das alles sind, wichtig zur Einordnung, bewusst grobe Daumenwerte. Dein Geld arbeitet während der Überbrückung ja weiter (das macht die Zahl kleiner), dafür ignorieren wir Inflation und Steuern (das macht sie größer). Und wer früher aufhört einzuzahlen, bekommt später auch weniger gesetzliche Pension. Die Richtung stimmt aber. Aussteigen mit 55 ist kein Millionärs-Privileg, aber es braucht deutlich mehr als ein „bisschen was auf der Seite“. Und je früher du aussteigen willst, desto stärker zählt jedes Jahr, in dem du früh zu sparen beginnst.
Auch hier gilt, am besten rechnest du kurz mit deinen eigenen Zahlen. Dieser Rechner macht es gleich ein Stück sauberer als die Daumenwert-Tabelle oben. Deine Entnahmen steigen mit der Inflation und dein restliches Kapital arbeitet weiter, mit bewusst konservativen Startannahmen.
Wie stark Inflation und vorsichtige Annahmen das Bild verändern, zeigt eine Hochrechnung, wie ich sie so ähnlich mal für einen Klienten gemacht habe. Er wollte ab 50 rund 1.000 € im Monat (in heutiger Kaufkraft) aus seinem Vermögen entnehmen, und zwar bis 90. Nach der 4-%-Regel klingt das nach 300.000 €. Rechnet man aber konservativ (rund 4 % Rendite in der Ansparphase, in der Entnahmephase nur noch 2 %, dazu 3 % Inflation), braucht es zum Ausstieg mit 50 schon rund 800.000 €. Warum? Weil aus 1.000 € heutiger Kaufkraft bei 3 % Inflation bis zum Ausstieg rund 1.400 € werden, und mit 90 sogar rund 4.500 €. Und selbst wer mit 39 startet und schon 250.000 € auf der Seite hat, müsste dafür noch rund 2.500 € im Monat weglegen. Genau deshalb rechnen wir Hochrechnungen lieber konservativ, als uns alles schönzurechnen.
Deine eigenen Zahlen kannst du übrigens mit unserem Pensionsvorsorgerechner durchspielen und genau solche Hochrechnungen selbst simulieren.
Die Million scheint schwer erreichbar? So näherst du dich deinem Ziel
Na ja, zuallererst solltest du dir mal überlegen wie viel Ausgaben du tatsächlich pro Jahr hast. 30.000 €? Mehr, weniger? Je mehr oder weniger Ausgaben du hast, desto höher oder niedriger wird natürlich dein persönliches „Ziel“.
Nehmen wir mal 18.000 € Ausgaben (das sind 1.500 € im Monat) und somit 450.000 € als Ziel.
Finanzielle-Freiheit-Rechner: Wie viel musst du sparen?
Du kannst dich mit diesem Rechner annähern, wie viel du sparen musst. Tipp einfach verschiedene Zahlen und Zeiträume ein. Auf lange Sicht ist ein Ergebnis zwischen 4-6 % p.a. übrigens nicht unrealistisch.
Du beginnst mit Jahren und legst jeden Monat zur Seite bis du bist.
Dein ersparter Betrag mit Jahren ist bei…
| 2% Verzinsung: | ||
| 4% Verzinsung: | ||
| 6% Verzinsung: |
Wenn du tiefer einsteigen willst, gibt es online einige Ruhestands- und Investmentrechner, die mit Monte-Carlo-Simulationen arbeiten. Die spielen anhand historischer Renditen tausende Szenarien durch und zeigen dir, wie wahrscheinlich dein Vermögen eine bestimmte Entnahme durchhält. Um ein Gefühl für die Bandbreiten zu bekommen, ist das durchaus spannend.
Eine wichtige Anmerkung noch dazu. Solche Rechner rechnen mit alten historischen Renditen. Und die sind nicht automatisch relevant für die Zukunft. Vorsichtig sein solltest du vor allem, wenn du den Anleihen-Anteil hoch einstellst, denn oft schreiben die Simulationen einfach die Anleihen-Renditen der letzten Jahrzehnte fort. Schaut man sich die aktuellen Schuldenstände vieler Staaten an, ist finanzielle Repression aber ein durchaus realistisches Szenario. Anleihen-Renditen könnten dann längere Zeit unter der Inflation liegen. Das würde ausgerechnet bedeuten, dass ein vermeintlich „sicheres“, anleihenlastiges Portfolio im Alter mehr Probleme bekommen könnte, als die historische Simulation vermuten lässt.
Das sind die besprochenen Fakten vom Anfang des Artikels. Es ist besser in der Realität zu leben, als in einer Traumwelt.
Die Zahlen bedeuten, dass du nie wieder irgendein Einkommen generieren musst. Für mich persönlich ist das wie bereits erwähnt kein Ziel.
Somit ist die notwendige Zahl automatisch kleiner.
Der 72er-Rechentrick: Wie schnell verdoppelt sich dein Vermögen?
In dem Zusammenhang habe ich übrigens noch einen coolen „Rechentrick“ für dich. Wir haben oben ja eine monatliche Sparrate betrachtet. Was aber, wenn du bereits Vermögen hast, das du für dein Ziel verwenden willst?
Sagen wir, du hast 200.000 € von einer unbekannten Tante geerbt — hört sich wie ein Spam-Mail an, oder? ? Jetzt fragst du dich, wie lange du brauchst, um das Ganze zu verdoppeln und fast an den 450.000 € zu kratzen.
Du nimmst dazu einfach 72 und teilst es durch deine jährliche angenommene Rendite. Das heißt, wenn du mit 5 % pro Jahr rechnest, dann teilst du einfach 72 durch 5…
Falls du gerade am Handy liest und nicht zoomen willst, hier die Tafel in Textform. Sie zeigt die Rechnung 72 : 5 = 14,4 und darunter das Ziel 450.000 €.
Das heißt, in dem Fall in etwas über 14 Jahren hättest du dein Investment verdoppelt. Das Spiel geht dann natürlich weiter: In weiteren 14 Jahren verdoppeln sich dann die 400.000 € wieder. Du hättest in ca. 28 Jahren also 800.000 € (bei durchschnittlich 5 % Verzinsung pro Jahr).
Um herauszufinden wie du dein Geld anlegen solltest, sieh dir unseren Artikel zum 3-Topf-System der Geldanlage an.
Der Weg zur finanziellen Freiheit ist individuell
Niemand zwingt dich, die 4 %-Regel anzuwenden und dann tatsächlich gar nichts mehr zu arbeiten. Ich habe bereits oben erwähnt, dass ich persönlich nicht vorhabe vorzeitig in Pension zu gehen.
Vielleicht machst du’s wie ich.
Variante 1: Früh viel verdienen, dann Stunden reduzieren
Oder vielleicht investierst du jetzt extrem viel Zeit in deinen Job als Angestellter, um schnell in hohe Gehaltsregionen zu kommen. Dein Ziel ist es, so viel wie möglich zu sparen, um dann in absehbarer Zeit deine Arbeitsstunden zu reduzieren. Grafisch würde das Ganze grob so aussehen:
Die Grafik zeigt, wie dein Einkommen einige Jahre steil ansteigt und dann bewusst auf ein deutlich niedrigeres Niveau fällt, weil du deine Stunden reduzierst.
Hier schaffst du dir einfach eine große Rücklage, um im Anschluss nicht mehr so viel zu arbeiten. Vielleicht arbeitest du sogar nur Teilzeit. Deine Rücklagen werden trotzdem weiter wachsen. Denn du wirst praktisch nichts entnehmen müssen, nachdem du weiterhin Geld verdienst (auch wenn es deutlich weniger ist als vorher).
Variante 2: Der klassische Weg mit hoher Sparrate
Vielleicht wählst du aber auch den ganz „klassischen“ Weg. Du arbeitest in einem „normalen“ Job, mit normalen Stunden. Dein Ziel ist nicht, dass du vorzeitig Stunden reduzierst oder frühzeitig in Pension gehst. Du willst später natürlich genug Geld haben, aber dich jetzt nicht stressen.
Mit einer hohen Sparrate kannst du trotzdem vorzeitig finanzielle Freiheit erlangen. Der Weg schaut vermutlich so aus:
Die Grafik zeigt ein Einkommen, das über die Jahre stetig und moderat steigt, ohne Sprünge und ohne bewussten Rückgang.
Variante 3: Phasenweise arbeiten / Sabbaticals
Oder vielleicht machst du etwas ganz anderes. Du arbeitest einige Jahre Vollzeit, um dann entweder deine Stunden stark zu reduzieren oder überhaupt einige Monate nicht zu arbeiten. Das ist zwar nicht in jeder Branche möglich, aber auch nicht undenkbar.
Es gibt keine optimale oder richtige Lösung. Nur das, was für dich individuell das Richtige ist.
Finanzielle Freiheit in Österreich: Pension & Krankenversicherung
Einen Punkt sparen die amerikanischen Blogs zur 4-%-Regel logischerweise immer aus. Was heißt „aufhören zu arbeiten“ eigentlich bei uns in Österreich, für Pension und Krankenversicherung?
Zuerst zur gesetzlichen Pension. Aufhören zu arbeiten und in Pension gehen sind zwei verschiedene Dinge. Das Regelpensionsalter liegt bei 65. Für Frauen wird es seit 2024 schrittweise angeglichen und gilt für alle ab Mitte 1968 geborenen Frauen genauso, also für praktisch alle, die diesen Artikel lesen.
Früher geht’s mit der sogenannten Korridorpension. Die wurde aber zuletzt verschärft. Für alle ab 1966 Geborenen heißt das künftig frühestens mit 63, und nur mit 42 Versicherungsjahren. Dazu kommen Abschläge von rund 5,1 % pro Jahr des früheren Antritts. Als Akademiker:in mit Berufseinstieg Mitte 20 gehen sich 42 Versicherungsjahre bis 63 übrigens kaum aus. Wenn du deutlich vor 65 aussteigen willst, finanzierst du das also selbst. Genau dafür sind die Rechnungen aus diesem Artikel da.
Einen Gedanken dazu halten wir für besonders wichtig. Jede Hochrechnung zur staatlichen Pension ist eine Momentaufnahme. Sie wird umso unsicherer, je länger du noch bis zur Pension hast. Dass die Regeln nicht in Stein gemeißelt sind, hast du gerade an der Korridorpension gesehen, und weitere Reformen wird es ziemlich sicher geben. Verlass dich also nicht blind auf die heutigen Zahlen, sondern plane lieber mit Puffer und mit Vermögen, über das du selbst bestimmst.
Und jetzt zu dem Punkt, den fast alle übersehen, nämlich der Krankenversicherung. In Österreich hängt sie an deinem Job (oder später an deiner Pension). Kündigst du mit 45 oder 55 und lebst von deinem Vermögen, bist du nicht automatisch weiterversichert. Dafür gibt es ein paar übliche Wege. Du kannst dich freiwillig selbstversichern. Das kostet rund 565 € im Monat (Stand 2026), auf Antrag ist je nach wirtschaftlicher Lage eine Herabsetzung möglich. Du kannst dich unter bestimmten Voraussetzungen beim Partner bzw. bei der Partnerin mitversichern. Oder du arbeitest geringfügig weiter und nutzt die günstige Selbstversicherung für geringfügig Beschäftigte um rund 84 € im Monat (Stand 2026). Die inkludiert sogar die Pensionsversicherung.
Eine Option gibt es übrigens noch, die kaum jemand kennt. Manche private Krankenversicherer bieten sogenannte Sozialversicherungs-Ersatztarife an, also eine private Vollversicherung anstelle der gesetzlichen Selbstversicherung. Je nach Alter und Situation kann das die spannendere Variante sein. Aufpassen solltest du aber, denn mit den Jahren wird so ein Tarif durchaus teurer als die gesetzliche Selbstversicherung. Und bei privaten Krankenversicherungen ist eine Gesundheitsprüfung notwendig. Das kann ebenfalls ein Problem werden. Ob sich das für dich rechnet, gehört im Einzelfall im Detail angeschaut. Genau solche Vergleiche machen wir täglich.
Für deine Finanzielle-Freiheit-Rechnung heißt das, dass die Krankenversicherung in deine Jahresausgaben gehört. Allein die volle Selbstversicherung macht rund 6.800 € im Jahr aus. Nach der 25×-Rechnung sind das rund 170.000 € zusätzlich benötigtes Vermögen. Ein Posten, den kaum jemand am Zettel hat, der aber dein „Ziel“ ordentlich verschiebt.
Eine Sache noch zur 4 %-Regel…
Die 4-%-Regel als mentale Leitplanke
Du stehst vor folgender Kaufentscheidung… Super teures Extra bei einem Auto? Stell dir die Frage:
- Brauch ich das wirklich?
Was wenn ich das eher in den Topf „Finanzielle Freiheit“ schmeiße? Was ist mir lieber — irgendwann nicht mehr über Geld nachdenken zu müssen oder dieses Extra?
Das heißt übrigens nicht, dass du über einen 5 €-Einkauf nachdenken solltest. Falls du schon mehr von uns gelesen hast, dann weißt du, dass wir das als absolute Zeitverschwendung sehen.
Für mich persönlich ist die 4 %-Regel einfach dazu da, um einen groben Wert im Kopf zu haben, der mich über meinen Status bezüglich „finanzieller Freiheit“ informiert.
Einfach nur diese Zahl zu kennen und das Konzept im Kopf zu haben, kann eben als positive psychologische Barriere für Impulskäufe oder „sinnlose“ Käufe dienen.
Egal wie du finanzielle Freiheit erreichen willst, ob und wie du vorzeitig in Pension gehen willst oder was du von der 4 %-Regel hältst…
FAKTEN SIND BESSER ALS TRÄUME.
Und genau das soll dieser Artikel unter anderem für dich sein. Außerdem soll es ein kleiner Stups sein, der dich dazu animiert, über finanzielle Freiheit bzw. generell deine Finanzen nachzudenken…
Häufige Fragen zur finanziellen Freiheit
Was versteht man unter finanzieller Freiheit?
Wie kann ich berechnen, wie viel Geld ich für finanzielle Freiheit benötige?
Was ist die 4%-Regel und wie zuverlässig ist sie heute noch?
Welche Rolle spielen Inflation und Steuern bei der Planung meiner finanziellen Freiheit?
Muss ich wirklich komplett aufhören zu arbeiten, wenn ich finanziell frei bin?
Ab welchem Vermögen kann man aufhören zu arbeiten?
Wie viel Geld brauche ich, um mit 55 (oder 60) aufzuhören?
Wie lange kann man von 100.000 oder 500.000 Euro leben?
Reichen 1 Million Euro, um aufzuhören zu arbeiten?
Was passiert mit der Krankenversicherung, wenn ich aufhöre zu arbeiten?
Wenn du wissen willst, worauf’s für dich als Uni- und FH-AbsolventIn wirklich bei Finanzen, Versicherungen, Geldanlage & Co ankommt, dann solltest du Folgendes machen.
Entweder du holst dir unseren ultimativen Finanzplanungsguide für AkademikerInnen – kostenlos als Download – und sprichst im Anschluss mit uns.
Oder du sprichst sofort mit uns und startest mit deiner Finanzplanung.