Haushaltsversicherung in Österreich: Was sie kostet und was wirklich drin ist
Inhaltsverzeichnis
- Wann du eine Haushaltsversicherung brauchst
- Was eine Haushaltsversicherung in Österreich abdeckt
- Wie hoch die Versicherungssumme sein sollte
- Was eine Haushaltsversicherung in Österreich kostet
- Kündigung und Wechsel: Was du wissen solltest
- Fazit: Günstig ist gut, aber die richtigen Bedingungen sind besser
- Häufige Fragen zur Haushaltsversicherung
In diesem Artikel nehmen wir die Haushaltsversicherung in Österreich genau unter die Lupe. Du erfährst, wann du eine brauchst, welche Schäden gedeckt sein sollten, wie hoch die Versicherungssumme sein muss und was das Ganze kosten darf. Außerdem zeigen wir dir, worauf es beim Vergleich wirklich ankommt.
- Eine Haushaltsversicherung ist in Österreich nicht gesetzlich verpflichtend. Dein Vermieter darf sie aber im Mietvertrag verlangen und sinnvoll ist sie praktisch immer.
- Sie besteht aus zwei Teilen: dem Schutz für deinen Wohnungsinhalt (Feuer, Leitungswasser, Sturm, Einbruchs-Diebstahl, Glasbruch & Co) und deiner Privathaftpflichtversicherung.
- 100 % grobe Fahrlässigkeit und Assistance-Leistungen sollten bei deiner Haushaltsversicherung Standard sein, keine Extras.
- Versicherungssumme: Für die meisten Wohnungen reichen ca. 1.000 € pro Quadratmeter. Die Quadratmetermethode bringt dir im Regelfall einen Unterversicherungsverzicht, die Versicherungssumme bleibt aber immer die Obergrenze der Entschädigung.
- Kosten: Je nach Wohnungsgröße meist rund 8 bis 15 € pro Monat, bei 50 m² z. B. ca. 100 € pro Jahr. Entscheidend ist nicht der billigste Preis, sondern das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Kündigen kannst du die meisten Haushaltsversicherungen nach 3 Jahren zur Hauptfälligkeit mit einem Monat Frist (selten auch drei Monate Kündigungsfrist). Achte dabei auf eine mögliche Dauerrabattrückforderung.
Wir schreiben 1979 und Bill Walsh hat gerade als Head Coach bei den San Francisco 49ers angeheuert. Im ersten Jahr gewinnt er nur 2 von 16 Spielen. Doch 3 Jahre später feiern die 49ers den Gewinn des Superbowls. Wie hat Bill Walsh das geschafft?
Als er die 49ers übernahm, fokussierte er sich nicht darauf, Spiele zu gewinnen – was basierend auf seinem ersten Jahr vermutlich auch psychologisch eine gute Idee war. Aber er implementierte einen Standard of Performance: Was muss getan werden? Wann? Wie?
Das inkludierte scheinbar triviale Details wie: Trainings werden auf die Minute genau geplant. Trainer müssen eine Krawatte tragen. Der Umkleideraum muss immer ordentlich und sauber sein.
Für Walsh war klar: „The score takes care of itself.“ Wenn die Spieler die Details beachten, dann werden sich die Erfolge automatisch einstellen.
So wie Walsh einen Standard of Performance einführte, musst du einen Standard an Anforderungen für deine Haushaltsversicherung haben. Es kommt im ersten Schritt nicht auf den Preis an. „The price takes care of itself“. Ob etwas teuer oder günstig ist, kommt auf die Leistung an. Und gewisse Leistungen brauchst du unbedingt. Bestimmte Details darfst du nicht übersehen. Dein Ziel sollte nicht die billigste Haushaltsversicherung sein, sondern die preis-leistungstechnisch Beste.
1. Wann brauchst du eine Haushaltsversicherung und wie hoch sollte die Versicherungssumme sein? Was ist zu viel, was ist zu wenig?
2. Was ist in der Haushaltsversicherung inkludiert und welche Schäden sind gedeckt? Welche nicht?
3. Wie schwierig oder einfach ist ein echter Vergleich einer Haushaltsversicherung? Und welchen Faktor kannst du nur schwer bis gar nicht vergleichen?
Und ja, nachdem wir einen Standard an Anforderungen definiert haben, sprechen wir auch darüber, was eine Haushaltsversicherung kosten darf.
Wann du eine Haushaltsversicherung brauchst
Pflicht oder freiwillig — und was Vermieter verlangen können
Eine gesetzliche Pflicht zur Haushaltsversicherung gibt es in Österreich nicht. Aber: Dein Vermieter darf den Abschluss im Mietvertrag verlangen und das passiert in der Praxis ziemlich oft. Steht so eine Klausel in deinem Mietvertrag, führt an der Haushaltsversicherung also ohnehin kein Weg vorbei. Und selbst wenn nicht: Freiwillig heißt nicht verzichtbar. Warum, siehst du gleich.
Mieter oder Eigentümer: Was der Unterschied bedeutet
Die Haushaltsversicherung deckt den Inhalt deiner vier Wände – Möbel, Geräte, Kleidung & Co – plus deine Privathaftpflicht. Und das brauchst du als Mieter genauso wie als Eigentümer. Der Unterschied liegt beim Gebäude selbst: Dafür ist eine eigene Gebäudeversicherung zuständig. In der Mietwohnung ist das Sache deines Vermieters. Bei einer Eigentumswohnung läuft die Gebäudeversicherung üblicherweise über die Hausverwaltung bzw. die Eigentümergemeinschaft. Und mit dem eigenen Haus brauchst du zusätzlich zur Haushaltsversicherung eine Eigenheimversicherung fürs Gebäude.
Ab wann eine eigene Police sinnvoll ist
Was ist, wenn dein Vermieter behauptet, dass er schon eine Haushaltsversicherung für die Wohnung hat und du keine brauchst? Dann brauchst du trotzdem eine Haushaltsversicherung oder zumindest eine Privathaftpflichtversicherung. Die Versicherung des Vermieters läuft nämlich in 99,99 % der Fälle NICHT auf deinen Namen. Somit bist du nicht privathaftpflichtversichert. Weiters kann es bei Beschädigung deiner Einrichtung zu Problemen kommen, denn die Haushaltsversicherung des Vermieters läuft eben NICHT auf deinen Namen und deckt damit auch meist nicht Schäden an deinem Inventar.
Was eine Haushaltsversicherung in Österreich abdeckt
Die zwei Hauptbestandteile: Hausrat und Haftpflicht
Der Haushaltsversicherung selbst und der Privathaftpflichtversicherung. Alles Wichtige zum Haftpflicht-Teil findest du in unserem eigenen Artikel: Privathaftpflichtversicherung Österreich. Der Haushaltsversicherungs-Teil gliedert sich dann nochmals in folgende Bausteine:
- Feuerversicherung
- Leitungswasserversicherung
- Sturmversicherung (inkl. anderer Naturereignisse)
- Einbruchs-Diebstahl-Versicherung
- Glasbruch-Versicherung
- Sonstige Deckungen (Vandalismus, benannte/unbenannte Gefahren, Assistance & Co)
Welche Schäden gedeckt sind — und welche nicht
Die Feuerversicherung ist relativ selbsterklärend: Durch ein Feuer wird deine Küche zerstört. Die Versicherung bezahlt den Schaden bzw. in dem Fall die neue Küche. Bei der Leitungswasserversicherung verursacht ein Rohrbruch, dass dein Kasten schimmelt und zu entsorgen ist. Die Leitungswasserversicherung bezahlt den Kasten (Die Reparatur des Rohrbruchs, Mauerwerk & Co bezahlt in dem Fall übrigens die Gebäudeversicherung).
Bei der Sturmversicherung werden – wie du unschwer ahnst – Schäden bezahlt, die ein Sturm verursacht. Einbruchs-Diebstahl benötigt auch keine spezielle Erklärung. Allerdings solltest du darauf achten, dass deine Haustüre immer versperrt ist – denn ohne Einbruchsspuren könnte es schwierig werden von der Versicherung etwas zu bekommen.
Die Glasbruch-Versicherung ist die einzige Sparte, die auch „Eigenschäden“ deckt. Nehmen wir an, dein Ceran-Feld geht beim Kochen zu Bruch – die Versicherung bezahlt die Reparatur. Im Grunde gilt das für die meisten Glasflächen in deiner Wohnung außer deiner Brille, Beleuchtungen oder dem Glas deiner Uhr. Das Glas muss allerdings kaputt sein – ein Kratzer oder das Absplittern einer Kante (also rein optische Schäden) reichen nicht aus.
Zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl an Extra-Deckungen. Angefangen vom Vandalismus über Kurzschluss und Überspannung bis hin zum Schlüsseldienst und Assistance-Leistungen wie einem Handwerker-Notservice.
Diese Teile gehören für uns zum Standard, den du immer versichert haben solltest. Manche Anbieter bieten dann noch zusätzliche Bausteine, bei denen diverse Eigenschäden versichert sind.
Dein Herd streikt und will nicht mehr erhitzen. Das ist zwar für deine Kochpläne suboptimal, die Versicherung bezahlt aber trotzdem nicht. Überlege selbst: Handelt es sich dabei um einen Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- oder anderen Schaden, den wir oben genannt haben?
Nein.
Sowas bekommst du auch nicht mit einem Zusatzbaustein, der Eigenschäden deckt, versichert. Wenn also Geräte kaputt werden, dann wird das niemals bezahlt. Ansonsten wäre die Haushaltsversicherung teurer (vermutlich 100 x teurer).
In Wahrheit soll dich die Haushaltsversicherung vor gröberen Schäden bzw. finanziellem (Total-)Verlust schützen (die ganze Wohnung brennt aus). In Österreich sind die Deckungen inzwischen so breit, dass auch viele Kleinigkeiten bezahlt werden. Grundsätzlich gilt bei Versicherungen aber sowieso: Kleinigkeiten versicherst du am besten gar nicht. Warum, liest du hier: Warum du keine Kleinigkeiten versichern solltest.
Welche Zusatzklauseln sinnvoll sind
- 100 % grobe Fahrlässigkeit
Falls du einen Schaden grob fahrlässig herbeiführst, dann steigen viele Versicherungen aus. Inzwischen kannst du das aber bei fast jedem Anbieter versichern. Die Preise dafür reichen von fast geschenkt bis zu überteuert.
Was ist grob fahrlässig? Die richtige Antwort darauf ist: Das entscheidet der Richter. Es gibt zwar OGH-Urteile mit Präzedenzfällen, aber am Ende des Tages gibt es keine Liste an grob fahrlässigem und nur leicht fahrlässigem Verhalten. Es wird eine Einzelfallentscheidung sein. Außer du hast die grobe Fahrlässigkeit zu 100 % versichert – dann ist gar keine Entscheidung notwendig. Die Versicherung muss zahlen.
- Assistance
Unter Assistance fallen bei einer Vielzahl der Versicherer die folgenden zwei Themen: Schlüsseldienst und Handwerkernotservice. Das sind keine Dinge, die bei einer Nicht-Versicherung dein finanzielles Leben zerstören werden, aber sie sind im Fall der Fälle besonders hilfreich.
Der Schlüsseldienst schützt dich vor überteuerten Anbietern, falls du dich aus Versehen aus deiner Wohnung aussperrst. Du rufst einfach bei der jeweiligen Hotline an und bekommst rasche Hilfe.
Der Handwerkernotservice ist in dem Zusammenhang meist inkludiert. Hier geht es um Fälle, in denen du schnell Unterstützung brauchst. Das kann zum Beispiel ein Wasserleck des Geschirrspülers um 22:00 Uhr am Sonntag sein. Auch hier bedienst du dich der Hotline – die Versicherung bezahlt die Arbeitszeit des Handwerkers (meistens gedeckelt mit 200 – 300 €; das reicht im Großteil der Fälle). Extra erwähnt werden sollte hier: Der Handwerkernotservice deckt auch Fälle, die nicht unter den klassischen Haushalts-Versicherungsschutz fallen (wie eben zum Beispiel die Reparatur des Wasserlecks beim Geschirrspüler).
Die Kosten der Haushaltsversicherung steigen durch diese Klauseln nicht dramatisch an. Eines darfst du bei all dem aber nicht vergessen: Eine Haushaltsversicherung bezahlt nicht alles – egal wie hoch die Kosten der Versicherung sind. Wenn du 2 Wochen in den Urlaub fährst und deine Fenster gekippt lässt, dann wird’s bei einem Einbruchs-Diebstahl schwierig, etwas von der Versicherung zu bekommen (speziell wenn du im Erdgeschoss wohnst). Auch der Sturmschaden, weil es in deine Wohnung geregnet hat, wird in dem Szenario nicht gedeckt sein. Und zwar nicht, weil das grob fahrlässig wäre, sondern weil es eine Obliegenheitsverletzung ist.
Weil das gerne verwechselt wird: Viele denken sich, ich habe grobe Fahrlässigkeit zu 100 % mitversichert, also kann mir so gut wie nichts passieren. Ganz so ist es leider nicht. Die Klausel zur groben Fahrlässigkeit greift, wenn du einen Schaden selbst verschuldest. Ein Klassiker wäre die brennende Kerze, die du beim Verlassen der Wohnung vergisst.
Daneben gibt es aber sogenannte Obliegenheiten. Das sind Verhaltensregeln, zu denen du dich mit dem Versicherungsvertrag verpflichtest. Typische Beispiele sind das Verschließen von Fenstern und Türen, wenn du die Wohnung verlässt, oder das Absperren der Wasserleitung bei längerer Abwesenheit. Verletzt du so eine Obliegenheit, kann die Versicherung ihre Leistung kürzen oder verweigern. Und das unabhängig davon, ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Das gekippte Fenster im Urlaub ist genau so ein Fall.
Wie hoch die Versicherungssumme sein sollte
Wie die Versicherungssumme berechnet wird
Das kommt stark auf deine Wohnung an. Falls du ein Gemälde von Leonardo Da Vinci in der Wohnung hast und deine Einrichtung vom teuersten Tischler der Stadt maßgefertigt wurde, dann wirst du eine höhere Versicherungssumme benötigen als Frugalisten, die nur einen Tisch, zwei Baumwolldecken, und ein Essbesteck, spendiert von der Mama, in ihrer Wohnung haben. Falls du deine Wände wirklich mit Kunst aus dem 15. Jahrhundert schmückst, dann gehört das extra versichert ?
Für die meisten „normalen“ Wohnungen reicht ca. 1.000 € pro Quadratmeter. Bei einer 50 m² Wohnung wären das 50.000 €.
Was bei Unter- oder Überversicherung passiert
Wenn der Inhalt deiner Wohnung 50.000 € wert ist, dann zahlt die Versicherung auch bei einer Versicherungssumme von 200.000 € nicht mehr als 50.000 € aus. Exzessive Versicherungssummen sehen am Papier nett aus, bringen in der Praxis aber nichts. Im Worst-Case kostet die Versicherung mehr, ohne dass du einen echten Vorteil hast.
Wenn dein Handy-Tarif 1.000 GB Datenvolumen pro Monat bietet, du aber noch nie mehr als 50 GB verbraucht hast, dann würden, wenn du auf Nummer sicher gehen willst, auch 100 GB reichen. Die entscheidende Frage ist: Bezahlst du die 1.000 GB extra? Wäre es günstiger, wenn du nur 100 GB hast?
Das gleiche gilt für zu hohe Versicherungssummen. Eine zu hohe Versicherungssumme hat keinen Vorteil (die 1.000 GB könntest du irgendwann vielleicht sogar wirklich brauchen – die zu hohe Versicherungssumme nie).
Ist deine Versicherungssumme zu niedrig, bist du unterversichert – und die Versicherung darf im Schadenfall anteilig kürzen. Beispiel: Dein Wohnungsinhalt ist 60.000 € wert, versichert sind aber nur 30.000 € – also die Hälfte. Dann bekommst du auch bei einem kleineren Schaden nur die Hälfte ersetzt. Die gute Nachricht: Wird deine Versicherungssumme über die Wohnfläche berechnet (dazu gleich mehr) und stimmen deine Quadratmeter-Angaben, verzichten die meisten Versicherer auf diesen Unterversicherungseinwand.
Du musst nicht das absolute Minimum versichern. Die meisten Anbieter verwenden einen Standardwert für ihre Berechnungen. Dieser Wert wird im Großteil der Fälle ok sein. Wenn der Inhalt deiner Wohnung also 43.000 € wert ist, dann ist als Versicherungssumme 50.000 € ok.
Bei der Privathaftpflichtversicherung empfehlen wir übrigens eine Mindest-Versicherungssumme von 5 Millionen. Besser mehr.
Quadratmetermethode vs. Inventarwert: der Unterschied
Für die Versicherungssumme gibt es grundsätzlich zwei Wege. Bei der Quadratmetermethode ergibt sich die Summe pauschal aus deiner Wohnnutzfläche mal einem fixen Wert pro Quadratmeter. Das geht schnell und wie gerade erwähnt: Stimmen die Quadratmeter, verzichtet die Versicherung im Regelfall auf den Einwand der Unterversicherung. Ein wichtiges Detail solltest du dabei aber kennen: Der Unterversicherungsverzicht bedeutet nur, dass die Versicherung im Schadenfall nicht anteilig kürzt (es wird also nicht ab dem ersten Euro anteilig gekürzt).
Kommt bei der Quadratmetermethode zum Beispiel eine Versicherungssumme von 40.000 € heraus, deine Wohnung brennt komplett aus und der Schaden beträgt 80.000 €, dann bekommst du trotzdem maximal 40.000 €. Beim Inventarwert rechnest (oder schätzt) du stattdessen zusammen, was der Inhalt deiner Wohnung tatsächlich wert ist. Das ist genauer, aber aufwendiger und du trägst das Risiko, dich zu verschätzen. Für die meisten Wohnungen ist die Quadratmetermethode deshalb die pragmatischere Wahl. Wenn dein Wohnungsinhalt allerdings deutlich mehr wert ist, als die Pauschale ergibt, solltest du die Versicherungssumme entsprechend höher ansetzen.
Speziell bei teuren Gegenständen solltest du die Rechnung aufheben und ein Foto davon machen. So kannst du im Schadenfall immer belegen, dass du das Ding auch wirklich hattest. Denn bei einem Feuer kann es passieren, dass bis auf Asche und verkohlte Überreste nicht viel übrig bleibt. Bei einem Einbruchs-Diebstahl ist womöglich alles von Wert weg.
„Ich hatte 3.000 € Bargeld, eine mit Diamanten besetzte Rolex und die Erstausgabe von Spiderman in der Wohnung…“
… ist glaubwürdiger, wenn du das mit Bildern und Rechnungen belegen kannst. Es schadet nicht, wenn du den Inhalt deiner Wohnung einmal dokumentierst und in der Cloud speicherst.
Was eine Haushaltsversicherung in Österreich kostet
Typische Preisspannen pro Monat und Jahr
Zeit für die 1-Million-Euro-Frage…
Du ahnst schon, dass sich diese Frage nicht pauschal beantworten lässt. Wir wollen dir trotzdem ein paar Richtwerte geben. Als Grundvoraussetzung definieren wir den folgenden „Standard“.
- Alle Sparten (Feuer, Leitungswasser & Co) sind versichert
- 100 % grobe Fahrlässigkeit ist mitversichert
- Assistance ist mitversichert
- Privathaftpflichtversicherungssumme ist mind. 5 Millionen Euro
- Das Servicelevel des Anbieters ist top
- Die Versicherungssumme entspricht mind. 900 bis 1.000 € pro m² Wohnfläche
Falls du gerade am Handy liest und nicht zoomen willst, hier die Werte auch in Textform (Monatswerte sind gerundet):
- 50 m²: ca. 100 € pro Jahr (rund 8 € im Monat)
- 80 m²: ca. 127 € pro Jahr (rund 11 € im Monat)
- 120 m²: ca. 180 € pro Jahr (15 € im Monat)
Je nach Postleitzahl bzw. Bundesland können die Prämien noch etwas günstiger oder etwas teurer werden.
Wichtig zur Einordnung: Das sind die Prämien für einen absoluten Toptarif. Inkludiert sind dabei unter anderem 100 % grobe Fahrlässigkeit, Bestleistungsgarantie, Unterversicherungsverzicht und eine Privathaftpflicht mit 10 Millionen Euro Versicherungssumme – plus viele weitere nette Extras.
Welche Faktoren die Prämie beeinflussen
Wie schon erwähnt: Der Preis kann je nach Bundesland und Postleitzahl etwas variieren. Wie kannst du die Prämien reduzieren? Indem du einen Selbstbehalt wählst. Bei 300 € Selbstbehalt sinkt die Prämie zum Beispiel um ca. 30 %.
Ein Hebel, den Versicherer außerdem gerne bewerben: mehrere Verträge zu bündeln und alle Versicherungen beim selben Anbieter abzuschließen. Ob das wirklich eine gute Idee ist, haben wir in einem eigenen Artikel für dich aufgedröselt.
Was Dauerrabatte bedeuten und warum Vorsicht angebracht ist
Manche Gesellschaften haben bei ihren 10-Jahresverträgen Dauerrabatte inkludiert. Die Prämie wird aufgrund der langen Bindung günstiger. Da du aber nach 3 Jahren bereits kündigen darfst, kann es zur Dauerrabattrückforderung kommen. Die Gesellschaft verlangt einen Teil des Rabatts zurück, den sie dir für die 10-jährige Laufzeit gewährt hat.
Sich darüber zu ärgern bringt allerdings nichts, da manche Anbieter nach wie vor eine Dauerrabatt-Klausel verwenden – und manche eben nicht. Die paar Anbieter, die keine Dauerrabattklausel haben, sind preis-leistungstechnisch oftmals nicht die besten Anbieter.
Du bezahlst von Anfang an mehr und wenn du deinen Anbieter gut wählst, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du eben nicht schon nach drei Jahren wieder kündigst. Die Kosten einer etwaigen Dauerrabattrückforderung sind in vielen Fällen auch geringer als die Mehrkosten, die du von Anfang an zu tragen hättest, wenn du eine Variante ohne Dauerrabatt wählst (klingt nicht logisch, ist aber so).
Auch das muss man sich im Einzelfall ansehen. Die neuen Klauseln sind alle so gestaffelt: Je länger du den Vertrag hast, desto weniger Dauerrabatt ist bei vorzeitiger Kündigung zu bezahlen. Wenn du einen 100 € pro Jahr – Vertrag nach 3 Jahren kündigst, dann ist der Dauerrabatt bei den meisten Anbietern bei ca. 60 €. Kündigst du denselben Vertrag nach 6 Jahren, dann liegt er vermutlich bei ca. 40 €.
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Kündigung und Wechsel: Was du wissen solltest
Wann und wie du kündigen kannst
Die meisten Haushaltsversicherungen kannst du nach 3 Jahren, mit einer Frist von einem Monat (selten auch drei Monate), zur Hauptfälligkeit kündigen. Selbst wenn in deinem Vertrag steht, dass du 10 Jahre gebunden bist, kommst du als Konsument nach 3 Jahren raus. Bei vorzeitiger Kündigung (vor 10 Jahren) kann es allerdings zu einer Dauerrabattrückforderung kommen.
Eine zusätzliche Möglichkeit gibt es noch: die Kündigung wegen Wegfall des Risikos. Wenn du umziehst, kannst du deine Haushaltsversicherung grundsätzlich auch vorzeitig kündigen. Wichtig dabei: Kündige unbedingt vor der Ummeldung.
Wann ein Wechsel sinnvoll ist
Das heißt noch nichts. Dein Vertrag gehört individuell gecheckt. Bezahlst du weniger, dann liegt es nahe, dass du leistungstechnisch schwächer versichert bist. Bezahlst du mehr, dann ist deine Haushaltsversicherung eventuell zu teuer und du solltest sie optimieren.
Nehmen wir an, du wechselst deine Versicherung und sie verlangen 80 € Dauerrabattrückforderung. Die neue Versicherung kostet 105 € im Jahr. In diesem Fall werden die vollen 80 € (meistens) von der neuen Versicherung übernommen.
Worauf du beim Vergleich von Tarifen achten solltest
Ja, er ist möglich. Aber es wird unmöglich sein, in allen Bereichen die allerbeste Variante zu haben. Es wird immer eine Versicherung geben, die in einem kleinen Teil besser als die andere ist. Entscheidend ist das beste Gesamtpaket im Preis-Leistungs-Vergleich und für deine individuelle Situation.
Dein Rennrad oder Mountain-Bike kostet mehr als 2.000 € und soll zum Neuwert und in ganz Österreich und den Nachbarstaaten versichert sein. Das schränkt deine Auswahl ein. Denn es gibt einige wenige Versicherungen, die so eine Radversicherung im Rahmen der Haushaltsversicherung preiswert anbieten. Dafür wirst du an anderer Stelle Abstriche machen müssen. Ist dir das die Radversicherung wert? Diese Frage musst du für dich beantworten.
Es kann dir auch passieren, dass du genau den Versicherungsfall hast, der bei Versicherung B gedeckt worden wäre, du aber Versicherung A gewählt hast. Hast du bei der Auswahl einen Fehler gemacht? Nein. Du hattest einfach Pech, dass genau dieser Fall bei Versicherung B gedeckt ist und bei Versicherung A nicht. Niemand kann dir vorhersagen, welches Problem dich betreffen wird. Gegen diesen Zufall kannst du nichts machen – außer ihn zu akzeptieren.
Wenn beispielsweise die Haushaltsversicherung mit dem Diebstahlschutz für das Rad in Italien in einem anderen Bereich etwas schwächer ist, dann ist das einfach so. Entscheidend ist, dass du dich NICHT auf Details konzentrierst, die unwichtig sind. Falls dein Rad 400 € kostet und du deine Haushaltsversicherung auf dein 400 € Rad ausrichtest, dann ist das der falsche Fokus. Das wäre wie ein Sanitäter, der sich bei einem Herzstillstand seines Patienten zuerst um eine kleine Schnittwunde am rechten Daumen kümmert.
Wie schnell, kulant und zuvorkommend ist die Versicherung im Schadenfall? Musst du dich bei jeder Kleinigkeit ärgern? Wartest du ewig auf Antworten?
Diesen Faktor lassen wir bei der Auswahl und Empfehlungen an KlientInnen natürlich einfließen. Auf reine Online-Bewertungen und Kommentare kannst du dich dabei nicht verlassen – du wirst zu jeder Versicherung Negatives UND Positives finden.
Fazit: Günstig ist gut, aber die richtigen Bedingungen sind besser
Das waren über 2.000 Worte zum Thema Haushaltsversicherung.
Kurzer Zwischenapplaus für dich, wenn du’s so weit geschafft hast ?
Häufige Fragen zur Haushaltsversicherung
Was ist bei einer Haushaltsversicherung in Österreich gedeckt?
Brauche ich eine Haushaltsversicherung als Mieter?
Was kostet eine Haushaltsversicherung in Österreich pro Monat?
Wie hoch sollte die Versicherungssumme bei der Haushaltsversicherung sein?
Was ist der Unterschied zwischen Haushaltsversicherung und Eigenheimversicherung?
Was sind sinnvolle Zusatzklauseln bei der Haushaltsversicherung?
Kann ich meine Haushaltsversicherung jederzeit kündigen?
Bill Walsh wäre stolz auf dich. Ihm waren die Details, wie eingangs erwähnt, sehr wichtig. Doch auch bei Bill Walsh waren nicht nur die Details für den Erfolg verantwortlich. Er war auch ein grandioser Football-Coach, der wusste worauf er sich fokussieren musste. Selbst wenn du alles in diesem Artikel beachtest, kann es sein, dass du die falsche Haushaltsversicherung auswählst oder zu viel bezahlst. Aber nicht mit einem Coach an deiner Seite…
Wenn du deine Finanzen und Versicherungen auf das nächste Level bringen willst, dann kannst du jetzt 2 Sachen machen:
1. Hol dir unseren ultimativen Finanzplanungsguide für Uni- und FH-AbsolventInnen. Dort erfährst du unter anderem welche 3 Finanzplanungsfehler du niemals machen darfst, welche Versicherungen du unbedingt brauchst und auf welche du verzichten kannst.
2. Du kannst auch sofort mit uns sprechen und deine smarte Finanzplanung starten. Ebenfalls kostenfrei.