Wie solltest du eine einmalige Summe anlegen? Und was machst du, wenn du nur kurz Zeit hast?

Einmalige Summe Anlegen - kurzfristig

Er verpasste die Chance in Google zu investieren … und zwar als das Büro von Google noch eine Garage war

David Cowan, Partner eines Venture Capitalist Unternehmens, hatte die Chance in Google zu investieren. Eine seiner College-Freundinnen vermietete ihre Garage an Sergey Brin und Larry Page, die Gründer von Google. Sie wollte unbedingt, dass David die beiden trifft.

Doch er vermeidete die Garage und die beiden Google-Gründer wie eine Plage. Er fragte seine Freundin “How can I get out of this house without going anywhere near your garage?” Später war die Chance zu investieren verloren. David Cowan wusste, er hat eine Unmenge an Geld liegen gelassen.

Der Gedanke Geld liegen zu lassen, geht auch allen durch den Kopf, die uns regelmäßig folgendes schreiben…

  • “Ich habe aktuell 20.000 € auf der Seite, die ich gerne anlegen würde. Was soll ich denn machen?”

Diese Frage erreicht uns beinahe täglich per Mail. Von Klienten, von komplett Fremden und vom Goldfisch unserer Nachbarn. Du kannst die 20.000 € mit 5.000 € oder 100.000 € oder einer x-beliebigen Zahl ersetzen. Manchmal folgt noch der Beisatz:

  • “Am Konto versauert das Geld, ich will was damit machen…”

Was ist jetzt der optimale Weg dein Geld “einmalig” anzulegen?

Optimaler Weg einmalig Geld anlegen

Theorethisch kannst du dein gesamtes Geld nehmen und einmalig veranlagen (zum Beispiel in Indexfonds, Mischfonds, …). Wenn du lange genug Zeit hast, dann bringt dir das auf Dauer die größte Rendite (mehr dazu kannst du hier zum Thema Cost-Average-Effekt nachlesen). Jetzt nehmen wir einfach mal an, du hast wirklich sehr lange Zeit. Du solltest dein Geld vermutlich trotzdem nicht sofort auf einmal investieren.

Der Grund dahinter ist kein mathematischer…

… sondern ein psychologischer. Stell dir vor du investierst die 20.000 € von oben und nach fünf Monaten sind es nur mehr 12.000 €. Je nachdem wie robust du emotionell bist und was die 20.000 € für dich bedeuten wirst du vermutlich eher so reagieren…

Oder vielleicht doch so

Die meisten Menschen fallen in die zweite Kategorie

Wenn du dir jetzt im Moment denkst, dass dir das völlig egal ist und du dich definitiv in Kategorie 1 siehst, dann überschätzt du vielleicht deine Risikotoleranz. Wenn nicht – cool, aber vergiss nicht: Es ist ein großer Unterschied den Verlust von 20.000 € auf 12.000 € zu “lesen” oder ihn echt zu erleben. Der vermeintliche Verlust von 8.000 € ist gar nicht das größte Problem, sondern die Konsequenz daraus…

Du investierst vielleicht nie wieder dein Geld

Du wärst nicht der Erste, der bei 12.000 € alles verkauft und schwört nie wieder sein Geld außerhalb vom Sparbuch anzulegen. Der Grund dahinter ist, dass wir Menschen Verluste viel mehr hassen, als wir Gewinne lieben. Im Englischen heißt das ganze “loss aversion”. Ja, wir freuen uns über Gewinne, aber ärgern uns über Verluste circa 2 Mal so viel wie wir uns über Gewinne freuen. Den Wert habe ich mir übrigens nicht einfach ausgedacht, er basiert auf Studien. Vermutlich sind deshalb auch falsche “Weisheiten” entstanden wie:

“Man darf nur das anlegen, was man bereit ist zu verlieren”

Bullshit.

Das stimmt nur, wenn die Chance extrem groß ist, dass du wirklich alles verlierst. Also wenn du zum Beispiel auf Pferderennen setzt. Oder du mit deinen Freunden darauf wettest, dass dein Hund oder deine Katze in 2-5 Jahren zu sprechen beginnt.

Geld anzulegen sollte aber kein Glücksspiel sein

Kleeblatt - Geld anzulegen sollte kein Glücksspiel sein

Wenn du sinnvoll planst, dann ist es das auch nicht. Klar, niemand kann dir versprechen, dass du exakt 5 % oder 8 % oder 3 % Rendite pro Jahr über die nächsten 7 Jahre erzielst. Aber die Chance, dass du bei sinnvollem Investment positiv aussteigst ist bei längerer Laufzeit signifikant höher, als bei einer kurzen Laufzeit. Bei den größten Aktienindizes der Welt gibt es selten 10-Jahres-Perioden in denen du bei einmaligem oder laufendem Investment negativ ausgestiegen wärst.

Aber das ist nicht das Thema dieses Artikels – wie solltest du dein Geld jetzt “einmalig” anlegen?

In den meisten Fällen solltest du es eben NICHT einmalig anlegen. Je nachdem wie viel 20.000 € (oder die Zahl die du eben investieren willst) für dich bedeuten, solltest du dein Investment aufteilen. Aber auf wie viele Monate?

Eine Möglichkeit ist, deine Investitionssumme durch deine allgemeine monatliche Sparrate zu teilen und das Ergebnis durch 1 bis 2 zu teilen

Das sieht dann folgendermaßen aus:

Aktuell verdienst du 2.500 € netto. Davon kannst du monatlich 1.000 € sparen (ja, ich hab die Zahl gewählt, damit’s einfacher zu rechnen ist 😉 ).

Also 20.000 € geteilt durch 1.000 € = 20 Monate.

Wenn du’s durch zwei teilst, dann bist du auf 10 Monaten. Bei 1,5 bei 15 Monaten und bei 1 bei eben den 20 Monaten. Ob du jetzt 10, 15 oder 20 Monate auswählst basiert auf deiner persönlichen Präferenz.

Das ist keine mathematische Wunderformel oder Gewinnoptimierung

Es geht darum den oben beschriebenen Fall zu vermeiden (Verlust = “Ich verkaufe alles. Aktien, Investments, egal was… alles ist böse”). Statistisch wäre es sogar besser alles zu investieren und zwar auf einmal – wenn du lange genug Zeit hast. Aber wie bereits beschrieben, solltest du das deiner mentalen Verfassung wegen, im Falle eines Markteinbruchs, vermutlich eher vermeiden.

Wie lange solltest du jetzt Zeit haben um vernünftig zu investieren?

Uhr - Wie lange solltest du jetzt Zeit haben um vernünftig zu investieren?

Wir haben darüber bereits im Artikel “Das 3-Topf-System der Geldanlage Oder: Wann du wirklich über Geldanlage nachdenken solltest” geschrieben. Lies dir den Artikel, um alle Details zu erfahren. Wir machen hier die Kurzform.

Das Eingangs erwähnte E-Mail:

  • “Ich habe aktuell 20.000 € auf der Seite, die ich gerne anlegen würde. Was soll ich denn machen?”…

…hat sehr oft noch folgende Randbemerkung:

  • “Ich möchte das Geld für 2-3 Jahre anlegen, da wir dann vermutlich mit dem Hausbau/Wohnungskauf/ [irgendein anderes Investment] starten”

Falls es dir auch so geht, dann löse ich ein für alle Mal diese Frage für dich.

Hör auf darüber nachzudenken wie du dein Geld anlegen solltest

Stopschild - Hör auf darüber nachzudenken wie du dein Geld anlegen solltest

Je nachdem, ob du dich wohler fühlst, wenn’s am Bankkonto, unterm Bett oder im Garten vergraben liegt. Mach genau das. Investier’ dein Geld nicht in Indexfonds, Mischfonds, Aktien oder irgendwas Ähnlichem. Um vernünftig anzulegen, brauchst du als absolutes Minimum 4 Jahre Gesamtanlagezeit. Das heißt, wenn du deine “einmalige” Summe auf 2 Jahre verteilt investierst, dann solltest du nach diesen 2 Jahren nochmals mindestens 4 Jahre Zeit haben.

Je mehr desto besser. Der Grund dahinter ist, dass niemand vorhersagen kann wie sich die Märkte exakt entwickeln. Langfristig geht es nach oben (je nach Index mit einer Durchschnittsrendite von 7,5 % aufwärst – und das seit über 100 Jahren). Je länger du Zeit hast, desto weniger Risiko besteht für dich.

Bei 2 oder 3 Jahren kannst du aber nicht von 7,5 % Durchschnittsrendite ausgehen. Wenn du auf diesen Anlagehorizont dein Geld investierst, dann handelt es sich schlicht und ergreifend um ein Glücksspiel (wie das oben erwähnte Pferderennen).

Das heißt übrigens nicht, dass du gar kein Geld investieren solltest

Auch wenn in 2-3 Jahren der Immobilientraum vor der Tür steht oder du eine andere große Investition tätigen wirst, solltest du einen Teil deiner Sparrate langfristig veranlagen. Wieso kannst du in diesen zwei Artikeln nachlesen:

Etwas das bei normalen Investments ebenfalls jedem klar sein sollte ist Folgendes

Egal ob du in Indexfonds, ETFs oder gemanagte Fonds investierst. Das ist kein Weg SCHNELL reich zu werden. Du investierst nicht ein Jahr in Indexfonds und hast danach ausgesorgt oder immer die Chance auf 1.000 % Steigerung.

Mittel- oder langfristiges Investment in ETFs und/oder gemanagte Fonds ist DER Weg kontinuierlich und mit sehr, sehr großer Wahrscheinlich sein Kapital zu vermehren. Aber langsam und stetig. Nicht innerhalb sehr kurzer Zeit.

Falls du konkrete Zahlen sehen willst, dann kannst du dir folgenden Rechner zur Hilfe nehmen. Vergleiche einfach die Renditen von 2, 4 oder 6 % auf die verschiedenen Anlagehorizonte. Dazu musst du nur deinen Startzeitpunkt und dein Endalter wählen und dann auf „Berechnen“ klicken.

Was kommt wirklich raus?

Du beginnst mit Jahren und legst jeden Monat zur Seite bis du bist.

Dein ersparter Betrag mit Jahren ist bei…

2% Verzinsung:
4% Verzinsung:
6% Verzinsung:

Wie du siehst, ist der Unterschied zwischen 2, 4 oder 6 % auf lange Sicht gravierend. Wirklich relevant ist das, wenn du lange Zeit hast. Nicht bei 2-3 Jahren Anlagehorizont. Bei 2-3 Jahren kannst du sowieso nicht vernünftig / sinnvoll anlegen.

Im Moment fragst du dich vermutlich noch:

“Ja, und in was sollte ich jetzt konkret mein Geld investieren?”

Geld Investieren

Das hängt vor allem davon ab, wie lange du Zeit hast (das ist dir nach dem Lesen dieses Artikels vermutlich inzwischen klar). Wenn du ganz lange Zeit hast, dann kannst du stark aktienlastig (ETFs, gemanagte Fonds, …) investieren.

Je weniger Zeit du hast, desto eher solltest du in vermögensverwaltende Fonds investieren. Mehr zum Thema ETF und gemanagte Fonds erfährst du im Artikel: “Das musst du über ETFs, Fonds & CO wirklich wissen (inkl. was bei langfristiger Veranlagung am besten ist)”

Wenn du konkrete, individuelle Vorschläge für deine langfristige und mittelfristige Anlage brauchst, dann sprich direkt mit uns.

Wenn du all das beachtest, dann wirst du dich niemals ärgern müssen, dass  du eine “Unmenge an Geld” liegen gelassen hast. Oder ein richtig cooles Investment verpasst hast.

Deine nächsten Schritte

Du hast mehrere Möglichkeiten…

1. Wenn du generell wissen willst, worauf’s für dich als Uni- oder FH-Absolvent ankommt, wenn’s um deine Finanzen geht, dann hol dir den

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2. Du kannst auch sofort mit uns sprechen. Sieh dir an was wir für dich machen können.

Autor: Florian Märzendorfer

Fan von indischem Essen, Finanzplaner & Co-Founder von FiP.S.

Hasst Strandurlaube & verabscheut Beistrichregeln.

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