4 der größten Lügen die dir erzählt werden, wenn's um deine Finanzen geht

Pinocchio Nase Finanzlügen

Wieso glauben wir, dass Frühstück so wichtig ist?

Du hast es vermutlich schon mal gehört: “Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages”. Was die meisten nicht wissen… Es ist ein Marketing-Slogan für Müsli aus dem Jahr 1944. Bevor es Müsli, Frühstücksflocken & Co gab, war Frühstücken kein Standard oder Routine.

Um mehr zu verkaufen mussten die Nahrungsmittelhersteller jeden davon überzeugen, dass Frühstück das WICHTIGSTE Essen des Tages ist. So entstand der Slogan aus dem Jahr 1944. Oh und damit’s besser schmeckt, haben sie Zucker beigemischt. Viel Zucker. Um noch immer als “gesund” zu gelten wurde wieder viel Werbung gemacht. Und das gleiche passiert noch immer – die Verbraucherausgaben für Frühstück steigen seit Jahren.

Wenn jemand eine gewisse Marke Cornflakes isst, glaubt dass es gesund ist, oder generell glaubt, dass Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, dann kann das auf einen Faktor zurückgeführt werden: Beeinflussung durch Marketing.

Dasselbe trifft auf die üblichen finanziellen Entscheidungen zu die wir treffen

Egal ob es um die Finanzierung des Wohnungs- oder Hauskaufs geht, um die Vorsorge für’s Alter oder um Geld anzulegen. Viele Entscheidungen werden durch Marketing beeinflusst – ohne dass wir es wissen.

Starten wir mit Lüge Nr. 1…
1)

Miete ist verschwendetes Geld / Kaufen ist immer günstiger

Ist Mieten verschwendetes Geld?
Diese Aussage ist zu absolut

Die richtige Aussage wäre: “Miete zu zahlen kann in einer gewissen Situation suboptimal sein und ein Kauf wäre finanziell besser. In einer anderen Situation ist Mieten aber klar zu bevorzugen”.

Das Problem ist, dass dir das fast niemand sagen wird. Mit diesem Rat lässt sich kein Geld verdienen. Wenn du die Finanzierung nicht brauchst, dann bekommt die Bank auch keine Bearbeitungsgebühren, Zinsen und Spesen. Ein reines Steakrestaurant wird auch keine Kampagne für veganen Lebensstil schalten.

Deshalb existieren im Immobilienbereich unzählige Miete vs. Kauf Rechner, die ein schlechter Scherz sind und bei denen IMMER der Kauf günstiger ist.

Wenn du selbst schon immer geglaubt hast, dass Mieten die Reinkarnation des Teufels ist…

…dann willst du oft auch gar nichts anderes hören.

Es wäre einfach dir zu sagen, dass Kaufen immer besser ist und dass wir schnell eine super Finanzierung hinbekommen. Ja, wir werden im Bedarfsfall die beste und günstigste Finanzierung auf die Beine stellen, aber zuerst solltest du dir die Frage stellen, ob’s wirklich sinnvoll ist jetzt zu kaufen.

Es ist unser Job (so verstehen wir ihn zumindest) dich darauf aufmerksam zu machen und dir die beste Basis für deine Entscheidung zu liefern.

Um diese Entscheidung treffen zu können sind allerdings mehr als 1-2 Absätze notwendig…

Wir haben dazu den ultimativen Guide zum Thema Mieten vs. Kaufen geschrieben.

Inklusive unserem „Wie viel Immobilie kannst du dir leisten?“ – Rechner.

Zeigefinger

Die grundsätzliche Idee “Miete zu zahlen ist Geldverschwendung, Kaufen ist immer besser” muss sterben. Es ist eine innere Einstellung die manchmal stimmt und manchmal komplett falsch ist.

Durch Pro-Kauf Marketing treibt dieser Irrglaube viele von uns dazu eine falsche Entscheidung zu treffen…
2)

Wenn du alles bei einer Versicherung hast, dann…

… zahlen sie eher.

… bekommst du so viel Bündelrabatt, dass nichts günstiger ist.

Wir könnten noch mehr Lügen anführen die mit “wenn du alles bei einer Versicherung hast, dann…” beginnen…

Aber die zwei werden sehr oft in Kombination erzählt.

Meistens von einem Versicherungsvertreter, der sonst keine anderen Gesellschaften anbieten kann.

Wenn man sich’s einfach mal durchdenkt, wird relativ schnell klar, dass beides nicht stimmt

Stell dir vor du zahlst 150 € jährlich für deine Haushaltsversicherung. Jetzt brennt deine Wohnung aus und verursacht einen Gesamtschaden von 50.000 €…

Wohnung brennt aus

Für die Gesellschaft ist es egal, ob du jetzt noch 3 andere Verträge bei ihnen hast – den Schaden müssen sie so oder so zahlen. Wenn der Schaden NICHT gedeckt ist, werden sie bei dieser Schadenhöhe auch nicht zahlen – egal wie viele Verträge du sonst noch dort hast.

Denn selbst wenn du 1.000 € im Jahr an Prämie bezahlst weil du 17 andere Verträge hast… Die Rechnung geht noch immer nicht auf.

Und bei Kleinschäden ist jede vernünftige Gesellschaft kulant. Die Aussage, dass die Versicherung dann eher bezahlt, ist also einfach ein Marketingschmäh…

Aber was ist jetzt mit dem Bündelrabatt?

Ja, den gibt’s wirklich. Nur ist er in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Denn es gibt keine Gesellschaft die in ALLEN Bereichen absolut top ist. Wenn jemand die beste Unfallversicherung hat, dann hat er selten auch eine geniale Berufsunfähigkeitsversicherung und die günstigste Krankenzusatzversicherung.

Das heißt ein Bündel macht nur Sinn, wenn es sich generell um die bestmögliche Absicherung handelt

Wenn das dann zufällig beim selben Anbieter ist – super, dann sollte man den Bündelrabatt nutzen. Es ist ein Fakt, dass das in allen notwendigen Sparten unmöglich ist.

3)

Das Wichtigste bei der Vorsorge ist die Kapitalgarantie

Die Aussage bringt mein Blut zum Kochen…

Denn sie ist in so vielen Belangen einfach falsch. Aber sie ist natürlich einfach. Wenn du dann nachfragst bekommst du vermutlich so etwas zu hören wie:

  • “Ja, in so unsicheren Zeiten, lieber etwas weniger, aber dafür kann’s garantiert nicht weniger werden… Mit Aktien verliert man ja nur sein ganzes Geld. Wenn du sicherheitsorientiert bist, dann brauchst du eine Kapitalgarantie…”
Was für ein riesiger Haufen Bullshit

Wenn dir das schon mal erzählt wurde, oder du es selbst glaubst, dann lies die folgenden Artikel…

Aber wieso wird dir diese Lüge erzählt?

Wenn du beispielsweise eine klassische Lebensversicherung machst, dann gibt’s für einen Berater nach Abschluss eigentlich nichts mehr zum Beraten. Die Geldanlage passiert im Deckungsstock und das war’s.

Du kannst die Veranlagung auch nicht anpassen.

Für die Gesellschaft ist das super und für den Berater auch – da es weniger bzw. keinen Aufwand verursacht.

Für dich ist das natürlich eher suboptimal

Denn auf 30-40 Jahre Anlagehorizont solltest du vermutlich in etwas anderes investieren als in 80 % oder mehr Anleihen (wie’s zum Beispiel bei klassischen Lebensversicherungen oft der Fall ist).

Außerdem müsste sich ein Berater ja wirklich im Geldanlagebereich auskennen, wenn er etwas anderes empfiehlt

Und zwar so gut, dass er dir die Vorteile sinnvoll erklären und aufzeigen kann.

Das alles, wo du vielleicht selbst auch eher dazu tendierst im ersten Moment die Kapitalgarantie als wichtig zu erachten…

Deshalb existiert die Lüge der Kapitalgarantie im Vorsorgebereich und wird so schnell auch nicht verschwinden
4)

Investiere all dein Geld in “Gold/Bitcoins/Immobilien/…”

Henne und Eier in einem Korb
Das Sprichwort, nicht alle Eier in einen Korb zu geben, trifft bei der Geldanlage voll zu

Je nachdem was gerade im Trend liegt scheint es sehr oft so zu sein, dass es nichts anderes mehr gibt.

Zu Krisenzeiten (also meistens wenn der Goldpreis steigt) wird Gold gepusht…

Nach einigen Jahren stark steigender Immobilienpreise (wie von 2008 bis 2016), sollte all dein Geld in Immobilien fließen…

Wenn der Bitcoin-Kurs neue Höhen erreicht dann sind plötzlich nur mehr Bitcoins sinnvoll…

Es ist niemals eine gute Idee alles auf ein Pferd zu setzen (jep, das zweite Sprichwort)

Ja, wenn du richtig liegst, dann kann das gut ausgehen. Aber das hat dann nichts mehr mit strategischer Geldanlage zu tun, sondern ist tatsächlich reine Spekulation. Was völlig ok ist – wenn man das möchte und sich darüber im Klaren ist.

Wenn man strategisch Geld anlegen will, dann führt nichts daran vorbei diversifiziert (also breit gestreut) anzulegen.

Ausschlaggebend sind dann…
  • Dein Anlagehorizont: Wie lange willst du dein Geld anlegen?
  • Deine Risikobereitschaft: Wie viel Schwankung hältst du aus und passt das mit deinem Anlagehorizont zusammen?
  • Deine aktuelle Vermögensaufteilung: Wie bist du aktuell aufgestellt?
  • Und vieles mehr

Basierend auf diesen Informationen kann man vernünftig planen.

Vergiss den Hype der gemacht wird – egal welche Anlage gerade “in” ist

Wenn du mehr zum Geldanlagethema lesen willst dann sieh dir die folgenden Artikel an:

Das sind 4 der größten Lügen die wir tagtäglich aufgetischt bekommen…

Aber es gibt auch Lügen bzw. Falschannahmen, die wir uns selbst einreden

Eine dieser Lügen und Falschannahmen die wir uns selbst erzählen ist…

 

“Rechnet sich die Versicherung für mich?”

Taschenrechner

Und zwar so, dass ich am Ende mehr herausbekomme, als ich eingezahlt habe. Speziell bei existenzbedrohenden Risiken wie Unfall oder Berufsunfähigkeit ist das die falsche Frage.

Die Versicherung rechnet sich hoffentlich NICHT. Denn das würde bedeuten, dass wir in den beiden Fällen entweder einen schweren Unfall mit Dauerfolgen hatten, oder für eine Weile berufsunfähig sind.

Versicherungen – speziell die für existenzbedrohende Risiken – sollen den worst-case absichern

Fast noch öfter tappt man in diese Falle bei der Krankenzusatzversicherung. Hör auf hochzurechnen wie oft du ins Krankenhaus müsstest, damit sich das auszahlt.

Erstens können wir das nie voraussagen, zweitens lässt sich die bessere Versorgung, schnellere Termine, usw. nicht wirklich bewerten.

Wer weiß ob du überhaupt Sonderklasse nutzen würdest, wenn du die Versicherung nicht hast.

Um mehr über das Krankenzusatzversicherungs-Thema herauszufinden kannst du dir unseren ultimativen Guide zum Thema Krankenzusatzversicherung ansehen.

Wie vermeidest du jetzt durch Marketing beeinflusst zu werden oder an Falschannahmen festzuhalten?

Wenn’s um Finanzthemen geht, dann solltest du so emotionsfrei wie möglich an das Thema rangehen. Themen wie Miete vs. Kauf, deine Vorsorge, deine Versicherungen oder die richtige Geldanlage beeinflussen alle dein gesamtes Leben.

Es lohnt sich darüber nachzudenken – auch wenn’s im ersten Moment langweilig ist

Vor allem solltest du Rat suchen bei jemandem der sich damit wirklich auskennt. Profisportler trainieren sich auch nicht selbst und hinter jeder erfolgreichen Person stehen Mentoren und Menschen die ihr mit Rat zur Seite stehen.

Lies dir dazu “Alles was du wissen musst um einen großartigen Finanzplaner zu finden (inkl. der sicheren Anzeichen, wann du davonlaufen solltest)”

Oh und Frühstück ist wirklich nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages 😉

Häufige Fragen zu Finanzlügen und Geldanlage-Mythen

Welche Mythen gibt es rund um die Geldanlage?

Rund um Geld und Geldanlage halten sich vor allem fünf Mythen, und fast alle sind aus Marketing entstanden, so wie der Slogan vom Frühstück als wichtigster Mahlzeit des Tages, der 1944 für Müsli erfunden wurde:

  1. „Miete ist verschwendetes Geld, Kaufen ist immer günstiger.“ Die Aussage ist zu absolut. In einer Situation ist der Kauf finanziell besser, in einer anderen ist Mieten klar zu bevorzugen, je nach Preis, Lebensphase und Dauer. Das sagt dir nur fast niemand, weil sich mit „Lieber mieten“ kein Geld verdienen lässt. Ohne Finanzierung gibt es für die Bank keine Zinsen, Spesen und Bearbeitungsgebühren. Deshalb gibt es im Netz unzählige Miete-vs.-Kauf-Rechner, bei denen immer der Kauf gewinnt.
  2. „Wenn du alles bei einer Versicherung hast, zahlt sie eher und du bekommst sooooo viel Bündelrabatt, dass nichts günstiger ist.“ Beides stimmt nicht. Ob ein Schaden gezahlt wird, entscheidet allein die Polizze. Brennt deine Wohnung aus und der Schaden von 50.000 € ist gedeckt, zahlt die Gesellschaft, egal ob du dort einen oder siebzehn Verträge hast. Ist er nicht gedeckt, zahlt sie auch mit siebzehn Verträgen nicht, denn bei dieser Schadenhöhe geht keine Rechnung mit ein paar hundert Euro Zusatzprämie auf. Bei Kleinschäden ist ohnehin jede vernünftige Gesellschaft kulant. Den Bündelrabatt gibt es wirklich, nur ist keine Gesellschaft in allen Sparten top. Wer die beste Unfallversicherung hat, hat selten auch die beste Berufsunfähigkeits- und die günstigste Krankenzusatzversicherung.
  3. „Das Wichtigste bei der Vorsorge ist die Kapitalgarantie.“ Eine Kapitalgarantie bedeutet, dass dein Geld überwiegend in Anleihen und im Deckungsstock der Versicherung liegt, oft zu 80 % oder mehr. Bei 30 bis 40 Jahren Anlagehorizont ist das die falsche Anlageform, weil Aktien über so lange Zeiträume deutlich mehr bringen und die Schwankungen dazwischen keine Rolle spielen. Die Garantie kostet dich also jedes Jahr Rendite für eine Sicherheit, die du auf diesen Zeitraum nicht brauchst.
  4. „Investiere alles in Gold, Bitcoin, Immobilien oder was gerade im Trend liegt.“ Je nachdem, was gerade läuft, scheint es nichts anderes mehr zu geben. In Krisen wird Gold gepusht, nach Jahren steigender Immobilienpreise sollen alle kaufen, bei neuen Bitcoin-Höchstständen ist plötzlich nur mehr Bitcoin sinnvoll. Wer alles auf eine Anlage setzt und richtig liegt, kann gewinnen, aber das ist Spekulation und keine strategische Geldanlage. Strategisch anlegen heißt breit streuen und die Aufteilung an deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und deinem bestehenden Vermögen ausrichten, nicht am Hype.
  5. „Rechnet sich die Versicherung für mich?“ Das ist die Lüge, die wir uns selbst erzählen. Gemeint ist meist, ob am Ende mehr herauskommt, als eingezahlt wurde. Bei existenzbedrohenden Risiken wie Unfall oder Berufsunfähigkeit ist das die falsche Frage, denn dass sich die Versicherung rechnet, würde heißen, dass du einen schweren Unfall mit Dauerfolgen hattest oder berufsunfähig bist. Sie soll sich hoffentlich nie rechnen, sie sichert den Worst Case ab. Bei der Krankenzusatzversicherung ist es genauso. Hochzurechnen, wie oft du ins Spital müsstest, damit sie sich auszahlt, bringt nichts, weil sich bessere Versorgung und schnellere Termine nicht in Euro bewerten lassen.

Kann man an der Börse nur Geld verlieren?

Nein, an der Börse verliert man nur dann dauerhaft Geld, wenn man einen der drei Fehler macht, die fast alle Verluste erklären. Erstens alles in ein einziges Unternehmen oder einen einzigen Trend stecken, statt breit zu streuen. Zweitens mit Geld investieren, das in zwei Jahren fürs Haus gebraucht wird, denn ein so kurzer Zeitraum ist für Aktien grundsätzlich ungeeignet. Drittens in Panik verkaufen, wenn die Kurse fallen, und damit einen vorübergehenden Buchverlust in einen echten Verlust verwandeln. Wer breit gestreut anlegt und genug Zeit hat, für den ist ein Crash eine Phase, in der er billig nachkauft, während andere alles verkaufen.

Dass sich die Märkte nach einem Crash nie mehr erholen, würde bedeuten, dass die gesamte Weltwirtschaft dauerhaft zusammenbricht, kein Apple, kein Amazon, keine Supermärkte, keine Tankstellen mehr. Theoretisch ausschließen lässt sich so ein Extremszenario nicht. Nur kannst du deine gesamte Geldanlage nicht auf ein Szenario ausrichten, das vielleicht mit einer Wahrscheinlichkeit von einem halben Prozent eintritt. Was du kannst, ist so breit zu streuen, dass du auch in Extremszenarien einigermaßen gut dastehst. Was die Angst vor dem Verlust trotzdem so stark macht, ist ein psychologischer Fakt. Ein Verlust schmerzt etwa doppelt so stark, wie ein gleich hoher Gewinn Freude macht. Genau deshalb wird dir die Kapitalgarantie als „Sicherheit“ verkauft, obwohl sie dich auf 30 bis 40 Jahre Anlagehorizont vor allem Rendite kostet. Sicherheit kommt bei der Geldanlage nicht aus der Garantie, sondern aus Streuung und Zeit.

Ist Geldanlage nur etwas für Reiche?

Nein, Geldanlage ist nicht nur etwas für Reiche. Im Gegenteil, die Standardform der Geldanlage, nämlich monatlich einen fixen Betrag in breit gestreute Fonds oder ETFs zu sparen, ist genau für Menschen gemacht, die kein großes Vermögen haben, sondern ein regelmäßiges Einkommen. Kaum jemand hat am Berufsstart einen großen Betrag, den er auf einmal investieren könnte, und das ist auch nicht nötig. Ab etwa 100 € im Monat bist du dabei (natürlich macht es mit mehr Kapital noch mehr Sinn) und nutzt automatisch den Cost-Average-Effekt. Das Geld fünf Jahre lang am Konto zu sammeln, um dann „richtig“ einzusteigen, bringt nichts, du verpasst nur fünf Jahre am Markt. Ein Dauerauftrag/automatischer Abbucher am Monatsanfang reicht, danach musst du nicht mehr jeden Monat darüber nachdenken.

Das Argument lässt sich sogar umdrehen. Wer wenig hat, kann es sich am wenigsten leisten, nicht anzulegen, weil Geld am Sparbuch jedes Jahr real an Wert verliert. Reiche haben Berater, Steueroptimierung und Immobilien. Alle anderen haben die Zeit, und die ist bei der Geldanlage der wichtigste Faktor.

Muss man ein Experte sein, um zu investieren?

Nein, ein Experte musst du nicht sein, um zu investieren, du musst nur zwei Dinge auseinanderhalten. Die Basics solltest du selbst verstehen, also was Streuung ist, warum der Anlagehorizont über die Anlageform entscheidet und warum Schwankungen zur Aktienanlage gehören. Das ist in ein paar Stunden gelernt. Einzelne Aktien auszuwählen, das sogenannte Stock Picking, ist als Privatperson dagegen meist sinnlos, weil du damit gegen Profis mit mehr Information und mehr Zeit antrittst. Genau deshalb investierst du breit gestreut, statt selbst Aktien zu picken. „Investieren ist nur etwas für Experten“ ist einer der Glaubenssätze, die am meisten Geld kosten, weil er die meisten Menschen gar nicht erst anfangen lässt.

Für alles, was über die Basics hinausgeht, holst du dir Hilfe. Profisportler trainieren sich nicht selbst, und hinter jeder erfolgreichen Person stehen Mentoren. Ein guter Berater macht dich dabei nicht abhängig, sondern schlauer. Die Prüffrage lautet, ob er dir Alternativen zeigt und erklärt, warum er etwas nicht empfiehlt, oder ob er dir nur das Produkt verkauft, das für ihn am wenigsten Aufwand bedeutet. Wer dir eine Kapitalgarantie als das Wichtigste verkauft, hat die Frage meist schon beantwortet.

Deine nächsten Schritte

Um in Zukunft keine Lügen mehr glauben zu müssen…

Hier erfährst du worauf’s wirklich ankommt wenn’s um Vorsorge, Versicherungen, Geldanlage & Co geht – und zwar speziell für dich als AkademikerIn.

Oder sieh dir sofort an was wir bei unserem Finanzplanungsservice für dich machen können und klicke den Link…

Nächste Schritte
Autor: Florian Märzendorfer

Co-Founder von FiP.S & Experte für Finanz-, Versicherungs- und Karrierethemen

Florian ist Co-Founder von FiP.S, einem auf Akademiker spezialisierten Finanz- und Versicherungsunternehmen. DerStandard, Die Presse, die Salzburger Nachrichten und zahlreiche andere Medienunternehmen berichten regelmäßig über seine Einschätzungen zu Finanz- und Karrierethemen. Zudem hält er Vorträge an Fachhochschulen und Universitäten in ganz Österreich und zählt zu den gefragtesten Experten für Uni- und FH-Absolventen, wenn es um Finanzplanung und Karriere geht.

Außerdem ist er Fan von indischem Essen, hasst Strandurlaube & verabscheut Beistrichregeln.