Vorstellungsgespräch - Die 3 großen Fragen, die jeder Jungakademiker beantworten muss (inklusive Wort-für-Wort Antwortbeispiele)

Vorstellungsgespräch Fragen

Was hat dein Vorstellungsgespräch mit Rasierpinseln und dem ersten Weltkrieg zu tun?

Während des ersten Weltkriegs herrschte die Meinung, dass Gasmasken besser funktionieren, wenn die Träger glatt rasiert sind. Aus diesem Grund verteilten die Amerikaner unter ihren Soldaten Rasiersets – bestehend aus Rasierpinsel, Seife und Rasierer. Doch dabei begangen sie einen folgenschweren Fehler.

Viele der Rasierpinsel waren aus Pferdehaaren. Diese Pferdehaare waren mit Anthrax kontaminiert. Aufgrund der unvermeidbaren kleinen Schnitte und Verletzungen beim Rasieren, infizierten sich die Soldaten mit dem Anthrax und wurden krank.

Die Amerikaner infizierten ihre Soldaten nicht bewusst. Es passierte, da sie die Pferdehaare vor der Verwendung für die Rasierpinsel nicht desinfizierten. Sie übersahen diesen simplen Schritt in der Vorbereitung.

Wenn es um das Vorstellungsgespräch geht, dann wird ebenfalls häufig ein simpler Schritt vergessen.

Viele Jungakademiker übersehen im Bewerbungsstress, sich wirklich im Detail auf die 3 großen Fragen im Vorstellungsgespräch vorzubereiten

Die drei großen Fragen sind:

  • “Erzählen Sie mir etwas über sich”
  • “Wieso wollen Sie bei uns arbeiten / Wieso sollten wir Sie einstellen?” und
  • “Was haben Sie sich vorgestellt bei uns zu verdienen?”
1.

“Erzählen Sie mir etwas über sich”

Die perfekte Antwort…

Wenn es zu dem Teil im Vorstellungsgespräch kommt, bei dem dir Fragen gestellt werden, ist die Aufforderung “Erzählen Sie mir etwas über sich” sehr häufig die erste Frage. Bei manchen Unternehmen musst du vielleicht sogar eine kurze Selbstpräsentation machen.

Die meisten Kandidaten antworten so

  • “Ich habe gerade mein XY-Studium an der ABC-Universität beendet und möchte jetzt im blablabla…”
Ich Ich Ich im Interview

Fast alle erzählen chronologisch in irgendeiner Art und Weise ihren Lebenslauf als Aneinanderreihung von Daten und Fakten. Du machst das ab jetzt nicht mehr. Den Lebenslauf kennen die Verantwortlichen schon. Du willst, dass die Personaler munter werden und merken, dass du nicht die selben 08 / 15 Antworten gibst wie alle anderen.

Du musst ihnen etwas “Neues” erzählen

Die Antwort könntest du zum Beispiel so beginnen:

  • “Meinen Ausbildungsweg kennen sie ja schon, ich erzähle ihnen am besten vielleicht gleich etwas, dass man nicht sofort aus dem Lebenslauf herausliest. Und zwar was mich ausmacht und was ich gut kann…”

Und dann machst du eine Stärken-Frage daraus und erzählst 2-3 Stärken von dir – untermauert mit echten Beispielen. Du kannst hier dann natürlich auf Teile in deinem Lebenslauf verweisen, mit denen du eine Eigenschaft bzw. Stärke von dir beweist.

Diese Stärke oder Eigenschaft muss natürlich für das Unternehmen relevant sein. Erzähl’ nicht von deinen unglaublichen Russisch-Kenntnissen, wenn Russisch für das Unternehmen völlig irrelevant ist.

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Checkliste
2.

“Wieso sollten wir Sie einstellen?” / “Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?”

Worauf’s wirklich ankommt…

Die Frage “Wieso sollten wir Sie einstellen?” ist vermutlich die “Mutter” aller Vorstellungsgesprächsfragen. Im Grunde dreht sich fast jede Frage genau um das Thema.

Die “richtige” Antwort setzt voraus, dass du über das Unternehmen und die Position Bescheid weißt.

Auswahl Vorstellungsgespräch

Und das musst du dann auch zeigen. Du könntest die am besten formulierte Antwort mit einer super Geschichte haben… aber was wenn du damit etwas beweist, das für das Unternehmen irrelevant ist. Das oben erwähnte Russisch Beispiel liegt auf der Hand – das gleiche gilt aber auch für alle anderen Eigenschaften. Was ist für den Job wichtig? Teamfähigkeit? Ehrgeiz? Zahlenaffinität?

Die Antwort musst du bereits vorab in deiner Recherche gefunden haben. Nur so kannst du eine wirklich sinnvolle Antwort auf die Frage geben.

Dasselbe gilt für die Frage “Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?”

Wenn deine Antwort in die Richtung “Ich will Erfahrungen im XY-Bereich sammeln…” geht oder generell stark auf das fokussiert ist was DU willst, dann vergiss folgendes nicht…

Das Unternehmen interessiert sich nur dafür was du willst, wenn du vorher gezeigt hast, dass du

  • a) weißt was das Unternehmen braucht und
  • b) genau das mitbringst.

Das heißt, die Antwort auf die Frage “Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?”, sollte beides zeigen. Die Werte & Anforderungen des Unternehmens decken sich mit deinen Werten und Skills. Genau das muss deine Antwort zeigen.

Das “Schwierige” an dem Ganzen ist dann nur mehr die Recherche.

Modul 1 in unserem Online-Kurs für (angehende) JungakademikerInnen – “Vom Studium zum Traumjob” beschäfigt sich deshalb ausschließlich mit der richtigen Recherche.

3.

“Was wollen Sie bei uns verdienen?”

Wie du das Beste für dich rausholen kannst…

Es gibt kein Vorstellungsgespräch, bei dem nicht auch über das Thema Gehalt gesprochen wird. Und es geht nicht nur darum, dass du ein entsprechendes Gehalt für dich rausholst. Die Frage nach dem Gehalt und deine Antwort darauf zeigt den HR-Managern viel mehr als deinen Gehaltswunsch.

Gehalt

Du kannst mit der passenden Antwort und Herangehensweise folgendes beweisen:

  • Verhandlungsgeschick
    Verhandelst du generell? Sagst du einfach ja, zu jedem Angebot? Stell dir selbst die Frage wen ein Unternehmen lieber einstellt… Jemanden der später auch im Namen des Unternehmens gut verhandelt oder jemand, der eingeschüchtert ist und zu allem ja und Amen sagt?
  • Du bist top vorbereitet
    Wenn du insgesamt top vorbereitet bist, dann wäre es komisch wenn du plötzlich beim Thema Gehalt komplett blank bist. Es passt auch nicht zu einem selbstbewussten und guten Auftritt, wenn du beim Thema Gehalt plötzlich schwächelst. Zeig’, dass du auch hier vorbereitet bist, damit du das positive Gesamtbild von dir abrundest. Ein Unternehmen weiß, dass es für “Top Ware” (ja, ich hab dich gerade als Ware bezeichnet, sorry, du weißt was ich meine 😉 ) einen entsprechenden Preis zahlen muss.

Vor allem zeigt das auch wie du in Zukunft im Job vorbereitet bist – du gibst also damit eine kleine Arbeitsprobe ab.

Also – wie könnte die Antwort aussehen?

  • “Meine Recherche hat gezeigt, dass die Range für diese und ähnliche Positionen bei 2.800 € bis 3.100 € liegt. Aufgrund meiner besprochenen Qualifikationen [XY – hier kannst du nochmal auf das verweisen, was dich für den Job perfekt macht], sehe ich mich am oberen Ende dieser Range.”

Damit eröffnest du die Verhandlung.

Berechtigterweise wirst du dich jetzt fragen:

  • Ja, aber woher weiß ich, wie ich die Range ansetzen soll?
  • Was soll ich machen, wenn mir nicht das angeboten wird, was ich mir vorstelle? Wie gehe ich damit um?

Die Fragen lassen sich nicht in zwei Absätzen beantworten. Lies dir die Zusammenfassung des Artikels und dann habe ich was für dich, das dir genau diese zwei Fragen und noch viel mehr beantwortet. Aber zuvor noch eine Bonusfrage…

4.

“Wo sehen Sie sich selbst in 5 Jahren?”

Worauf zielt diese Frage ab?

Der Hintergrund dieser Frage ist folgender…

Hast du einen groben Plan für dich und dir darüber Gedanken gemacht? Oder ist die Antwort auf die Frage: “Ja, hmm, gute Frage…”.

Zukunft

Unternehmen suchen Leute die strukturiert sind und wissen was sie wollen. Das lässt darauf schließen, dass du auch im Arbeitsleben einen Plan hast. Vermeide es konkrete Positionen in der Firma zu nennen – also sowas wie: “Abteilungsleiter im Marketing hier bei euch”. Der Marketingleiter denkt sich dann vielleicht, dass du jetzt schon am Stuhl von ihm sägst 😉

Personaler wollen keine Fehlentscheidung treffen

Wenn für dich die Position nur eine Übergangslösung ist, dann ist das für die Personaler nicht optimal bzw. ein KO-Kriterium. Du solltest mit deiner Antwort deshalb den HR-Managern die Angst nehmen, dass du sofort wieder weg bist.

Die Frage eignet sich allgemein auch hervorragend für eine Gegenfrage

  • “… das ist übrigens eh eine Frage von mir, die ich habe: Wie sieht die Planung für die Position in den nächsten 3 -5 Jahren aus? Was ist die typische Entwicklung und welche Möglichkeiten gibt es?”

Damit signalisierst du nochmals dein echtes langfristiges Interesse am Job und am Unternehmen.

In aller Kürze

  • Als (angehender) Uni- oder FH-Absolvent wirst du eine Vielzahl von Fragen in deinen Vorstellungsgesprächen bekommen. Die 3 großen, die du in fast jedem Gespräch beantworten musst sind:
  • 1. “Erzählen Sie mir etwas über sich!” – hier musst du dich darauf konzentrieren nicht einfach nur den Lebenslauf herunterzubeten.
  • 2. “Wieso sollten wir gerade Sie einstellen?” und “Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?” Damit du das richtig beantworten kannst, musst du vorab ausreichend recherchieren.
  • 3. “Was wollen Sie bei uns verdienen?” Mit der passenden Antwort verdienst du nicht nur von Anfang an mehr Geld, sondern beweist dem Unternehmen sofort, dass du ein absoluter Top Kandidat bist.

Wie kannst du jetzt sicherstellen, dass du im gesamten Bewerbungsprozess nichts übersiehst?Damit du eben nicht so einen entscheidenden Schritt wie die Desinfektion der Rasierpinsel vergisst.

Dein Karrierestart soll ja nicht kränkeln

Welche Gehaltsrange solltest du für dein Studium ansetzen? Wie gehst du damit um, wenn du nicht das angeboten bekommst, was du dir vorstellst?

Wie recherchierst du richtig, damit du die Frage “Warum sollten wir Sie einstellen?” so beantwortest, dass die Personaler “WOW” sagen?

Wie geht’s weiter?

Wenn du vor allem dein Vorstellungsgespräch verbessern willst, dann ist der erste Schritte die 20-Punkte Checkliste…

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Wenn du die Antwort auf eine der anderen Fragen haben möchtest und noch vieles mehr…

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Ah ja, der Kurs ist aktuell noch kostenfrei und wenn du dir deinen Platz sicherst, bleibt er das für dich auch für immer.

Aufgepasst
Autor: Florian Märzendorfer

Fan von indischem Essen, Finanzplaner & Co-Founder von FiP.S.

Hasst Strandurlaube & verabscheut Beistrichregeln.

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