Fragen beim Bewerbungsgespräch: die 3 wichtigsten Tipps | FiP.S

Die 3 wichtigsten Fragen im Bewerbungsgespräch

Vorstellungsgespräch Fragen

In diesem Artikel geht es um die 3 wichtigsten Fragen im Bewerbungsgespräch und wie du perfekt auf sie antwortest. Auf dich warten Wort-für-Wort Beispiele und die Kniffe, die jeden Personaler beeindrucken.

Die wichtigsten Erkenntnisse
  •  Die drei großen Fragen im Bewerbungsgespräch sind: „Erzählen Sie mir etwas über sich“, „Warum sollten wir Sie einstellen?“ und „Was wollen Sie verdienen?“. Auf alle drei musst du vorbereitet sein. 
  • Bei „Erzählen Sie mir etwas über sich“ nicht den Lebenslauf nacherzählen. Den kennen die Personaler schon. Mach eine Stärken-Frage daraus und überzeug mit echten Beispielen. 
  • Die Frage „Warum sollten wir Sie einstellen?“ kannst du nur gut beantworten, wenn du vorher intensiv zum Unternehmen recherchiert hast. Ohne Recherche bleiben nur 08/15 Antworten. 
  • Beim Gehalt: Nenn eine recherchierte Range und positioniere dich am oberen Ende. Du gibst damit eine kleine Arbeitsprobe ab, wie du auch im Job vorbereitet und verhandlungssicher auftrittst. 
  • Schwächen ehrlich benennen, mit Beispiel belegen und zeigen, dass du daran arbeitest. Stärken als Schwächen zu verkaufen ist Bullshit-Bingo Material. 
  • Eigene Fragen vorbereiten. Die richtige Frage kann der Grund sein, warum du im Kopf der Personaler bleibst. 
Was hat dein Vorstellungsgespräch mit Rasierpinseln und dem ersten Weltkrieg zu tun?

Während des ersten Weltkriegs herrschte die Meinung, dass Gasmasken besser funktionieren, wenn die Träger glatt rasiert sind. Aus diesem Grund verteilten die Amerikaner unter ihren Soldaten Rasiersets – bestehend aus Rasierpinsel, Seife und Rasierer. Doch dabei begangen sie einen folgenschweren Fehler.

Viele der Rasierpinsel waren aus Pferdehaaren. Diese Pferdehaare waren mit Anthrax kontaminiert. Aufgrund der unvermeidbaren kleinen Schnitte und Verletzungen beim Rasieren, infizierten sich die Soldaten mit dem Anthrax und wurden krank.

Die Amerikaner infizierten ihre Soldaten nicht bewusst. Es passierte, da sie die Pferdehaare vor der Verwendung für die Rasierpinsel nicht desinfizierten. Sie übersahen diesen simplen Schritt in der Vorbereitung.

Wenn es um das Vorstellungsgespräch geht, dann wird ebenfalls häufig ein simpler Schritt vergessen: Die ausreichende und intensive Vorbereitung auf die großen Fragen im Bewerbungsgespräch. 

So bereitest du dich auf Fragen im Bewerbungsgespräch vor

Du musst wissen, welche Fragen in welchen Variationen gestellt werden.

Die drei großen Fragen sind:

  • „Erzählen Sie mir etwas über sich“
  • „Wieso wollen Sie bei uns arbeiten / Wieso sollten wir Sie einstellen?“ und
  • „Was haben Sie sich vorgestellt bei uns zu verdienen?“

Unternehmen erwarten, dass du auf solche Fragen vorbereitet bist und nicht vor dich hinstammelst. Deine Antworten müssen auf den Punkt sein und mit konkreten Beispielen untermauert werden. Dass du „teamfähig“ oder „belastbar“ bist, interessiert niemanden, solange du nicht erzählen kannst, wann und wie du das tatsächlich unter Beweis gestellt hast.

Wir starten mit der ersten Frage…

1.

“Erzählen Sie mir etwas über sich”

Die perfekte Antwort…

Was Personaler mit dieser Frage herausfinden wollen

Wenn es zu dem Teil im Vorstellungsgespräch kommt, bei dem dir Fragen gestellt werden, ist die Aufforderung “Erzählen Sie mir etwas über sich” sehr häufig die erste Frage. Bei manchen Unternehmen musst du vielleicht sogar eine kurze Selbstpräsentation machen. Personaler wollen ein erstes Gefühl bekommen: Wer bist du und wie präsentierst du dich? Stimmt der Eindruck des Lebenslaufs und Anschreibens mit dem Eindruck im persönlichen Gespräch überein?

Wie du deine Antwort sinnvoll strukturierst

Die meisten Kandidaten antworten so: 

  • “Ich habe gerade mein XY-Studium an der ABC-Universität beendet und möchte jetzt im blablabla…”
Ich Ich Ich im Interview

Fast alle erzählen chronologisch in irgendeiner Art und Weise ihren Lebenslauf als Aneinanderreihung von Daten und Fakten. Du machst das ab jetzt nicht mehr. Deinen CV kennen die Verantwortlichen schon. Du willst, dass die Personaler munter werden und merken, dass du nicht die selben 08 / 15 Antworten gibst wie alle anderen.

Warum du nicht einfach deinen Lebenslauf nacherzählen solltest

Du musst ihnen etwas “Neues” erzählen

  • “Meinen Ausbildungsweg kennen sie ja schon, ich erzähle ihnen am besten vielleicht gleich etwas, dass man nicht sofort aus dem Lebenslauf herausliest. Und zwar was mich ausmacht und was ich gut kann…”

Und dann machst du eine Stärken-Frage daraus und erzählst 2-3 Stärken von dir – untermauert mit echten Beispielen. Du kannst hier dann natürlich auf Teile in deinem Lebenslauf verweisen (für mehr zum Thema Lebenslauf schreiben – folge dem Link), mit denen du eine Eigenschaft bzw. Stärke von dir beweist.

Diese Stärke oder Eigenschaft muss natürlich für das Unternehmen relevant sein. Erzähl’ nicht von deinen unglaublichen Russisch-Kenntnissen, wenn Russisch für das Unternehmen völlig irrelevant ist.

Wie du auf die Frage nach deinen Schwächen (wenn wir schon von Stärken sprechen) antwortest, kannst du in unserem Artikel Schwächen im Bewerbungsgespräch – Wie antwortest du auf die Schwächen-Frage, ohne dich selbst aus dem Job-Rennen zu nehmen? nachlesen.

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Checkliste
2.

Warum sollten wir Sie einstellen?” und “Warum wollen Sie bei uns arbeiten?”

Worauf’s wirklich ankommt…

Was hinter diesen Fragen steckt

Die Frage “Wieso sollten wir Sie einstellen?” ist vermutlich die “Mutter” aller Vorstellungsgesprächsfragen. Im Grunde dreht sich fast jede Frage genau um das Thema.

Die “richtige” Antwort setzt voraus, dass du über das Unternehmen und die Position Bescheid weißt.

Auswahl Vorstellungsgespräch

Und das musst du dann auch zeigen. Du könntest die am besten formulierte Antwort mit einer super Geschichte haben… aber was wenn du damit etwas beweist, das für das Unternehmen irrelevant ist. Das oben erwähnte Russisch Beispiel liegt auf der Hand – das gleiche gilt aber auch für alle anderen Eigenschaften. Was ist für den Job wichtig? Teamfähigkeit? Ehrgeiz? Zahlenaffinität?

Die Antwort musst du bereits vorab in deiner Recherche gefunden haben. Nur so kannst du eine wirklich sinnvolle Antwort auf die Frage geben.

Warum die Vorbereitung auf das Unternehmen entscheidend ist

Egal ob “Warum sollten wir Sie einstellen?” oder “Warum wollen Sie bei uns arbeiten?”  – wenn deine Antwort in die Richtung Ich will Erfahrungen im XY-Bereich sammeln…” geht oder generell stark auf das fokussiert ist was DU willst, dann vergiss folgendes nicht…

Das Unternehmen interessiert sich nur dafür was du willst, wenn du vorher gezeigt hast, dass du

  • a) weißt was das Unternehmen braucht und
  • b) genau das mitbringst.

Das heißt, die Antwort auf die Frage “Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?”, sollte beides zeigen.

Wie du Motivation und Mehrwert sinnvoll verbindest

Die Werte & Anforderungen des Unternehmens decken sich mit deinen Werten und Skills. Genau das muss deine Antwort zeigen. Das “Schwierige” an dem Ganzen ist dann nur mehr die Recherche.

Modul 1 in unserem Online-Kurs für (angehende) JungakademikerInnen – “Vom Studium zum Traumjob” beschäfigt sich deshalb ausschließlich mit der richtigen Recherche.

Für einen Deep-Dive rund um die Frage kannst du dir unseren Artikel “Warum wollen Sie bei uns arbeiten?” – Die perfekte Antwort auf diese Frage im Bewerbungsprozess durchlesen.

3.

“Was haben Sie sich gehaltlich vorgestellt?”

Wie du das Beste für dich rausholen kannst…

Warum die Gehaltsfrage im Bewerbungsgespräch wichtig ist?

Es gibt kein Vorstellungsgespräch, bei dem nicht auch über das Thema Gehalt gesprochen wird. Und es geht nicht nur darum, dass du ein entsprechendes Gehalt für dich rausholst. Die Frage nach dem Gehalt und deine Antwort darauf zeigt den HR-Managern viel mehr als deinen Gehaltswunsch.

Gehalt

Wie du deinen Gehaltswunsch vorbereitest

Du kannst mit der passenden Antwort und Herangehensweise folgendes beweisen:

  • Verhandlungsgeschick
    Verhandelst du generell? Sagst du einfach ja, zu jedem Angebot? Stell dir selbst die Frage wen ein Unternehmen lieber einstellt… Jemanden der später auch im Namen des Unternehmens gut verhandelt oder jemand, der eingeschüchtert ist und zu allem ja und Amen sagt?
  • Du bist top vorbereitet
    Wenn du insgesamt top vorbereitet bist, dann wäre es komisch wenn du plötzlich beim Thema Gehalt komplett blank bist. Es passt auch nicht zu einem selbstbewussten und guten Auftritt, wenn du beim Thema Gehalt plötzlich schwächelst. Zeig’, dass du auch hier vorbereitet bist, damit du das positive Gesamtbild von dir abrundest. Ein Unternehmen weiß, dass es für “Top Ware” (ja, ich hab dich gerade als Ware bezeichnet, sorry, du weißt was ich meine 😉 ) einen entsprechenden Preis zahlen muss.

Vor allem zeigt das auch wie du in Zukunft im Job vorbereitet bist – du gibst also damit eine kleine Arbeitsprobe ab. Also – wie könnte die Antwort aussehen?

Wie du deine Gehaltsspanne professionel formulierst

  • “Meine Recherche hat gezeigt, dass die Range für diese und ähnliche Positionen bei 2.800 € bis 3.100 € liegt. Aufgrund meiner besprochenen Qualifikationen [XY – hier kannst du nochmal auf das verweisen, was dich für den Job perfekt macht], sehe ich mich am oberen Ende dieser Range.”

Damit eröffnest du die Verhandlung.

Berechtigterweise wirst du dich jetzt fragen:

  • Ja, aber woher weiß ich, wie ich die Range ansetzen soll?
  • Was soll ich machen, wenn mir nicht das angeboten wird, was ich mir vorstelle? Wie gehe ich damit um?

Die Fragen lassen sich nicht in zwei Absätzen beantworten.

Genau diese zwei Fragen und noch viel mehr beantworten wir in unserem Kurs “Vom Studim zum Traumjob”.

Vom Studium zum Traumjob – das ultimative Bewerbungstraining für Uni- und FH-AbsolventInnen

Im kostenfreien Online-Kurs bekommst du unter anderem Wort-für-Wort Vorlagen, die Klienten von uns zu ihrem Traumjob verholfen haben. Von der richtigen Recherche, über die perfekten Antworten im Gespräch, bis hin zur Gehaltsverhandlung.

Wir machen hier noch mit ein paar Bonusfragen bzw. Themen weiter, die deine Performance im Vorstellungsgespräch massiv verbessern werden…

Typische Schwächen im Bewerbungsgespräch richtig einordnen

Wir haben über Schwächen im Bewerbungsgespräch schon intensiv geschrieben. Hier eine kleine Zusammenfassung.

Die Frage nach den Schwächen kommt fast immer. Und zwar in vielen Varianten:

  • Mal direkt: „Was ist Ihre größte Schwäche?“
  • Mal verpackt: „Was möchten Sie in den nächsten 6 Monaten an sich verbessern?“
  • Und manchmal mit etwas Druckaufbau: „Wenn ich Ihre ehemaligen Vorgesetzten anrufe… was würden die mir sagen?“

Du musst also mehr als eine Schwäche parat haben und wissen, wie du sie richtig rüberbringst.

Warum die Schwächen-Frage gestellt wird

Die meisten denken sich: „Die Frage ist komplett sinnlos. Wer erzählt schon echte Schwächen?!“ Das wissen Personaler natürlich auch. Gestellt wird sie trotzdem, weil du mit deiner Antwort vielleicht mehr über dich verrätst, als dir bewusst ist. Und das gilt genauso für „fake“ Antworten oder gar keine Antwort.

Welche Antworten glaubwürdig wirken

Fass die Schwäche in einem Satz zusammen, mit einer subtilen Relativierung („früher“, „manchmal“, „gelegentlich“). Dann erzählst du ein konkretes Beispiel. Und zum Schluss zeigst du, wie du daran arbeitest, die Schwäche in den Griff zu bekommen.

Ein Beispiel: „Früher, vor allem in meiner Schulzeit, war Präsentieren nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung. Deshalb hab ich in den letzten Semestern bewusst Kurse gemacht, bei denen ich präsentieren musste. Mittlerweile bin ich deutlich besser, würde es aber vermutlich noch als Schwäche bezeichnen.“

Was passiert hier? Echte Schwäche, Bewusstsein darüber und eine Gegenstrategie. Kleine Details wie „früher“ am Anfang und „vermutlich“ am Ende relativieren das Ganze subtil. Und wenn du dann noch einen konkreten Kursnamen einbaust, nimmt dir das dein Gegenüber zu 100% ab. Genau so bleibst du im Kopf der Personaler. Wie du das System im Detail anwendest, erfährst du im eingangs bereits erwähnten Artikel zum Thema Schwächen im Bewerbungsgespräch.

Was du besser vermeiden solltest

Stärken als Schwächen verkaufen. „Ich bin zu perfektionistisch“ oder „Manchmal arbeite ich einfach zu viel.“ Bei 150 Interviews hört der Personaler das 140 mal. Er spielt vermutlich schon Bullshit-Bingo mit seinen Kollegen. Du zeigst damit nur, dass du kurz mal gegoogelt hast und denselben Blödsinn erzählst wie alle anderen.

KO-Kriterien nennen. Stell dir eine Konzipientin vor, die sagt, ihre größte Schwäche sei „Recherchieren“. Mehr KO geht nicht. Außer du kommst betrunken zum Interview 😉 Unpünktlichkeit ist übrigens auch keine Schwäche, sondern der Grund, warum du den Job nicht bekommst.

Gar keine Antwort haben. Wenn du nichts sagst oder behauptest, du hast keine Schwächen, dann fragt sich der Personaler: Kennt der sich selbst nicht? Versucht er, was zu verstecken? Hat sie sich nicht vorbereitet? Keine dieser Interpretationen ist wirklich cool für dich.

Sehen wir uns noch an, wie du dich generell top vorbereiten kannst…

Bewerbungsgespräch Tipps für eine bessere Vorbereitung 

Stell dir Marco Odermatt oder einen anderen Skistar vor. Wir sehen 50 Sekunden eines Laufs. Was wir nicht mitbekommen: Monate an Vorbereitung, unendliche Stunden in der Kraftkammer, Techniktraining, Mentaltraining. Ohne dem landet ein Top-Athlet weit hinten. Genauso ist es im Bewerbungsprozess. Die meisten bereiten sich nicht wirklich sinnvoll vor. Wenn du es richtig machst, hast du einen riesigen Vorsprung. Mehr dazu kannst du in unserem Artikel zur Vorbereitung auf’s Bewerbungsgespräch nachlesen. Ein oftmals unterschätzter Punkt ist:

Recherche zum Unternehmen

Wie viele Bewerber beschäftigen sich wirklich intensiv mit dem Unternehmen, bei dem sie sich bewerben? Richtig gut machen es ca. 5 %. Dabei ist die Recherche die Basis für alles. Ohne sie schreibst du 08/15 Bewerbungen und gibst im Gespräch 08/15 Antworten.

Schau dir mehrere Stellenanzeigen für deine Position an und sammel, welche Skills immer wieder vorkommen. Für Positionen, für die du dich wirklich bewerben willst, geh‘ ins Detail: Lies die Unternehmenswebseite durch, google nach Interviews mit dem Vorstand, schau dir die Konkurrenz an. Ein Klient von uns hat bei einem namhaften Industriebetrieb im Vorstellungsgespräch detaillierte Fragen zur Produktpalette bekommen, obwohl er sich nicht im Vertrieb beworben hat. Unterschätze diesen Part nicht.

Und wenn möglich: Sprich mit echten Menschen, die dort arbeiten oder gearbeitet haben. Frag spezifische Dinge wie „Was machen die meisten Bewerber falsch?“ oder „Was ist die wichtigste Eigenschaft für diese Position?“. Experten brennen darauf, endlich darüber zu reden, was sie nervt. Von diesem Wissen profitierst du enorm. Nach diesen Schritten bist du besser vorbereitet als 90 % der Konkurrenz.

Das war jetzt etwas schnell und kurz, oder? Das erste Modul unseres kostenlosen Bewerbungstrainings „Vom Studium zum Traumjob“ beschäftigt sich intensiv mit dem Thema „Recherche zum Unternehmen“. Mehr Infos zu Vom Studium zum Traumjob bekommst du, indem du dem Link folgst 😉

Eigene Beispiele und Stärken vorbereiten

Unternehmen erwarten, dass du auf die typischen Fragen vorbereitet bist und nicht vor dich hinstammelst. Deine Antworten müssen auf den Punkt sein und mit konkreten Beispielen untermauert werden. Dass du „teamfähig“ oder „belastbar“ bist, interessiert niemanden, solange du nicht erzählen kannst, wann und wo du das tatsächlich unter Beweis gestellt hast.

Starte dein eigenes Leistungstagebuch. Schreib ab sofort jede relevante Leistung und Erfahrung rein. Am besten mit Zahlen: „Mehr als 5.000 Studenten nutzen monatlich die Plattform“ klingt beeindruckender als „ein E-Learning Projekt“. Als Schema für deine Antworten im Gespräch nimm das STAR-Prinzip: Situation, Task, Action, Result. Damit landest du bei ca. 30 Sekunden bis 2 Minuten pro Antwort. Zu kurz wirkt unvorbereitet, zu lang schläfert ein.

Eigene Fragen für das Gespräch notieren

Jedes Unternehmen erwartet, dass du eigene Fragen stellst. Mit den richtigen Fragen bleibst du im Kopf der Personaler. Mit 08/15 Fragen nicht. Im Worst Case können dich schlechte Fragen sogar disqualifizieren.

Eine Frage, die unsere Klienten seit Jahren einsetzen und die tausendfach getestet ist: „Was muss in einem Jahr passiert sein, damit Sie mir sagen, es war die beste Entscheidung, mich einzustellen?“ Wenn ich Kinder hätte, dann würde ich mir wünschen, dass sie diese Frage heiraten. Weil sie so perfekt ist 😀 Von jetzt an solltest du kein Vorstellungsgespräch mehr führen, wo du sie nicht anbringst.

Welche weiteren Fragen du stellen kannst und wie du sie im Gespräch am besten platzierst, haben wir im Artikel 6 eigene Fragen die deine Jobchancen massiv steigern im Detail aufbereitet.

Video: die wichtigsten Fragen im Überblick

Eine konkrete 4. Frage habe ich noch für dich: 

“Wo sehen Sie sich selbst in 5 Jahren?”

Worauf zielt diese Frage ab? 

Der Hintergrund dieser Frage ist folgender… 

Hast du einen groben Plan für dich und dir darüber Gedanken gemacht? Oder ist die Antwort auf die Frage: “Ja, hmm, gute Frage…”. 

Zukunft

Unternehmen suchen Leute die strukturiert sind und wissen was sie wollen. Das lässt darauf schließen, dass du auch im Arbeitsleben einen Plan hast. Vermeide es konkrete Positionen in der Firma zu nennen – also sowas wie: “Abteilungsleiter im Marketing hier bei euch”. Der Marketingleiter denkt sich dann vielleicht, dass du jetzt schon am Stuhl von ihm sägst 😉

Personaler wollen keine Fehlentscheidung treffen

Wenn für dich die Position nur eine Übergangslösung ist, dann ist das für die Personaler nicht optimal bzw. ein KO-Kriterium. Du solltest mit deiner Antwort deshalb den HR-Managern die Angst nehmen, dass du sofort wieder weg bist.

Die Frage eignet sich allgemein auch hervorragend für eine Gegenfrage
  • “… das ist übrigens eh eine Frage von mir, die ich habe: Wie sieht die Planung für die Position in den nächsten 3 -5 Jahren aus? Was ist die typische Entwicklung und welche Möglichkeiten gibt es?”

Damit signalisierst du nochmals dein echtes langfristiges Interesse am Job und am Unternehmen.

Für noch mehr Fragen und Antworten im Bewerbungsgespräch folge dem Link.

Fazit: Mit guter Vorbereitung sicherer ins Bewerbungsgespräch

Als (angehender) Uni- oder FH-Absolvent wirst du eine Vielzahl von Fragen in deinen Vorstellungsgesprächen bekommen. Die 3 großen, die du in fast jedem Gespräch beantworten musst, sind:

  1. „Erzählen Sie mir etwas über sich!“ – hier musst du dich darauf konzentrieren, nicht einfach nur den Lebenslauf herunterzubeten.
  2.  „Wieso sollten wir gerade Sie einstellen?“ und „Wieso wollen Sie bei uns arbeiten?“ Damit du das richtig beantworten kannst, musst du vorab ausreichend recherchieren.
  3.  „Was wollen Sie bei uns verdienen?“ Mit der passenden Antwort verdienst du nicht nur von Anfang an mehr Geld, sondern beweist dem Unternehmen sofort, dass du ein absoluter Top-Kandidat bist.

FAQs – Häufige Fragen

Welche Fragen kommen im Bewerbungsgespräch am häufigsten vor?

Die drei großen Fragen, die in fast jedem Gespräch kommen: „Erzählen Sie mir etwas über sich“, „Warum sollten wir Sie einstellen?“ bzw. „Warum wollen Sie bei uns arbeiten?“ und „Was haben Sie sich gehaltlich vorgestellt?“. Dazu kommt sehr häufig die Frage nach deinen Schwächen und „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“. Auf alle diese Fragen musst du vorbereitet sein.

Wie antworte ich auf die Frage „Erzählen Sie mir etwas über sich“?

Nicht einfach chronologisch den Lebenslauf nacherzählen. Den kennen die Personaler schon. Sag stattdessen sowas wie: „Meinen Ausbildungsweg kennen Sie ja schon, ich erzähle Ihnen am besten gleich etwas, das man nicht sofort aus dem Lebenslauf herausliest.“ Dann machst du eine Stärken-Frage daraus und erzählst 2 bis 3 Stärken von dir, untermauert mit echten Beispielen. Diese Stärken müssen natürlich für das Unternehmen relevant sein.

Was kann man auf Schwächen im Bewerbungsgespräch antworten?

Nenn eine echte Schwäche, relativiere sie subtil („früher“, „manchmal“), bring ein konkretes Beispiel und zeig, wie du daran arbeitest. Auf keinen Fall Stärken als Schwächen verkaufen („Ich bin zu perfektionistisch“), KO-Kriterien nennen oder gar keine Antwort haben. Alles dazu findest du in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Schwächen im Bewerbungsgespräch.

Wie bereite ich mich auf das Bewerbungsgespräch vor?

Schnapp dir eine Freundin oder einen Freund und übt das Gespräch gemeinsam. Einer spielt Interviewer, der andere Bewerber. Nimm dich dabei mit dem Handy auf und achte danach auf drei Dinge: Redest du zu schnell? Lächelst du genug? Und klingst du monoton oder auswendig gelernt? Die meisten Bewerber machen sich diese Mühe nicht. Genau deshalb hast du damit schon einen riesigen Vorsprung. Mehr dazu in unserem Artikel zur Vorbereitung auf’s Bewerbungsgespräch.

Wie nennt man den Gehaltswunsch im Bewerbungsgespräch?

Nenn eine recherchierte Range und positioniere dich am oberen Ende. Zum Beispiel: „Meine Recherche hat gezeigt, dass die Range für diese und ähnliche Positionen bei 2.800 € bis 3.100 € liegt. Aufgrund meiner besprochenen Qualifikationen sehe ich mich am oberen Ende.“ Damit eröffnest du die Verhandlung und zeigst gleichzeitig, dass du vorbereitet bist und dich nicht unter Wert verkaufst. Wirklich detailliert beschäftigt sich Modul 4 von Vom Studium zum Traumjob damit…

Wie kannst du jetzt sicherstellen, dass du im gesamten Bewerbungsprozess nichts übersiehst? Damit du eben nicht so einen entscheidenden Schritt wie die Desinfektion der Rasierpinsel vergisst. 

Dein Karrierestart soll ja nicht kränkeln

Welche Gehaltsrange solltest du für dein Studium ansetzen? Wie gehst du damit um, wenn du nicht das angeboten bekommst, was du dir vorstellst? 

Wie recherchierst du richtig, damit du die Frage “Warum sollten wir Sie einstellen?” so beantwortest, dass die Personaler “WOW” sagen? 

Wie geht’s weiter?

Wenn du deinen Bewerbungsprozess verbessern willst, dann ist der erste Schritt der ultimative Bewerbungs-Toolkit…

Wenn du die Antwort auf eine der anderen Fragen haben möchtest und noch vieles mehr…

Sieh dir unseren kostenfreien „Vom Studium zum Traumjob“ – Onlinekurs an. Im Kurs erhältst du unter anderem Wort-für-Wort Vorlagen, die Klienten von uns zu ihrem Traumjob verholfen haben.

Ah ja, der Kurs ist aktuell noch kostenfrei und wenn du dir deinen Platz sicherst, bleibt er das für dich auch für immer.

Aufgepasst
Autor: Florian Märzendorfer

Co-Founder von FiP.S & Experte für Finanz-, Versicherungs- und Karrierethemen

Florian ist Co-Founder von FiP.S, einem auf Akademiker spezialisierten Finanz- und Versicherungsunternehmen. DerStandard, Die Presse, die Salzburger Nachrichten und zahlreiche andere Medienunternehmen berichten regelmäßig über seine Einschätzungen zu Finanz- und Karrierethemen. Zudem hält er Vorträge an Fachhochschulen und Universitäten in ganz Österreich und zählt zu den gefragtesten Experten für Uni- und FH-Absolventen, wenn es um Finanzplanung und Karriere geht.

Außerdem ist er Fan von indischem Essen, hasst Strandurlaube & verabscheut Beistrichregeln.

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