Bewerbungsschreiben: Wie du jeden Personaler beeindruckst

Bewerbungsschreiben: Aufmerksamkeit des Personalers gewinnen

Was hat dein Bewerbungsschreiben und der Fund des größten Diamanten aller Zeiten in Südafrika miteinander zu tun?

Südafrika war zu der Zeit (Anfang 1900) eine Kolonie des britischen Empires. Deshalb musste der Stein sicher nach England gebracht werden. Der Diamant wurde stark bewacht und beschützt im Safe des Captains eines Dampfschiffes platziert. Die gesamte Reise hindurch wurde das wertvolle Gut von britischen Kriminalbeamten im Auge behalten.

Nur war der echte Stein nicht an Board. Dieser wurde in einem einfachen Paket nach England versandt. Er kam dort auch sicher an. Die ganze Security, das Schiff und der Safe waren ein Köder. Ein Köder um die Aufmerksamkeit von potentiellen Dieben zu wecken.

Genau wie du mit deinem Bewerbungsschreiben die Aufmerksamkeit des Personalers voll und ganz auf dich und deine Bewerbung ziehen willst

Im Durchschnitt nimmt sich ein Personaler nicht mehr als 15 Sekunden Zeit, um dein Anschreiben zu lesen. Ja, nur 15 Sekunden. Und genau in dieser kurzen Zeit musst du es schaffen, die volle Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn dir das nicht gelingt, dann hast du all die Zeit für die Erstellung deiner Unterlagen umsonst aufgewendet. Um das zu vermeiden müssen wir zuerst wissen, wieso sich Personaler nur 15 Sekunden Zeit nehmen.

Der Grund für die kurze Zeit ist die Vielzahl an Bewerbungen

Die Anzahl der Bewerber kann für einen Einstiegsjob nach dem Studium 50, aber auch 750 sein. Die Faktoren, die über die Bewerberanzahl entscheiden, sind: Welche Studienrichtung wird angesprochen? Wo ist der Job? Wie bekannt ist das Unternehmen?

Egal was die Antworten auf diese Fragen sind. Die Personaler stehen unter Zeitdruck – niemand will und kann sich 50 Bewerbungen im Detail lesen.

Wir müssen es schaffen aus 50 oder 1000 Bewerbungen herauszustechen

Wir können uns nicht aussuchen ob sich 50 oder 1000 Kandidaten um einen Posten streiten. Durch die Unterlagen aufzufallen schaffen wir  einerseits, indem wir einen perfekt angepassten Lebenslauf schreiben und andererseits einen spannenden ersten Absatz im Motivationsschreiben.

Stell dir vor du bist in einer Buchhandlung oder stöberst online nach Büchern. Das erste was du liest ist der Klappentext. Wenn er spannend ist liest du weiter oder kaufst das Buch. Wenn es dich nicht anspricht legst du das Buch wieder weg.

Für Personaler ist dein Bewerbungsschreiben wie der Klappentext eines Buches

Wenn es spannend, neu und nicht wie die 100 Bewerbungen vorher ist, dann wird weitergelesen. In weiterer Folge kommst du auf den Stapel, der sich näher angesehen wird oder bekommst vielleicht sofort den Anruf zum Vorstellungsgespräch. Das genau ist auch das einzige Ziel, das wir haben. Denn wenn du nicht am Interviewstapel landest, dann kommen deine Unterlagen in den Aktenvernichter.

Die Personaler sollen nicht ans Mittagessen oder den Feierabend denken. Wir wollen, die Aufmerksamkeit und Neugier desjenigen der unsere Unterlagen in den Händen hält.

Wie können wir garantieren, dass uns das bei jedem Anschreiben gelingt?

Bewerbungsschreiben

Schau‘ nicht zu lange auf die Grafik – sonst wirst du hypnotisiert 😉

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Vier Details wie du dein Bewerbungsschreiben gestalten musst um dich von der Masse der Bewerber abzuheben

1.

Du brauchst eine großartige Eröffnung

Wenn du mit dem Klappentextbeispiel nichts anfangen konntest, dann stell dir vor dein Motivationsschreiben ist wie die erste Folge einer TV-Serie. Sie entscheidet meistens ob du noch weiterschaust oder nie wieder einen Gedanken an die Serie verschwendest. Ähnlich geht’s dem Personaler, der sich dein Anschreiben ansieht.

Wenn du ihm keinen Grund gibst weiterzulesen, dann macht er es auch nicht

Du hast eben nur 10-15 Sekunden Zeit. Die musst du nutzen. Im Grunde ist es relativ einfach – du musst zwei Mal zuschlagen. Am besten indem du auf eine bestehende Verbindung hinweist. Das kannst du zum Beispiel machen indem du auf ein Telefonat verweist das du mit dem Verantwortlichen geführt hast. Damit rufst du dich in Erinnerung und bist nicht mehr irgendein Bewerber.

Danach zeig deine Begeisterung für die Stelle

Schreib nicht so etwas fades wie “hiermit bewerbe ich mich für die Stelle als XY…” – sonst läufst du Gefahr, dass die Personaler noch während der ersten zwei Zeilen einschlafen und nicht mehr rechtzeitig munter werden um dich zum Interview einzuladen.

Versuch so etwas wie: “Ich bin begeistert mich für die Stelle als XY zu bewerben…”. Das ist ein kleiner Unterschied, der dich sofort von allen anderen abhebt und deine Bewerbung auf einen Schlag interessanter macht.

Das könnte dann zum Start so aussehen:

  • “Sehr geehrter Herr Maier,

    vielen Dank für die informative Unterhaltung am Karrieretag vor 2 Wochen (oder: … für das spannende Telefonat am 21.06.2017…). Ich bin begeistert mich für die Stelle als XY zu bewerben.”
2.

Die Ködermethode & das passende Design

Der Personalist erinnert sich also an dich und du zeigst ihm, dass du begeistert bist dich für die Stelle zu bewerben. Schreib nicht:

  • “… Ich arbeite gerade an der Fertigstellung meiner Diplomarbeit im Bereich XY um mein Masterstudium XY an der WU Wien abzuschließen. Neben den Schwerpunkt A habe ich ebenfalls den Schwerpunkt B belegt. Deshalb bin ich auch auf Ihre Stelle XY aufmerksam geworden… blablalba”

Ist irgendjemand eingeschlafen? Wie wär’s mit folgendem:

  • “Es gibt drei Gründe, warum sie mich einstellen sollten:1. …”

Wir nennen es die Ködermethode, da der Personaler nicht widerstehen kann anzubeißen. Er will weiterlesen um herauszufinden was diese 3 Gründe sind. Er muss wissen, was jetzt kommt. Ist es derselbe Schwachsinn, den man immer liest oder ist es etwas wirklich Spannendes?

Ködermethode

Es müssen übrigens nicht drei Gründe sein. Du kannst genauso gut schreiben:

  • “Es gibt zwei Gründe wieso ich perfekt für diese Position bin…”.

Falls du dir selbst bei zwei Gründen schwer tust, dann wäre die abgespeckte Variante…

  • “Es gibt einen Grund, wieso ich perfekt für die Position bin…”

oder die Frage

  • “Warum sollten Sie sich gerade für mich entscheiden?”

Generell solltest du aber mindestens zwei Gründe anführen.

Aber was ist, wenn der Personaler zuerst einen Überblick will?

Überrumpelst du ihn dann nicht sofort mit deinen 3 Gründen? Nein, denn die ganzen Informationen zu dir und den Überblick erhält er im Lebenslauf. Es ist nicht sinnvoll dasselbe nochmal im Anschreiben zu wiederholen. Dadurch langweilen wir den Personaler und verschwenden seine Zeit.

Versetz dich in seine Lage: Er liest zu 50% dieselben faden Motivationsschreiben. Beeindrucken wir ihn und machen den Arbeitstag angenehmer, indem wir anders sind und uns von der Masse der Bewerber abheben.

Die Ködermethode ist eine der Techniken um das zu erreichen. Wenn das was dann kommt (die ausformulierten Gründe), perfekt passt, haben wir unseren Job erledigt – was uns zum nächsten Teil bringt.

3.

Die richtige Recherche bevor du überhaupt ein Bewerbungsschreiben verfasst

Um zu wissen, welche drei Gründe perfekt sind, musst du zuerst wissen was genau das Unternehmen eigentlich will. Du musst dir dabei folgende Fragen stellen:

  • Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sind für den Job relevant?
  • Hast du diese Fähigkeiten im Anschreiben bewiesen?
  • Welche Erfahrungen sind dem Unternehmen wichtig?
  • Zeigst du diese Erfahrungen? Wie kannst du zeigen, dass du das mitbringst, was für den Job notwendig ist?
  • Gibt es irgendwelche Lücken zwischen der Erfahrung und den Inhalten in den Unterlagen und den notwendigen Fähigkeiten für den Job? Wenn ja, wie kannst du die Lücken schließen?
  • Was ist an deinen Erfahrungen besonders?

Die beste Formulierung bringt nichts, wenn sie auf die falschen Themen abzielt

Stell dir eine Werbung für Urlaubsreisen vor die als Zielgruppe 65-jährige Ehepaare hat. Stell dir die Werbung für 23-jährige Singles vor. Die beiden Varianten sehen vermutlich unterschiedlich aus, oder?

Wenn du den Fokus auf die falschen Erfahrungen, Eigenschaften und Fähigkeiten legst, dann ist das wie wenn du die 23-jährigen mit einer Werbung für 65-jährige Ehepaare überzeugen willst.

Es wird einfach nicht funktionieren.

4.

Ein übersichtliches Design

Design ist nicht alles. Das der Inhalt das entscheidende Kriterium ist, sollte dir inzwischen klar sein. Es gibt allerdings ein paar Punkte, die du auch beim Design beachten solltest.

  • Mach‘ dein Anschreiben leicht lesbar.
    Das bedeutet sinnvolle Absätze machen und Platz zum Atmen für deine Worte. Niemand will ein komplett vollgeschriebenes Blatt lesen. Damit schreckst du Personaler eher ab. Vergiß nicht – es sind nur 10-15 Sekunden.
  • Gestalte es auch in Zeiten von Bewerbungsportalen und E-Mail Bewerbungen wie einen Brief.
    Das bedeutet Briefkopf, Adresse, Betreff & Co gehören ins Anschreiben. Verwende als Dateiformat PDF, damit dein Dokument dann auch auf jedem Endgerät gleich aussieht.
  • Gleiche Schriftgröße bei Überschriften & Fließtext im Anschreiben und Lebenslauf.
    Dein Anschreiben muss designtechnisch auch mit deinem Lebenslauf übereinstimmen. Wenn du für den Fließtext Schriftgröße 12 verwendest, dann mach das überall. Dasselbe gilt für Überschriften. Deine Unterlagen müssen aus einem Guss sein. Wenn du willst kannst du übrigens die Schriftart verwenden die im Unternehmen verwendet wird. Dann sieht dein Bewerbungsschreiben gleich „familiär“ aus.

Aber wird das Bewerbungsschreiben überhaupt noch gelesen?

Es gibt durchaus Umfragen & Studien, die zeigen, dass bis zu 50% der Anschreiben nicht gelesen werden. Du solltest daraus aber nicht schließen, dass du kein oder nur ein halbherziges Bewerbungsschreiben ablieferst. Denn was ist mit den anderen 50%?

Die werden gelesen und du willst vermutlich nicht zu denen gehören die den Job nicht bekommen, weil sie so etwas Essentielles wie das Anschreiben nicht beigefügt haben.

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Du hast nur 15 Sekunden Zeit um die Aufmerksamkeit des Personalers zu bekommen, da sich Personaler im Detail nicht 500 Bewerbungen durchlesen wollen und können.
  • Du brauchst eine großartige Eröffnung um die Aufmerksamkeit des Personalers zu bekommen.
  • Danach verwendest du die Ködermethode um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Personaler weiterlesen und du sie von dir überzeugen kannst.
  • Du musst exakt wissen, was das Unternehmen braucht und was für den Job relevant ist.
  • Das Design ist nicht absolut kampfentscheidend, aber es muss übersichtlich und leicht lesbar sein.

Wenn du das beachtest, hast du den ersten Schritt getan, dass dein Bewerbungsschreiben ein echter Diamant ist. Mit dem feinen Unterschied, dass du keine Security & Show brauchst um davon abzulenken wie beim Diamanten von Südafrika.

Du willst, dass sich die Personaler darauf konzentrieren – damit du glänzen kannst.

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Autor: Florian Märzendorfer

Fan von indischem Essen, Finanzplaner & Co-Founder von FiP.S.

Hasst Strandurlaube & verabscheut Beistrichregeln.

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