Kennst du die Einwände, die gegen deine Einstellung sprechen und wie du sie lösen kannst?

Was spricht gegen deine Einstellung?

Champions League Finale. Es spielt Real Madrid gegen Bayern München. Real Madrid führt zur Halbzeit mit 2:0. Die angereisten Bayernfans verlassen teilweise schon das Stadion. Madrid fühlt sich wie der sichere Sieger. Doch dann kommt alles anders.

Sofort nach Wiederanpfiff macht Bayern den Anschlusstreffer. In der Folge drehen sie das Spiel. Am Ende steht es 2:3 und Real geht als Verlierer vom Platz. Sie haben sich zu sehr auf dem Ergebnis aus der 1. Halbzeit ausgeruht. Doch die Halbzeitführung war zu wenig.

Deine hervorragenden Bewerbungsunterlagen und die Einladung zum Job-Interview sind die Halbzeitführung

Das Spiel ist damit aber noch nicht gewonnen. Ein schlechtes Gespräch, also die verschlafene zweite Halbzeit, bedeutet das Aus. Du musst auch noch die letzten “Einwände” der Personaler und Verantwortlichen widerlegen.

Genau dazu ist das Bewerbungsgespräch da – um die letzten Bedenken der Personaler zu beseitigen. Bis jetzt passt alles, sonst hätten sie dich nicht eingeladen. Das Unternehmen will jetzt alle offenen Fragen für sich klären. Es ist für Unternehmen extrem teuer die falsche Person einzustellen. Das ist die größte Angst der Personaler.

Versetz dich in ihre Lage. Wenn sie die falsche Entscheidung treffen, dann kostet das dem Unternehmen enorm viel Geld (neue Ausschreibung, Zeitverlust, …). Das wiederum fällt negativ auf sie zurück und schwächt ihre Position im Unternehmen.

Dein Job ist, alle offensichtlichen Barrieren und offenen Punkte vorweg aus dem Weg zu räumen

Sehen wir uns ein paar offensichtliche und nicht so offensichtliche Einwände an und wie du damit umgehen kannst. Damit die Personaler nicht mehr skeptisch, sondern begeistert von dir sind.

1. Du hast relativ lange studiert

Wenn du relativ lange studiert hast, dann sollte es einen Grund dafür geben. Und der Grund ist nicht durchzechte Partynächte – zumindest nicht offiziell 🙂  Falls du zuerst etwas anderes studiert hast, dann kann das die Lösung für das Problem sein…

Vielleicht hast du zuerst 2 Semester JUS studiert und bist dann auf etwas Wirtschaftliches gewechselt. Das ist kein negativer Punkt, sondern eine Chance für dich.

Du kannst damit beweisen, dass du genau weißt, was du willst

JUS ist es nicht, deshalb hast du gewechselt und jetzt weißt du genau, dass deine Stärken im Konzerncontrolling liegen. Perfekt – aber das musst du den Personalern auch vermitteln. Du nimmst ihnen damit die Angst, dass du nach 2 Monaten realisierst, dass die Richtung doch nichts für dich ist.

Vielleicht hast du Mathematik studiert und wirklich lange gebraucht. Was ist der Grund dafür? Kommst du aus einer Schule, in der kein Riesenfokus auf Mathematik gelegt wurde? Hast du dir deshalb in den ersten Semestern schwergetan? Haben deine Studienkollegen aus den ersten Semestern zum Großteil aufgegeben, aber du hast es trotz der Anfangsschwierigkeiten durchgezogen?

Das muss das Unternehmen wissen. Damit beweist du Durchhaltevermögen, Lernfähigkeit und Ehrgeiz. Mach’ den scheinbaren Nachteil zu einem Vorteil.

2. Du suchst schon länger nach einem Job

Dein Studienabschluss ist schon 5-6 Monate her, aber du hast noch immer keinen Job. Was denkt sich der Personaler?

“Hmm, irgendetwas passt nicht, sonst hätte die Person doch schon einen Job…”

Im worst-case Szenario wirst du gar nicht mehr eingeladen, da es die Personaler als Zeitverschwendung sehen dich einzuladen. Du musst den Elefanten im Raum ansprechen.

Was ist der Grund, dass du noch keinen Job hast?

Hast du eine längere Reise nach dem Studienabschluss gemacht? Hattest du bereits eine Zusage die 3 Monate im Voraus lag und die Stelle wurde dann leider wieder gestrichen?  Du brauchst einen sinnvollen Grund für diese Lücke im Lebenslauf. Wir empfehlen niemals unehrlich zu sein, aber das ist einer der Fälle in denen du eine Notlüge brauchen könntest.

Der beste Weg ist natürlich die Situation zu vermeiden

Versuche 3-4 Monate vor Studienabschluss, mit dem konkreten Bewerbungsprozess zu beginnen (=dich für Stellen zu bewerben). Das verringert die Wahrscheinlichkeit, dass dir das passiert. Wenn du dich eben doch in der Situation befindest, dann sprich es deutlich von dir aus an und begründe es. In dem Fall solltest du das unbedingt bereits in deinen Unterlagen aus dem Weg räumen.

  • “Ihnen ist vielleicht die Lücke zwischen Studienabschluss und dieser Bewerbung aufgefallen…” ist ein guter Start dafür.

3. Du bist frisch von der Uni und hast noch keine Berufserfahrung

Wir haben den Punkt im Detail in einem eigenen Artikel behandelt: “Wie kannst du den Job bekommen – selbst wenn du NULL Berufserfahrung hast?“.

Welche Einwände sind nicht so offensichtlich?

Sagen wir du und deine beste Freundin bewerben sich beim gleichen Unternehmen für die selbe Stelle. Ihr studiert an der selben Hochschule, belegt die exakt gleichen Kurse und bekommt die selben Noten. Eure Unterlagen sind designtechnisch exakt gleich.

Du legst im Lebenslauf und vor allem im Interview einen Fokus darauf, dass du mit lebendigen Beispielen zeigst, dass du kommunikativ und teamorientiert bist. Deine Freundin legt den Fokus darauf zu zeigen, dass sie selbständig arbeiten kann.

Wer bekommt den Job?

Die Frage ist unmöglich zu beantworten, wenn wir nicht wissen um welchen Job es geht, aber vor allem was bei diesem Job und diesem Unternehmen WIRKLICH wichtig ist. Ich habe einfach drei Eigenschaften ausgewählt für das obige Beispiel.

Weißt du im Detail, worauf es den Personalern für den jeweiligen Job wirklich ankommt? Du kannst das am besten formulierteste Anschreiben und die spannendsten Antworten im Vorstellungsgespräch haben – aber was, wenn du auf Eigenschaften den Fokus legst, die für das Unternehmen irrelevant sind?

Damit dir genau das nicht passiert, haben wir am Ende des Artikels etwas für dich…

Die größten Barrieren solltest du bereits in den Bewerbungsunterlagen klären

Die lange Studiendauer oder eine lange Jobsuche darfst du in deinen Unterlagen nicht unkommentiert lassen. Dein Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sollten so gut wie möglich alle Barrieren aus dem Weg räumen. Die Gesamtstory die du in deinem Anschreiben und Lebenslauf erzählst, muss genau auf den Job und das Unternehmen passen. Es wird aber immer offene Punkte und Nachfragen geben.

Personaler gehen wie die Raptoren in Jurassic Park

Wenn sich Personaler deine Unterlagen ansehen, dann gehen sie wie die Raptoren in Jurassic Park vor. Sie suchen nach Schwachstellen in den elektrischen Zäunen (in dem Fall deine Unterlagen). Falls du kein Jurassic Park Fan bist, dann stell dir vor die Personaler sind die Rebellen bei Star Wars und auf der Suche nach den Schwächen des Todessterns.

Ja, ich habe gerade deine Unterlagen mit dem Todesstern verglichen. Falls du auch kein Star Wars Fan bist – sorry ein dritter Vergleich fällt mir im Moment nicht ein.

Es ist fast unmöglich, dass du alle Einwände vorab aus dem Weg räumst

Selbst wenn du das schaffst, wird es Nachfragen geben. Sei darauf vorbereitet. Sei selbst der Raptor oder die Rebellion und nimm deine Unterlagen auseinander. Wo sind potenzielle Schwachstellen? Wie kannst du sie sofort ausmerzen, was wirst du im Bewerbungsgespräch genauer erklären müssen?

Wenn du dir deine Unterlagen durchliest, solltest du sie kritisch betrachten. Je kritischer du bist, desto weniger Angriffspunkte gibt es. Es geht darum, mögliche Schwachstellen schon im Vorhinein zu antizipieren, damit du sie sofort aus dem Weg räumen kannst oder darauf vorbereitet bist.

Merk’ dir folgendes

  • Deine Bewerbungsunterlagen sind der Türöffner zum Interview. Im Interview musst du die letzten Einwände und Barrieren aus dem Weg räumen.
  • Die großen und offensichtlichen Einwände gehören bereits in deinen Unterlagen geklärt. Ansonsten wirst du vielleicht gar nicht eingeladen.
  • Es ist fast nicht möglich, dass du alle Barrieren in den Unterlagen bereits ansprichst. Sei dir über potenzielle Schwachstellen bewusst und überleg dir wie du im Interview mit Fragen dazu umgehst.

Egal ob du die Einwände vorab aus dem Weg räumst oder du im Job-Interview damit konfrontiert wirst. Erst mit dem Schlusspfiff – also der Vertragsunterzeichnung – ist das Spiel gewonnen.

Das Ganze beginnt damit, dass du überhaupt weißt, was die Unternehmen wollen…

Deine nächsten Schritte?

In Modul 1 von „Vom Studium zum Traumjob“ behandeln wir im Detail wie du vorab praktisch die Gedanken der Personaler lesen kannst.

Falls du wissen willst wie du die perfekten Unterlagen erstellst um selbst Personaler zu beeindrucken die schon alles gesehen haben (Modul 3) oder Weltklasse beim Bewerbungsgespräch wirst, selbst wenn du noch nie eines gehabt hast (Modul 4)…

Dann sieh dir unseren kostenfreien “Vom Studium zum Traumjob” – Kurs an.

Zeigefinger
Autor: Florian Märzendorfer

Fan von indischem Essen, Finanzplaner & Co-Founder von FiP.S.

Hasst Strandurlaube & verabscheut Beistrichregeln.

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