Zukunftsdepot: Top oder Flop? Wann sich das Kinderdepot wirklich lohnt
Inhaltsverzeichnis
- Ab wann gibt es das Zukunftsdepot?
- So funktioniert das Zukunftsdepot
- Der 18. Geburtstag: An einem Tag kippen drei Dinge
- Warum der fixe Stichtag auch ein Risiko ist
- Zukunftsdepot vs. Wertpapierdepot vs. fondsgebundene Lebensversicherung: der Rechenvergleich
- Welcher Topf für welches Ziel?
- Wer profitiert wirklich? Die Debatte ums Zukunftsdepot
- Top oder Flop? Unsere Einschätzung
- Häufige Fragen zum Zukunftsdepot
Ab Juli 2027 gibt es in Österreich das Zukunftsdepot. Wir haben nachgerechnet, wann sich das neue Kinderdepot wirklich lohnt und wann ein normales Wertpapierdepot oder eine fondsgebundene Lebensversicherung die bessere Wahl ist.
- Start ist am 1. Juli 2027. Ein Zukunftsdepot gibt es für alle Kinder unter 18, die 500 € Startbonus nur für die Jahrgänge 2027 und 2028.
- Pro Kind und Jahr dürfen bis zu 5.000 € hinein. Einzahlen dürfen nur die Eltern, Geld von Großeltern oder Paten muss den Umweg über sie nehmen. Jede Einzahlung ist ein Geschenk an das Kind.
- Das Geld ist bis zum 18. Geburtstag gesperrt. Steuerfrei sind nur die Kursgewinne, Dividenden und Zinsen werden laufend versteuert. Ab 18 entscheidet das Kind allein, was mit dem Kapital gemacht wird. Du hast keine Handhabe mehr darüber.
- Bis 18 liegt das Zukunftsdepot vorne, bei 100 € im Monat rund 4.000 € vor einer fondsgebundenen Lebensversicherung und einem normalen Wertpapierdepot.
- Soll das Geld länger liegen, überholt die FLV, bei 100 € im Monat und 6 % Rendite mit etwa 27 Jahren. Je höher die Rendite und je mehr du sparst, desto früher ist die FLV vorne. Eine bestehende FLV solltest du in aller Regel weiterlaufen lassen.
- Die Zahlen allein reichen für die Entscheidung aber nicht. Die fixe Bindung bis zum 18. Geburtstag und dass du danach nicht mehr über das Geld verfügen kannst, gehören genauso in die Bewertung.
Der Brauch ist simpel. Kommt ein Kind zur Welt, kaufen Eltern oder Paten eine Kiste Wein aus seinem Geburtsjahrgang. Die Kiste gehört dem Kind, aufgemacht wird sie aber erst zum 21. Geburtstag. Einundzwanzig Jahre lang reift der Wein. Das Kind auch. Ein britischer Weinhändler war dabei, als so ein Tag endlich kam.
Das Patenkind, inzwischen ein junger Mann, bekam seine Kiste. Verkaufen oder trinken? Er wollte trinken. Eine Flasche nach der anderen ging auf, und in jeder war der Wein oxidiert. Über die Jahre war Luft an ihn gekommen, und aus dem Geburtstagswein war etwas geworden, das niemand mehr im Glas haben wollte. Zeit allein macht eben noch keinen guten Wein, es braucht auch den richtigen Keller. Und am Ende entscheidet nicht der, der die Kiste eingelagert hat, sondern der, der sie aufmacht.
Für Kinder der Jahrgänge 2027 und 2028 legt der Staat 500 € hinein (alle anderen bekommen zwar keinen Bonus, die Steuervorteile aber schon), du darfst jedes Jahr nachlegen, und bis zum 18. Geburtstag bleibt der Keller zu. Dann bekommt dein Kind den Schlüssel.
Ob das die richtige Kiste für dein Geld ist, entscheiden drei Fragen. Wie lange soll es reifen? Wie lagerst du es bis zum Stichtag? Und kannst du damit leben, dass am 18. Geburtstag nicht mehr du entscheidest?
Das schauen wir uns der Reihe nach an:
- ab wann es das Zukunftsdepot gibt und welche Regeln gelten
- was am 18. Geburtstag passiert und wo die Haken liegen
- wie es gegen Wertpapierdepot und fondsgebundene Lebensversicherung abschneidet, gerechnet von 50 € bis zum vollen Jahresbetrag
- welcher Topf zu welchem Ziel passt
Vorweg: Dieser Artikel wird laufend upgedatet. Aktuell beruht alles im Artikel auf dem Gesetzesentwurf, der am 30.10.2026 in Begutachtung gegangen ist. Sobald das Gesetz beschlossen ist, werden wir den Artikel nochmals updaten.
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Ab wann gibt es das Zukunftsdepot?
Der Start ist mit 1.7.2027 geplant. Als Startbonus für Kinder, die 2027 oder 2028 geboren sind, gibt es 500 € Zuschuss vom Staat (also den Steuerzahlern ;)).
Seit 30.10.2026 ist der Gesetzesentwurf in Begutachtung, die Frist läuft bis 9. November. Beschlossen werden soll das Gesetz noch heuer. Laut Entwurf darf die Regierung den Start per Verordnung bis 1. Dezember 2027 verschieben, falls Banken und Technik bis Juli noch nicht so weit sind.
So funktioniert das Zukunftsdepot
Wer bekommt die 500 € Startbonus?
Grundsätzlich ist der Bonus aktuell für alle Kinder, die ab 01.01.2027 geboren sind, vorgesehen. Voraussetzung ist Staatsbürgerschaft bzw. ein rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich, Asylwerber und subsidiär Schutzberechtigte bekommen den Bonus nicht. Wenn das Kind am 31.12.2026 zur Welt kommt, dann ist es nicht anspruchsberechtigt. Laut Entwurf gibt es den Bonus allerdings nur für die Jahrgänge 2027 und 2028. Als Wahlzuckerl bis 2029 wird sich aber sicher eine Verlängerung finden 😉
Damit der Bonus bestehen bleibt, muss das Kind bis zur Volljährigkeit mindestens 15 Jahre in Österreich gelebt haben. Ein Auslandsjahr oder ein längeres Praktikum im Ausland schadet also nicht, solange die 15 Jahre zusammenkommen. Sonst muss der Bonus samt Wertzuwachs zurückgezahlt werden.
Für bereits geborene Kinder unter 18 Jahren kann das Kinderdepot natürlich ebenfalls eröffnet werden, allerdings ohne Bonus. Die Steuervorteile bis zum 18. Geburtstag gelten trotzdem.
Sollte für das Kind bis Ende des Jahres, in dem es 3 wird, kein Depot eröffnet werden, dann legt das Finanzamt den 500 € Bonus automatisch bei der OeBFA (die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur) im Bundesschatz an. Eröffnest du später ein Zukunftsdepot, wird der Bonus samt Wertzuwachs dorthin übertragen. Die OeBFA bietet mit dem Bundesschatz-Zukunftskonto auch selbst eine Variante an. Dort gibt es aber keine Fonds, sondern nur österreichische Bundesanleihen, die bis zum 18. Geburtstag laufen.
Wie viel darf rein, und von wem?
Pro Kalenderjahr dürfen maximal 5.000 € veranlagt werden. D.h. monatlich sind wir hier bei 416,67 €. Einzahlen dürfen laut Entwurf allerdings nur die gesetzlichen Vertreter, in der Regel also die Eltern. Will die Oma zum Geburtstag oder der Pate zur Taufe etwas beisteuern, geht das nur über dich. Jede Einzahlung ist eine Schenkung an das Kind und unwiderruflich. Steuer fällt auf diese Schenkung keine an.
Wo eröffnest du das Zukunftsdepot?
Anbieten sollen das Zukunftsdepot alle Banken, die mitmachen wollen, die OeBFA und auch Online-Broker. Laut Entwurf geht sogar ein Anbieter im Ausland. Dann musst du die Meldungen ans Finanzamt aber selbst übernehmen und jedes Jahr eine Steuererklärung für dein Kind abgeben, und den Startbonus gibt es dort nicht. Pro Kind gibt es nur ein Zukunftsdepot, ein späterer Wechsel zu einem anderen Anbieter ist ohne steuerliche Nachteile möglich. Vor der Eröffnung muss dich die Bank entweder in einem Gespräch aufklären oder dir standardisierte Informationen geben, etwa ein Video oder ein Infoblatt, mit der Möglichkeit für Rückfragen. Auf das Gespräch kannst du verzichten.
Der Entwurf spricht nur von Einzahlungen. Bestehende Fondsanteile aus einem normalen Kinderdepot zu übertragen, ist darin nicht vorgesehen.
Was darf ins Depot, und was kostet es?
Laut Entwurf dürfen Fonds der Risikoklassen 1 bis 5 ins Depot, also EU-regulierte Investmentfonds und ETFs, oder Bundesanleihen über das Bundesschatz-Zukunftskonto der OeBFA. Die Risikoklasse steht im Basisinformationsblatt jedes Fonds, auf einer Skala von 1 (sehr risikoarm) bis 7 (sehr riskant). Ein breit gestreuter Aktien-ETF liegt meist bei 4, teils bei 5. D.h. Hebelprodukte oder Einzeltitel werden im Depot nicht möglich sein.
Auch Bitcoin-ETPs und andere Kryptoprodukte sind ausgeschlossen. Die laufenden Kosten der Fonds dürfen maximal 1 % pro Jahr betragen. Teure aktive Fonds fallen damit raus. ETFs und günstige Indexfonds bleiben, und auch die eine oder andere günstige aktive Variante wird hineinpassen. Mehr dazu, worauf du bei der Auswahl achten solltest, findest du in unserem Artikel über ETFs und Fonds.
100 % gratis ist das Depot ebenfalls nicht. Gratis sind Konto- und Depotführung bis zum 18. Geburtstag. Transaktions- und Ordergebühren sowie Ausgabeaufschläge dürfen aber verrechnet werden, und die zählen auch nicht zur 1-%-Grenze. Hier wird man sich ansehen müssen, wie die Banken das tatsächlich umsetzen. In den Berechnungen, die wir hier anstellen, gehen wir trotzdem von 100 % kostenfrei aus. D.h. wir werden das Zukunftsdepot etwas besser rechnen, als es eigentlich sein wird.
Nicht verwechseln: prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge
Um Verwechslungen vorzubeugen: Das Zukunftsdepot hat nichts mit der staatlich geförderten, prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge zu tun. Die zwei Dinge sind komplett unabhängig voneinander und könnten auch beide abgeschlossen werden. Wobei wir die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge nicht empfehlen.
Der 18. Geburtstag: An einem Tag kippen drei Dinge
Hier auf einen Blick, was sich am 18. Geburtstag ändert:
Was ist steuerfrei, und was nicht?
Laut Entwurf wird mit dem 18. Geburtstag das dann veranlagte Kapital zur Steuerbasis. D.h. ab diesem Zeitpunkt werden die dann erzielten Gewinne KESt-pflichtig. Ab dann dürfen auch Depotgebühren verrechnet werden, das Gebührenverbot gilt nur bis zum 18er. Liegt das Depot am 18. Geburtstag unter dem, was eingezahlt wurde, gilt die Einzahlungssumme als Kaufpreis. Der Verlust geht steuerlich also nicht verloren.
ACHTUNG: 100 % steuerfrei ist das Depot nie. Nur die Kursgewinne sind frei. Ausgeschüttete Dividenden und Zinsen sind mit 27,5 % KESt zu versteuern. Laut Entwurf gilt das auch für thesaurierende Fonds. Steuerfrei bleibt dort nur der Teil, der aus Kursgewinnen im Fonds stammt, die laufenden Erträge sind KESt-pflichtig. Eine Ausnahme ist das Bundesschatz-Zukunftskonto. Die Bundesanleihen dort zahlen keine laufenden Zinsen, sondern werden am Ende aufgezinst zurückgezahlt, und dieser Zuwachs ist steuerfrei.
Ab 18 entscheidet dein Kind. Allein.
Ab dem 18. Geburtstag gehört das Depot deinem Kind. Also eigentlich schon ab der ersten Einzahlung, aber ab 18 kann es auch allein darüber verfügen. Du hast keine Verfügung mehr über das Geld oder was damit passiert. Das Kind alleine entscheidet, was es mit dem Geld macht. Egal ob es dir gefällt oder nicht.
Deshalb wären wir auch sehr vorsichtig bei der Annahme, dass man einfach die vollen 416,67 € spart, wenn das Geld nicht zu 100 % dem Kind mit 18 Jahren übergeben werden soll. Denn rechtlich kannst du hier nichts mehr beeinflussen oder entscheiden. Wenn dein Kind nicht bereit ist, mit Geld umzugehen, dann kannst du versuchen, das zu besprechen, aber entscheiden tust du nichts mehr. Das ist eh ok, solange es dir bewusst ist.
Warum der fixe Stichtag auch ein Risiko ist
Alles, was du bis zum 18. Geburtstag hineinzahlst, ist de facto auch bis zum 18. Geburtstag gesperrt. Es soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass vorzeitige Entnahmen nur in existenziellen Notlagen getätigt werden können. Entscheiden soll das dann das Pflegschaftsgericht. Das Gericht muss also eine Entnahme genehmigen. Der KESt-Vorteil ist bei der Entnahme dann auch weg, nachversteuert werden pauschal 75 % des Gewinns. Also hier kann man festhalten: Das kannst du vergessen. Es gibt einfach keine Entnahme. Die Sperre ist natürlich kein No-Go, muss in der Planung aber berücksichtigt werden.
Zur Veranlagung noch eine kurze Anmerkung: Soll das Kapital zum 18. Geburtstag oder 1–2 Jahre danach verwendet werden, dann darf es natürlich nicht mehr zu 100 % in Aktien veranlagt sein. Also es darf schon, aber es ist nicht empfehlenswert. Hier sollte vorher bereits umgeschichtet werden in sicherere Anlagen (z. B. Anleihen- oder Geldmarktfonds). Das Umschichten innerhalb des Zukunftsdepots ist laut Entwurf steuerfrei.
Ob für dein Kind oder für dich selbst: Im Rahmen unserer Finanzplanung schauen wir uns deine gesamte Situation an und rechnen dir durch, wie viel du wo am besten anlegst, gerne auch speziell für die Kindervorsorge. Online, kostenlos und unverbindlich.
Zukunftsdepot vs. Wertpapierdepot vs. fondsgebundene Lebensversicherung: der Rechenvergleich
Jetzt wo wir die Eckdaten kennen, macht es Sinn, dass wir uns ansehen, was das eigentlich für dich bedeutet.
Nochmals erwähnt: Sollte sich im beschlossenen Gesetz noch etwas ändern, dann werden wir das auch hier in den Berechnungen nachziehen.
Unsere Annahmen
- Wir rechnen mit 6 % p. a. als Hauptszenario und 8 % p. a. zum Vergleich. Bei den Schnittpunkten zeigen wir zusätzlich 4 %.
- 18 Jahre Einzahlung und danach lässt man das Geld liegen und zahlt nichts mehr ein.
- Fondskosten sind in allen Varianten gleich und werden somit nicht berücksichtigt.
- Das Zukunftsdepot rechnen wir so, wie es im Entwurf steht. Kursgewinne bleiben bis 18 steuerfrei, laufende Erträge (Dividenden) in Höhe von 1 %-Punkt der Rendite werden jedes Jahr versteuert. Das stimmt ganz gut mit den Echtdaten des MSCI World zusammen, wenn man dort die Dividenden berücksichtigt.
- Der Wert bis zum 18. Geburtstag bleibt steuerfrei. Gewinne, die danach entstehen, versteuern wir wie am normalen Depot mit 27,5 % KESt.
- Für Kinder der Jahrgänge 2027 und 2028 weisen wir den 500 € Startbonus in einer eigenen Zeile aus.
- Beim normalen Wertpapierdepot versteuern wir ca. 1/3 der Gewinne laufend (das soll einerseits die echte laufende Besteuerung abbilden und andererseits die ein oder andere Umschichtung vor 18 Jahren). Kosten setzen wir gar keine an (also etwas zu gut gerechnet für das Depot).
- Die fondsgebundene Lebensversicherung rechnen wir so, wie wir sie zum aktuellen Zeitpunkt empfehlen. Diesen Tarif vermitteln wir selbst. Es ist ein Spezialtarif, den nur wir machen können. Die FLV zahlt keine KESt, dafür fallen 4 % Versicherungssteuer auf die Einzahlungen an. Den Unterschied zwischen KESt und Versicherungssteuer erklären wir in einem eigenen Artikel.
- Wir sehen uns an, wie sich das Ganze rechnet, wenn das Kind zum Start 0, 5, 10 oder 15 Jahre alt ist. So bekommt man ein Gesamtgefühl.
Puh, ganz schön viele Annahmen, bevor wir zu den spannenden Zahlen kommen 😉
Bis 18 gewinnt das Zukunftsdepot
| Variante | 6 % | 8 % |
|---|---|---|
| Zukunftsdepot | 37.196 € | 45.480 € |
| Zukunftsdepot inkl. 500 € Startbonus (Jahrgänge 2027 und 2028) | 38.555 € | 47.383 € |
| Normales Wertpapierdepot | 33.249 € | 38.988 € |
| Fondsgebundene Lebensversicherung | 33.147 € | 40.489 € |
| Variante | 6 % | 8 % |
|---|---|---|
| Zukunftsdepot | 18.598 € | 22.740 € |
| Zukunftsdepot inkl. Startbonus | 19.957 € | 24.643 € |
| Normales Wertpapierdepot | 16.624 € | 19.494 € |
| Fondsgebundene Lebensversicherung | 16.000 € | 19.543 € |
| Variante | 6 % | 8 % |
|---|---|---|
| Zukunftsdepot | 154.987 € | 189.503 € |
| Zukunftsdepot inkl. Startbonus | 156.346 € | 191.406 € |
| Normales Wertpapierdepot | 138.538 € | 162.451 € |
| Fondsgebundene Lebensversicherung | 141.752 € | 173.162 € |
Betrachtet man den Anlagehorizont von 0 bis 18 Jahren, dann sieht man hier relativ schnell, dass der Unterschied zwischen normalem Depot und fondsgebundener LV auf diesen Zeitraum sehr gering ist. Je mehr Rendite, desto eher wird die FLV besser, je weniger, desto eher das normale Wertpapierdepot (bei 6 % liegen beide praktisch gleichauf, bei 8 % ist die FLV vorne).
ACHTUNG, zur Erinnerung: Das ist OHNE jegliche Kosten beim Depot gerechnet, also etwas zu gut dargestellt für das Depot. Das Zukunftsdepot ist hier überall vorne.
Übrigens: Die Regierung hat bei der Präsentation selbst ein Beispiel vorgerechnet. Mit 500 € Startbonus und 100 € im Monat kommt man bei 6,7 % Rendite nach 18 Jahren auf rund 44.000 €, mit einem Bausparer nur auf rund 25.000 €. Rechnet man das mit unseren Annahmen nach, also mit versteuerten Dividenden, landet man bei rund 41.400 €. Das ist immer noch deutlich mehr als beim Bausparer. Gegen ein normales Depot oder eine FLV tritt das Zukunftsdepot in der Regierungsrechnung aber gar nicht erst an, doch genau dort wird es spannend.
Wir sind der Meinung, dass eine FLV nur Sinn macht, wenn du mindestens 18 Jahre Zeit hast, weshalb wir hier im Vergleich die FLV weglassen und nur das normale Depot mit dem Zukunftsdepot für Kinder vergleichen.
| Kind beim Start | eingezahlt | Zukunftsdepot | Normales Depot | Vorsprung |
|---|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 15.600 € | 22.926 € | 21.102 € | +1.823 € |
| 10 Jahre | 9.600 € | 12.115 € | 11.499 € | +616 € |
| 15 Jahre | 3.600 € | 3.926 € | 3.848 € | +79 € |
Wie schaut der Vorsprung prozentuell betrachtet aus? Auch hier eine kleine Übersicht:
| Kind beim Start | 6 % | 8 % |
|---|---|---|
| Geburt (zum Vergleich) | 11,9 % | 16,7 % |
| 5 Jahre | 8,6 % | 12,1 % |
| 10 Jahre | 5,4 % | 7,5 % |
| 15 Jahre | 2,0 % | 2,8 % |
Man sieht hier etwas, das nicht ganz verwunderlich ist: Je älter das Kind, desto mehr schmilzt der Vorteil. Generell wird man den Vorteil des Zukunftsdepots gegen die Nachteile (kann selbst nicht mehr über das Geld bestimmen, 100 % Bindung bis zum 18. Geburtstag usw.) abwägen müssen.
Spannend ist aber vor allem die Frage: Was ist, wenn man nicht mit 18 das Kapital verwenden will? Wie schneidet die FLV (die kommt dann wieder ins Spiel) je nach Zeitrahmen ab? Betrachten wir deshalb Folgendes:
Ab wann die fondsgebundene Lebensversicherung besser ist
| Sparrate | 4 % | 6 % | 8 % |
|---|---|---|---|
| 50 € | 36 J 5 M | 29 J 9 M | 26 J 9 M |
| 100 € | 31 J 6 M | 26 J 8 M | 24 J 5 M |
| 416,67 € | 28 J 2 M | 24 J 6 M | 22 J 11 M |
Was man hier auf den ersten Blick sieht: Je größer die Rendite und je höher die Sparrate, desto schneller wird die FLV besser. Zur Sicherheit: Das ist die Variante, die wir aktuell empfehlen, nicht jede FLV. Warum entwickeln sich die Werte so?
Das hat zwei Hauptgründe. Je höher die Rendite, desto mehr fällt der kleine Steuervorteil der FLV bis 18 und der große Steuervorteil der FLV ab 18 ins Gewicht. In der FLV bleiben auch Dividenden steuerfrei und können sich über den Zinseszinseffekt weiter vermehren. Bei der Sparrate liegt es vor allem an den Kosten, denn diese spezifische FLV hat fixe Stückkosten von 3 € im Monat. Bei 50 € sind das 6 % jeder Einzahlung, bei 416,67 € nicht einmal 1 %.
Je mehr du sparst, desto weniger fallen diese Fixkosten ins Gewicht und desto früher bist du mit der FLV besser. Wie die fondsgebundene Lebensversicherung im Vergleich zum Wertpapierdepot ganz allgemein abschneidet, haben wir übrigens in einem eigenen Artikel durchgerechnet.
Von 50 € bis 416,67 €: Ab welchen Summen es wirklich zählt
Hier siehst du die Entwicklung der Sparraten und den entsprechenden Vorteil des Zukunftsdepots gegenüber der FLV (das normale Wertpapierdepot ist bei diesen Zeiträumen nicht mehr spannend). Die Tabelle ist aus der Sicht des Zukunftsdepots gerechnet und zeigt, wie es gegenüber der FLV bei Entnahme zu dem jeweiligen Zeitpunkt abschneidet.
| Alter bei Entnahme | 50 € | 100 € | 416,67 € |
|---|---|---|---|
| 18 | +2.598 € | +4.050 € | +13.235 € |
| 20 | +2.317 € | +3.346 € | +9.854 € |
| 22 | +1.982 € | +2.516 € | +5.891 € |
| 24 | +1.583 € | +1.540 € | +1.255 € |
| 26 | +1.111 € | +395 € | −4.157 € |
| 28 | +553 € | −947 € | −10.465 € |
| 30 | −104 € | −2.515 € | −17.803 € |
| 35 | −2.289 € | −7.664 € | −41.735 € |
| 40 | −5.511 € | −15.151 € | −76.246 € |
| 50 | −17.004 € | −41.402 € | −196.001 € |
| 65 | −60.364 € | −138.450 € | −633.182 € |
Auf lange Sicht und bei ordentlichen Sparraten ist die FLV dramatisch vorne. Das ist fast eine andere Welt. Wie viel bei der Kindervorsorge über Jahrzehnte tatsächlich zusammenkommen kann, zeigen wir dir in unserem Artikel So wird dein Kind zum Millionär. Dasselbe sollten wir uns auch noch ansehen, wenn dein Kind schon älter ist.
Dein Kind ist schon 5, 10 oder 15? So verschiebt sich die Rechnung
Betrachten wir einen 100 € Monatssparer. Es gilt nach wie vor: Bei weniger als 18 Jahren Laufzeit würden wir keine FLV machen, deshalb gibt es für diese Werte keine Vergleichszahlen. Zuerst zur Übersicht die Tabelle:
| Alter bei Entnahme | Start mit Geburt | Start mit 5 | Start mit 10 | Start mit 15 |
|---|---|---|---|---|
| 18 | +4.050 € | * | * | * |
| 20 | +3.346 € | * | * | * |
| 23 | +2.048 € | +2.030 € | * | * |
| 25 | +990 € | +1.287 € | * | * |
| 28 | −947 € | −78 € | +794 € | * |
| 30 | −2.515 € | −1.187 € | +22 € | * |
| 33 | −5.367 € | −3.212 € | −1.395 € | +196 € |
| 35 | −7.664 € | −4.846 € | −2.542 € | −593 € |
| 40 | −15.151 € | −10.195 € | −6.317 € | −3.209 € |
| 50 | −41.402 € | −29.080 € | −19.764 € | −12.643 € |
| 65 | −138.450 € | −99.454 € | −70.404 € | −48.681 € |
Wenn dein Kind beispielsweise 10 ist und du heute mit der Anlage startest, dann bist du zum Alter 28 (also nach genau 18 Jahren) mit dem Zukunftsdepot noch leicht vorne. Der Vorteil dreht sich dann aber in den nächsten Jahren zugunsten der FLV (2 Jahre später bist du nur mehr 22 € vorne).
Startest du mit 5 Jahren, dann bist du zum 28. Geburtstag deines Kindes, also nach 23 Jahren, mit der FLV bereits vorne.
Du hast schon eine Kindervorsorge? Weiterlaufen lassen oder umsteigen
Bisher gingen wir davon aus, dass wir vor der Entscheidung stehen: Soll ich ein Zukunftsdepot, ein normales Depot oder eine FLV machen?
Doch was ist, wenn du bereits eine FLV hast? Ich stelle bewusst nicht die Frage nach dem normalen Wertpapierdepot, denn wenn du mit den Nachteilen des Zukunftsdepots leben kannst, fährst du rechnerisch mit dem Zukunftsdepot immer besser als mit dem normalen Depot. Doch mit einer bereits bestehenden FLV ist die Ausgangsposition eine andere: Du hast hier ja bereits Anfangskosten bezahlt.
In der nachfolgenden Tabelle schauen wir uns an, was wäre, wenn du 100 € pro Monat sparst, wir mit 6 % Rendite rechnen und du ab dem jeweiligen Zeitpunkt die FLV beitragsfrei stellst und diese 100 € ins Zukunftsdepot steckst. Die FLV würde ohne Besparung weiterlaufen.
| Alter bei Entnahme | Umstieg mit 5 | Umstieg mit 10 | Umstieg mit 15 |
|---|---|---|---|
| 18 | +1.716 € | +695 € | +253 € |
| 20 | +1.138 € | +364 € | +149 € |
| 23 | +88 € | −237 € | −40 € |
| 25 | −757 € | −719 € | −191 € |
| 28 | −2.287 € | −1.588 € | −465 € |
| 30 | −3.511 € | −2.282 € | −684 € |
| 33 | −5.718 € | −3.530 € | −1.078 € |
| 35 | −7.479 € | −4.523 € | −1.391 € |
| 40 | −13.158 € | −7.717 € | −2.401 € |
| 50 | −32.674 € | −18.634 € | −5.860 € |
| 65 | −103.101 € | −57.762 € | −18.291 € |
Ein Umstieg macht keinen Sinn. Selbst wenn du dir extrem sicher wärst, dass du das ganze Kapital mit 18 brauchst, wäre der Vorteil bei „nur“ 1.716 €, wenn dein Kind heute 5 Jahre alt ist. Da ist es viel sinnvoller, dass du die FLV für dein Kind weiterlaufen lässt und das Zukunftsdepot zusätzlich machst, für den Teil, der fix mit 18 vom Kind konsumiert werden soll.
Das macht natürlich noch weniger Sinn. Du ziehst dann aus der FLV gar keinen Vorteil mehr, und weitere Abschlusskosten fallen ja schon bei der Beitragsfreistellung, die wir oben beleuchtet haben, nicht mehr an.
Die Quintessenz ist also: Ein bestehender FLV-Vertrag (wenn er so gestaltet ist wie der aktuelle Tarif von uns) sollte in aller Regel aufrecht bleiben und auch weiterhin bespart werden.
Im Rahmen unserer Finanzplanung prüfen wir auch deinen bestehenden Vertrag. Was kostet er wirklich, und lohnt es sich, ihn weiterlaufen zu lassen? Unverbindlich und kostenlos.
Welcher Topf für welches Ziel?
Viele Zahlen, viele Tabellen. Zeit, das Ganze auf den Punkt zu bringen. Zuerst sollten wir uns aber ansehen, was aus den Tabellen nicht ersichtlich ist.
Was die Zahlen nicht zeigen
Nach der Rechnung sollte klar sein, dass der Vorteil des Zukunftsdepots gegenüber einer FLV kleiner ist, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Bei 100 € im Monat sind es bis 18 rund 4.000 €, danach schmilzt der Vorsprung Jahr für Jahr. Dem stehen zwei Nachteile gegenüber, die in keiner unserer Tabellen auftauchen.
Erstens ist das Geld bis zum 18. Geburtstag gesperrt. Theoretisch kann das Pflegschaftsgericht in einer existenziellen Notlage eine Entnahme genehmigen, dann ist aber auch der Steuervorteil weg. Welche Gründe dafür reichen, kann heute niemand sagen. Rechne deshalb so, als wäre jeder Euro, der ins Zukunftsdepot fließt, bis zum 18er nicht mehr antastbar, und plane das in deiner Liquidität ein.
Zweitens hast du ab dem 18. Geburtstag keine Handhabe mehr. Wenn wir schreiben, das Zukunftsdepot liegt mit 18 um 4.000 € vorne, dann stimmt das rechnerisch. Was mit diesen 4.000 € und dem ganzen Rest passiert, entscheidet ab diesem Tag aber allein dein Kind. Bei der FLV bleibst du als Versicherungsnehmer am Steuer. Das heißt, du entscheidest, wann und wie dein Kind über das Kapital verfügen kann. Wenn du der Meinung bist, mit 20 Jahren wäre es noch zu früh, dann übergibst du den Vertrag erst mit 25. Oder du übergibst ihn nie. Du hast hier volle Wahlfreiheit. Genau das fehlt beim Zukunftsdepot.
Diese weichen Faktoren musst du für dich selbst gewichten und bewerten, wie wichtig sie dir sind. Die Antwort gibt dir keine Tabelle mit reinen Zahlen.
Für wen sich das Zukunftsdepot lohnt
Das Zukunftsdepot spielt seine Stärke aus, wenn drei Dinge zusammenkommen. Dein Kind ist noch klein, das Geld soll mit 18 oder kurz danach verwendet werden, und du bist damit einverstanden, dass dann dein Kind entscheidet. Für den Führerschein, die erste eigene Wohnung oder den Start ins Studium ist es dann das passende Werkzeug. Bei 100 € im Monat liegt es bis etwa zum 27. Geburtstag vor der FLV (natürlich nur mit der Annahme, dass das Depot keinen Cent kostet, d.h. vermutlich verschiebt sich der Schnittpunkt „FLV ist besser“ noch etwas nach vorne).
Je älter dein Kind beim Start ist, desto kleiner wird der Vorteil. Ab 10 Jahren bleiben bis zum 18er nur noch zwei bis fünf Prozent übrig. Ob dir das die Sperre und den Kontrollverlust wert ist, musst du abwägen. Ein normales Wertpapierdepot auf deinen eigenen Namen ist dann oft die flexiblere Wahl, auch wenn es rechnerisch ein paar Hundert Euro kostet.
Wann die FLV die bessere Wahl ist
Soll das Geld länger liegen bleiben, dreht sich das Bild. Bei 100 € und 6 % überholt die FLV mit etwa 27 Jahren, bei höheren Sparraten oder Renditen schon mit 23 bis 25. Für alles, was über den Start ins Erwachsenenleben hinausgeht, also Eigentum, eine finanzielle Reserve oder sogar die Pension deines Kindes, ist die FLV deshalb klar vorne. Dazu kommt, dass du die Kontrolle behältst und im Fall der Fälle auch schon vorher auf einen Teil des Kapitals zugreifen kannst. Monetär sind diese Soft Facts, wie erwähnt, schwer zu bewerten, das musst du selbst abwägen.
Läuft bereits eine FLV (die so gut ist wie die von uns empfohlene), lass sie in aller Regel weiterlaufen. Ein Umstieg bringt selbst dann, wenn das Geld fix mit 18 gebraucht wird, höchstens ein paar Prozent, und danach verlierst du Jahr für Jahr. Zusätzlich ein Zukunftsdepot zu eröffnen, macht nur dann Sinn, wenn ein Teil des Geldes wirklich fix mit 18 gebraucht wird. Für alles andere bleibt die FLV die bessere Wahl.
Davon raten wir ab. Mit 18 gehört das Geld deinem Kind, und ob es in eine FLV wandert, entscheidet dann dein Kind. Als Einmalerlag ist das Geld außerdem mindestens 15 Jahre gebunden, sonst werden 7 % zusätzlich nachversteuert. Dazu kommt, dass niemand weiß, ob es den Steuervorteil der FLV in 18 Jahren noch gibt. Wird er abgeschafft, bleiben bestehende Verträge bei der alten Regelung. Wer erst mit 18 einsteigt, hat dieses Glück nicht mehr.
Die Mischform: Bonus mitnehmen, Rest gezielt verteilen
Weißt du heute noch nicht, wofür und wann das Geld gebraucht wird? Dann musst du dich nicht für einen Topf entscheiden. Ist dein Kind 2027 oder 2028 geboren, bekommt es die 500 € Startbonus ohnehin, auch ohne eigenes Depot. Den Teil, der fix für den 18er gedacht ist, legst du ins Zukunftsdepot. Den Rest sparst du langfristig in der FLV an. So nutzt du den Steuervorteil dort, wo er wirkt, und behältst beim Rest die Kontrolle.
Und wenn es nur 50 € im Monat sind? Dann ist die Wahl des Topfes fast egal. Bis 18 bringt das Zukunftsdepot rund 2.600 € mehr als die FLV, auf 18 Jahre verteilt sind das gut 12 € im Monat. Viel mehr bewegst du, wenn du die Sparrate erhöhst, sobald es dein Budget zulässt.
Wer profitiert wirklich? Die Debatte ums Zukunftsdepot
Kaum war das Zukunftsdepot angekündigt, kamen die Wortmeldungen im Minutentakt. Regierungsseitig wurde es fast messiasartig als der große Wurf präsentiert, die Kritiker sehen darin ein Geschenk an die Reichen. Beide Seiten haben ein bisschen recht.
Die lauteste Kritik kommt von Arbeiterkammer, ÖGB und Momentum Institut. Laut einer Auswertung der Arbeiterkammer kann die Hälfte der Familien gar nichts für ihre Kinder sparen, und nur 4 % der Kinder leben in Haushalten, die die vollen 5.000 € im Jahr ausschöpfen könnten. Wer viel einzahlen kann, profitiert also auch am meisten vom Steuervorteil. In der Sache stimmt das. Nur gilt das für so ziemlich jede Form der Vorsorge, denn wer nichts sparen kann, dem hilft auch das beste Sparprodukt nichts.
Mit der fondsgebundenen Lebensversicherung gibt es längst ein Werkzeug, das genau das kann, und zwar über den 18. Geburtstag hinaus. Statt dort Kostengrenzen festzulegen und die 500 € draufzulegen, braucht es jetzt ein neues Gesetz und neue Schnittstellen bei Banken und Finanz. Bezahlt wird das alles aus Steuergeld, beschlossen von Menschen, deren eigenes Gehalt aus genau demselben Topf kommt.
Laut Insidern waren die großen Banken in die Entwicklung eingebunden, und die Kostengrenze für die Fonds liegt am Ende bei 1 % statt der ursprünglich von den NEOS vorgeschlagenen 0,5 %. Da passen die hauseigenen Fonds der Banken bequem hinein oder werden angepasst, sodass sie hineinpassen, und laut einer Umfrage des Börsianers wollen die Banken genau diese bevorzugt anbieten. Unterm Strich wandert ein Teil der Kindervorsorge von den Versicherern zu den Banken, für einen Vorteil, der bei 100 € im Monat zum 18. Geburtstag bei rund 4.000 € liegt und danach Jahr für Jahr schrumpft.
Wenn die Hälfte der Familien nichts für ihre Kinder sparen kann, dann löst das weder ein Depot noch ein weiterer Bonus oder eine höhere Familienbeihilfe. Helfen würde, wenn von der Arbeit selbst mehr übrig bleibt. Laut OECD hat Österreich die vierthöchste Abgabenbelastung auf Arbeit aller 38 Mitgliedsländer. Von den gesamten Arbeitskosten eines Durchschnittsverdieners ohne Kinder gehen 47,1 % an Steuern und Sozialabgaben, im OECD-Schnitt sind es 35,1 %. Genau dort müsste man ansetzen.
Österreich steckt seit 2025 in einem EU-Defizitverfahren, für 2026 rechnet das Finanzministerium mit einem Defizit von 4,1 % des BIP. Eine echte Entlastung der Arbeit würde das Loch kurzfristig noch größer machen, und die dafür nötigen Reformen auf der Ausgabenseite sind politisch unbequem. Ein Zukunftsdepot dagegen kostet im Budget überschaubare 40 Mio. € im Jahr, lässt sich als Geschenk an die Familien verkaufen und spricht genau die Wähler von morgen an. Dass nebenbei die Banken ein neues Geschäftsfeld bekommen, schadet dabei auch nicht. Das ist übrigens kein österreichisches Phänomen und auch keine Frage der Parteifarbe. So funktioniert Politik in vielen Ländern, egal wen man wählt. Aber das ist ein anderer Artikel 😉
Entschuldige den kurzen Ausflug, ich musste mir das anscheinend von der Seele schreiben. Am Ende ist es mir aber egal, welche Lobby dahintersteckt und wer mit seiner Kritik mehr oder weniger recht hat. Das Zukunftsdepot gibt es jetzt, und es gehört genutzt, wenn es dir Vorteile bringt. Wann das der Fall ist, hast du oben gesehen.
Top oder Flop? Unsere Einschätzung
Unsere Antwort lautet weder Top noch Flop. Ob sich das Zukunftsdepot lohnt, hängt fast ausschließlich davon ab, wann das Geld gebraucht wird.
- Ist dein Kind noch klein und soll das Geld mit 18 oder kurz danach verwendet werden, ist das Zukunftsdepot eine spannende Wahl.
- Ist dein Kind schon 10 oder älter, bleibt bis 18 nur ein kleiner Vorteil. Den musst du gegen Sperre und Kontrollverlust abwägen.
- Soll das Geld länger liegen, ist die fondsgebundene Lebensversicherung vorne. Bei 100 € im Monat und 6 % Rendite ist das ab etwa 27 Jahren der Fall, bei 50 € ab knapp 30 Jahren und beim Vollbetrag von 416,67 € schon ab etwa 24 ½ Jahren. Je älter dein Kind jetzt ist und je länger du anlegen willst, desto uninteressanter wird das Zukunftsdepot im Vergleich.
- Läuft schon eine FLV, lass sie weiterlaufen. Ins Zukunftsdepot kommt nur der Teil, der fix mit 18 gebraucht wird.
Für eine wirklich langfristige Anlage, also für Eigentum, eine finanzielle Reserve oder sogar die Pension deines Kindes, ist die fondsgebundene Lebensversicherung das passende Werkzeug. Sie ist nicht an den 18. Geburtstag gebunden, es fällt keine KESt an, und du entscheidest selbst, wann dein Kind das Kapital bekommt.
Fairerweise gehört dazu, dass unsere Rechnung auf unserem eigenen Tarif beruht. Viele FLV am Markt sind deutlich teurer, und dort fällt der Vorsprung des Zukunftsdepots größer aus. Wer schon eine FLV hat, sollte deshalb zuerst prüfen, was sein Vertrag tatsächlich kostet.
Zurück zu den britischen Weinkellern. Wer dort für ein Kind eine Kiste einlagert, nimmt nicht irgendeinen Wein und stellt ihn auch nicht in irgendeinen Keller. Genauso wenig solltest du ohne Überlegung ein Zukunftsdepot, eine Kindervorsorge oder sonst etwas abschließen. Wenn dieser Artikel dabei hilft, dass dein Kind an seinem 18. Geburtstag keine Kiste voll oxidiertem Wein aufmacht, sondern ihm alle Möglichkeiten offenstehen, hat er seinen Zweck erfüllt.
Häufige Fragen zum Zukunftsdepot
Was können Eltern bis Juli 2027 schon tun?
Was können Eltern bis Juli 2027 schon tun?
Eröffnen lässt sich das Zukunftsdepot erst ab 1. Juli 2027, planen kannst du aber schon jetzt. Überlege dir, welcher Teil des Geldes fix mit 18 gebraucht wird und welcher länger liegen soll. Eine bestehende fondsgebundene Lebensversicherung, einen Sparplan oder einen Bausparer solltest du deswegen nicht vorschnell kündigen. Wie sich ein Umstieg rechnet, siehst du in unserem Rechenvergleich.
Bekommen auch Kinder, die vor 2027 geboren sind, den Startbonus?
Bekommen auch Kinder, die vor 2027 geboren sind, den Startbonus?
Nein, die 500 € gibt es nur für Kinder, die 2027 oder 2028 geboren werden. Ein Zukunftsdepot mit Steuervorteil können aber auch Eltern älterer Kinder eröffnen, solange das Kind noch nicht 18 ist.
Was passiert mit den 500 €, wenn wir kein Depot eröffnen?
Was passiert mit den 500 €, wenn wir kein Depot eröffnen?
Wird bis Ende des Jahres, in dem dein Kind 3 wird, kein Depot eröffnet, legt das Finanzamt das Startguthaben automatisch im Bundesschatz an. Eröffnest du später ein Zukunftsdepot, wird es samt Wertzuwachs dorthin übertragen. Verloren geht der Bonus also nicht, solange die Voraussetzungen wie der Aufenthalt in Österreich erfüllt sind.
Gibt es beim Zukunftsdepot Zinsen?
Gibt es beim Zukunftsdepot Zinsen?
Einen fixen Zins wie beim Sparbuch gibt es nicht. Die Rendite kommt aus Fonds und schwankt mit den Märkten. Dividenden und Zinsen sind laut Entwurf laufend KESt-pflichtig, auch bei thesaurierenden Fonds, nur die Kursgewinne bleiben bis 18 steuerfrei. Planbarer ist das Bundesschatz-Zukunftskonto der OeBFA. Dort laufen Bundesanleihen bis zum 18. Geburtstag, und der Zuwachs ist steuerfrei.
Gehört das Geld der Großeltern danach dem Kind?
Gehört das Geld der Großeltern danach dem Kind?
Ja. Einzahlen dürfen laut Entwurf zwar nur die Eltern, Geld von Oma, Opa oder dem Paten kann aber über sie ins Depot fließen. Jede Einzahlung ist eine Schenkung an das Kind. Ab dem 18. Geburtstag entscheidet das Kind allein, was mit dem gesamten Geld passiert. Zurückfordern lässt sich davon nichts.
Kann man vor dem 18. Geburtstag an das Geld?
Kann man vor dem 18. Geburtstag an das Geld?
Grundsätzlich nein. Nur in einer existenziellen Notlage oder bei einer Behinderung des Kindes kann das Pflegschaftsgericht eine Entnahme genehmigen. Dann werden pauschal 75 % des Gewinns nachversteuert, außer bei einer Behinderung von mindestens 50 %. Plane deshalb so, als wäre das Geld bis zum 18. Geburtstag nicht verfügbar.
Ist ein Kinderdepot sinnvoll?
Ist ein Kinderdepot sinnvoll?
Ja, wenn das Geld mit 18 oder kurz danach gebraucht wird und du damit leben kannst, dass dann dein Kind entscheidet. Bei 100 € im Monat liegt das Zukunftsdepot bis 18 rund 4.000 € vor einer fondsgebundenen Lebensversicherung und einem normalen Wertpapierdepot. Soll das Geld länger liegen, ist die FLV ab etwa 27 Jahren die bessere Wahl.
1. Kläre das Ziel. Wofür ist das Geld gedacht, und wann wird es gebraucht? Davon hängt ab, welcher Topf für dein Kind passt.
2. Wenn du mehr darüber lesen willst, was für deine Kinder Sinn macht, nicht nur beim Sparen, sondern auch im Absicherungsbereich, dann lies unseren Artikel darüber, was du für dein Kind sonst noch absichern solltest.
3. Du kannst dir auch unseren ultimativen Finanzplanungsguide für Uni- und FH-Absolventen downloaden. Wenn du Kinder hast, dann ist es noch wichtiger, dass du auch selbst perfekt abgesichert bist und optimal vorsorgst. Hol dir den Guide hier: Der ultimative Finanzplanungsguide
4. Lass bestehende Verträge prüfen oder starte generell mit deiner Finanzplanung, egal ob für dich oder dein Kind. Unsere Finanzplanung ist online, kostenlos und unverbindlich. Wir machen unsere Termine mithilfe von Online-Videoberatung. Du musst dazu also nicht mal dein Haus oder dein Baby verlassen 🙂