Auto leasen oder kaufen: Was ist für dich die bessere Entscheidung?
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Leasing überhaupt & welche Varianten gibt es?
- Auto leasen oder kaufen: die Vor- und Nachteile im Überblick
- Leasing, Kredit oder Barkauf – was ist günstiger?
- Wann solltest du leasen und wann nicht?
- Was spricht gegen Leasing?
- E-Auto leasen oder kaufen: Was ist besser?
- Neuwagen oder Gebrauchtwagen kaufen?
- Ist das überhaupt notwendig? Unsere Entscheidungs-Heuristik
- Häufige Fragen zu „Auto leasen oder kaufen“
Auto leasen oder kaufen? Vor dieser Frage steht früher oder später fast jeder von uns. In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Leasing-Varianten es gibt, was finanziell dafür und dagegen spricht und wie du die Entscheidung triffst, die zu deiner Situation passt. Inklusive Rechenbeispiel, E-Auto-Spezialfall und unserer persönlichen Entscheidungs-Heuristik.
- Ob Leasing für dich passt, ist vor allem eine Frage deiner Präferenzen: Je wichtiger dir dein Auto ist und je öfter du wechseln willst, desto eher kann Leasing spannend sein.
- In Summe kostet dich Leasing meist mehr als der Kauf. In den meisten Fällen ist der Barkauf am günstigsten, dahinter kommt der Kredit, dahinter das Leasing.
- Schau nie nur auf die Monatsrate oder den Zinssatz, sondern immer auf die Gesamtkosten: inklusive Restwert, Gebühren und Vollkasko-Versicherung.
- Laut aktueller Erhebung der Arbeiterkammer sind Autokredite in Österreich derzeit oft günstiger als Leasingfinanzierungen.
- Beim E-Auto ist das Restwertrisiko aktuell höher als beim Verbrenner. Leasing mit Restwert-Garantie kann dort deshalb besonders interessant sein.
- Leasing sollte nie der Weg sein, dir ein Auto zu leisten, das du dir sonst nicht leisten könntest.
Ed forschte und studierte an der Clemson Universität über die Wissenschaft des Bauens und über die Auswirkungen von Wind auf Holzrahmenhäuser. Auf einem Trip in die Karibik sah er auch die fatalen Auswirkungen des Hurrikans Marilyn. Tausende Holzhäuser wurden durch den Hurrikan vernichtet. Doch als Sutt durch die Trümmer ging, realisierte er, dass die beispiellose Zerstörung vermeidbar gewesen wäre.
Die konventionelle Weisheit sagte bis zu diesem Zeitpunkt: „Wenn dein Haus einen Hurrikan überleben soll, dann musst du mit teuren Materialien bauen. Die günstige Holzrahmenbauweise hält keinem Hurrikan stand.“ Doch Ed Sutt entdeckte, dass der Großteil der Zerstörung NICHT am Versagen des Holzes lag. Schuld waren die Nägel, die das Holz zusammenhielten. Mit diesem Wissen entwickelte Ed Sutt einen Nagel, der Hurrikans standhielt und Millionen von Menschen die Möglichkeit gab, ihre Häuser besser vor Hurrikans zu schützen.
Die Annahme, dass nur die teure Bauweise vor Hurrikans schützt und die günstige Bauweise automatisch zu eingestürzten Häusern führt, ist Schwarz/Weiß-Denken.
Ich selbst war lange der Ansicht, dass Leasing fast nie sinnvoll ist. Das liegt daran, dass ich es vor allem aus rein finanzieller Sicht betrachtet habe und mit einer Schwarz/Weiß-Brille. Aber wie so oft ist die Wahrheit und der Weg zu einer guten Entscheidung nicht immer so eindeutig. Thinking Gray ist ein Konzept, von dem ich zuletzt im Buch von Gabriel Weinberg & Lauren McCann (Super Thinking) gelesen habe.
Es geht darum, eben nicht sofort gut oder schlecht, schwarz oder weiß, falsch oder richtig, zu urteilen, sondern die Grauzonen zu sehen bzw. zu erkennen. Das Konzept Thinking Gray ist einfach zu verstehen — doch die tägliche und kontinuierliche Anwendung ist schwierig.
Versuchen wir das mal beim Thema Leasing. Starten wir mit der Frage…
Was ist Leasing überhaupt & welche Varianten gibt es?
Man kann Leasing durchaus mit Langzeitmiete vergleichen. Im Grunde überlässt dir der Leasinggeber — gegen eine Gebühr — die Nutzung eines Fahrzeugs für einen bestimmten Zeitraum. Üblicherweise beträgt die Laufzeit 1 Jahr bis 5 Jahre.
Die üblichen Formen in Österreich sind:
Restwert-Leasing
Beim Restwert-Leasing wird abhängig von geplanter Laufleistung, Leasingdauer und Preis des Autos ein „Restwert“ festgelegt. Dieser Wert gibt an, was das Fahrzeug voraussichtlich am Ende der Leasingdauer noch wert ist.
Die Leasingraten errechnen sich einfach gesagt aus der Differenz zwischen dem Kaufpreis (abzüglich Anzahlung) und dem Restwert + die Zinsen, die draufgeschlagen werden.
Im Grunde handelt es sich mehr um eine Finanzierungsform als um eine „Miete“.
Am Ende der Laufzeit kannst du dann entscheiden, ob du das Auto kaufst oder nicht. Restwert-Leasing gibt es sowohl mit Restwert-Garantie als auch ohne Garantie. D. h. entweder der Restwert wird vorab fix festgelegt und kann sich nicht verändern, oder der Restwert ist vom tatsächlichen Wert abhängig. Die Variante mit Garantie-Restwert kostet dich bei den laufenden Leasing-Raten meist etwas mehr.
Was bringt dir die Restwert-Garantie konkret? Dazu muss man wissen, dass der Restwert an zwei Stellen eine Rolle spielt.
Fall 1: Du kaufst das Auto am Ende raus. Dann ist der Restwert einfach dein Kaufpreis, und die Garantie spielt für dich kaum eine Rolle. Einen Haken gibt es trotzdem: Ist der Restwert im Vertrag unrealistisch hoch angesetzt (dafür wirken die Monatsraten schön niedrig), zahlst du beim Rauskaufen mehr, als das Auto tatsächlich wert ist.
Fall 2: Du gibst das Auto zurück. Dann verkauft der Leasinggeber das Auto, und jetzt wird es spannend. Bringt der Verkauf weniger als den kalkulierten Restwert, musst du ohne Restwert-Garantie die Differenz meist nachzahlen. Sagen wir, im Vertrag stehen 13.500 € Restwert und das Auto bringt beim Verkauf nur 11.500 €: Dann zahlst du 2.000 € nach, obwohl du das Auto gar nicht behältst.
Mit Restwert-Garantie ist genau das ausgeschlossen, die Differenz ist dann das Problem des Leasinggebers. Diese Absicherung bezahlst du in der Regel über etwas höhere Raten mit. Und sie deckt nur das Marktwert-Risiko: Mehrkilometer oder Schäden am Auto werden bei der Rückgabe trotzdem verrechnet.
Deshalb als Faustregel: Willst du das Auto am Ende ziemlich sicher rauskaufen, brauchst du die Garantie meist nicht. Willst du es eher zurückgeben oder ist der Gebrauchtmarkt schwer einzuschätzen (Stichwort E-Auto), ist sie viel wert.
Wie Rückgabe, Verwertung und die Aufteilung von Mehr- oder Mindererlös genau geregelt sind, steht im jeweiligen Vertrag. Leasinggeber müssen dich über das Restwertrisiko übrigens gesetzlich aufklären. Genau dort solltest du vor der Unterschrift hinschauen.
Leasing mit Vollamortisation
Hier gibt es keinen Restwert. Du bezahlst während der Laufzeit das gesamte Auto ab. Auch hier handelt es sich eher um eine Finanzierungsform als um eine klassische Miete.
Operating Leasing
Operating Leasing ist das, was dem „Mieten“ am nächsten kommt. Nach dem Ende der Laufzeit ist der Leasinggeber allein verantwortlich für den Verkauf bzw. die Verwertung des Autos. Du haftest für keinen Restwert (und somit auch für keine unvorhergesehenen Veränderungen am Automarkt wie zum Beispiel Preisverfall bei Dieselfahrzeugen oder dramatische Weiterentwicklung von Batterietechnologie). Deine Monatsraten werden allerdings auch etwas höher ausfallen.
Speziell bei Selbständigen bzw. Firmen findet man Operating Leasing, da man meist die gesamte Leasing-Rate abschreiben kann. Doch die Variante kann auch als Privatperson spannend sein, wenn man beispielsweise alle paar Jahre ein neues Auto fahren will und sich so gut wie um gar nichts kümmern möchte.
Auto leasen oder kaufen: die Vor- und Nachteile im Überblick
Bevor wir tiefer einsteigen, hier die Kurzfassung: die wichtigsten Vor- und Nachteile von Leasing und Kauf im direkten Überblick. Gerade wenn du privat vor der Frage stehst, ob du dein Auto leasen oder kaufen sollst, hilft dir das als erste Orientierung. Die Details besprechen wir danach in Ruhe.
Vorteile & Nachteile von Leasing
Vorteile & Nachteile beim Autokauf
Leasing, Kredit oder Barkauf – was ist günstiger?
Die kurze Antwort: In den meisten Fällen ist der Barkauf am günstigsten, dahinter kommt der Kredit, dahinter das Leasing. Die längere Antwort hängt wie so oft an den Details: am Zinssatz, am Restwert, an den Gebühren und an der Vollkasko. Schauen wir uns das konkret an.
Rechenbeispiel: Leasing vs. Kreditkauf vs. Barkauf
Nehmen wir einen Kompaktklasse-Neuwagen um 30.000 € und eine Laufzeit von 48 Monaten. Mit Konditionen, wie sie Stand Mitte 2026 in Österreich realistisch sind (Autokredit rund 7 % effektiv, Leasing rund 6 % effektiv, kalkulierter Restwert 13.500 €, also 45 %), sieht der Vergleich ungefähr so aus:
Barkauf: Du zahlst 30.000 €. Fertig.
Kreditkauf: Rund 715 € im Monat, 48 Monate lang. Macht in Summe rund 34.300 €.
Leasing: Rund 450 € im Monat, 48 Monate lang. Das klingt nach der günstigsten Variante, ist in Summe aber erst rund 21.700 €. Willst du das Auto danach behalten, kommt der Restwert von 13.500 € dazu, plus Bearbeitungs- und Rechtsgeschäftsgebühr (in Österreich 1 %, ja, die gibt es beim Leasing nach wie vor). Damit bist du bei rund 35.500 €. Und die durchgehende Vollkasko kommt on top.
Hier nochmal alle drei Varianten im direkten Vergleich:
Am Ende besitzt du in allen drei Fällen dasselbe Auto. Nur hast du beim Kredit rund 4.300 € und beim Leasing rund 5.500 € mehr dafür bezahlt als beim Barkauf. Du brauchst dafür übrigens keinen eigenen „Auto leasen oder kaufen“-Rechner: Zähl einfach alle Raten, den Restwert und die Gebühren zusammen und vergleich die Gesamtsumme. Genau an der Monatsrate alleine scheitern die meisten Vergleiche.
Das ist eine Modellrechnung mit gerundeten Werten. Deine tatsächlichen Konditionen hängen von Bonität, Anbieter, Anzahlung und Restwert ab. An der Reihenfolge ändert sich in den meisten Fällen aber wenig.
Und falls du das Geld für den Barkauf zwar hättest, dich aber fragst, ob du es nicht lieber investieren und dafür finanzieren solltest: Genau darüber haben wir in Schulden zurückzahlen oder investieren? ausführlich geschrieben.
Beim Leasing (und auch beim Kredit) bleibt dir zwischendurch mehr Geld am Konto, weil du nicht alles sofort ausgibst. Das könntest du natürlich anlegen. Selbst wenn du dafür nur rund 2 % pro Jahr bekommst, kommt über 48 Monate ein bisschen was zusammen: Die Abstände aus unserem Beispiel schrumpfen dann auf rund 3.000 € (Kredit) bzw. rund 3.700 € (Leasing) gegenüber dem Barkauf.
An der Reihenfolge ändert das aber nichts. Damit Finanzieren den Barkauf wirklich schlägt, müsstest du dein Geld dauerhaft über dem Kreditzins anlegen. Du merkst schon: So riesig, dass Leasing plötzlich eindeutig gewinnt, werden die Unterschiede nicht.
Genau deshalb bleibt es dabei: Bei dieser Entscheidung gibt meist gar nicht das Finanzielle den Ausschlag, sondern die anderen Dinge, zu denen wir gleich kommen.
Autokredit vs. Leasing in Österreich
Die Arbeiterkammer erhebt immer wieder die Konditionen von Autokrediten und Leasingfinanzierungen. Das Ergebnis der aktuellen Erhebung: Autokredite sind derzeit oft günstiger zu haben als Leasing.
Spannend ist aber der Blick hinter die Zahlen: Bei einer AK-Erhebung aus Wien (Mystery Shopping bei 8 Leasinggesellschaften und 11 Banken) lagen die reinen Effektivzinsen beim Leasing sogar oft unter denen der Kredite, grob 5 bis 9 % beim Leasing gegenüber rund 7 bis 12 % beim Kredit. Gekippt ist der Vergleich erst bei den Gesamtkosten: die in der Praxis meist verlangte Vollkasko, Bearbeitungsgebühr, Rechtsgeschäftsgebühr. Die Lehre daraus kennst du schon aus unserem Rechenbeispiel: Schau nie nur auf den Zinssatz oder die Monatsrate, sondern immer auf die Gesamtkosten.
Zur groben Orientierung, Stand Mitte 2026: Konsumkredite kosten in Österreich im Schnitt rund 9,5 % effektiv (OeNB-Zinsstatistik), besicherte Autokredite gibt es je nach Bonität und Anbieter aber schon ab rund 5,5 %. In unserem Artikel Kreditvergleich: Was oft übersehen wird geht es zwar um Immobilienkredite, ein paar Grundprinzipien daraus gelten aber für jeden Kredit.
Der Effektivzins ist ein besserer Startpunkt als der reine Sollzins, weil er die Nebenkosten zumindest teilweise abbildet. Aber Achtung: Nicht alle Anbieter rechnen den Effektivzins gleich sauber, und je nachdem, was eingerechnet wird, sind die Angaben nicht immer wirklich vergleichbar. Verlass dich deshalb nicht blind auf den ausgewiesenen Effektivzins, sondern rechne lieber selbst nach: Sollzins plus wirklich alle Nebengebühren über die gesamte Laufzeit. Und unterschätze nicht, was eine längere Laufzeit in Summe kostet.
Und weil sich das Zinsumfeld laufend dreht: Welche Finanzierungsform gerade die Nase vorne hat, ändert sich immer wieder. Bei einer AK-Erhebung 2021 hatte z. B. noch das Leasing knapp die Nase vorne. Verlass dich also nicht auf Pauschalaussagen (auch nicht auf unsere).
Ganz wichtig dabei: Solche Erhebungen und auch unser Rechenbeispiel zeigen Durchschnittswerte. Entscheidend ist am Ende immer das konkrete Einzelangebot. Da kann Leasing durchaus auch mal besser sein als die Kreditfinanzierung, und es gibt immer wieder spezielle Aktionsangebote, bei denen Leasing richtig spannend wird. Am Ende des Tages hilft deshalb nur eines: durchrechnen.
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Wann solltest du leasen und wann nicht?
Die Antwort auf diese Frage ist überraschenderweise meist nicht finanzieller Natur. Selbstverständlich solltest du, wenn du dich für Leasing entscheidest, im Fall der Fälle verschiedene Leasing-Angebote vergleichen und dich näher mit dem Thema beschäftigen. Doch die grundsätzliche Entscheidung, ob Leasing für dich in Frage kommt, hängt von deiner persönlichen Situation und deinen Präferenzen ab.
Diese Fragen helfen dir bei der Entscheidung: Leasen oder kaufen?
Hast du gerne einen Neuwagen? Wechselst du am liebsten alle 3-4 Jahre dein Auto? Je eher dies auf dich zutrifft, desto eher kann Leasing spannend sein. Denn hier kannst du zum Beispiel beim Operating Leasing alle paar Jahre dein Auto wechseln, ohne viel darüber nachdenken zu müssen.
Wenn dir dein Auto völlig egal ist, du nicht viel Geld dafür ausgeben willst und ganz wenige km im Jahr fährst, dann ist Leasing vermutlich nicht wirklich sinnvoll. Je weniger wichtig dir dein Auto ist, desto mehr rückt der finanzielle Aspekt in den Vordergrund. Du kannst zwar auch Gebrauchtwagen leasen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du finanziell hier besser aussteigst, ist relativ gering.
Ist Leasing für dich nur eine Option und du hättest das Geld auch so auf der Seite? Wenn dies der Fall ist, wird finanziell fast immer der Kauf besser sein — denn bei einem Kauf kannst du meist einen besseren Preis verhandeln.
Falls du gerade frisch mit dem Studium fertig geworden bist und gar kein Geld auf der Seite hast, dir dein Auto aber wichtig ist, dann kann Leasing natürlich auch eine passende Option sein.
Sagen wir du kaufst dir zum ersten Mal ein Elektrofahrzeug. Je unsicherer du bist, desto eher kannst du natürlich zu einer Leasing-Variante greifen, um das Risiko der Anschaffung zu minimieren. Die Mehrkosten, die dir das Leasing verursacht, sind der Preis für die Abwälzung dieses Risikos.
Falls du jetzt schon relativ sicher weißt, dass du in 3 Jahren ein Firmenauto bekommst oder die Wahrscheinlichkeit enorm hoch ist, dann kann Leasing natürlich auch wieder eine Variante sein, die aufgrund der besonderen Situation spannend ist.
Die entscheidende Frage: Wie wichtig ist dir dein Auto?
In meiner aktuellen, persönlichen Lebenssituation (wenige km pro Jahr, keine besondere Affinität zu Autos, …) ist mir mein Auto wenig bis gar nicht wichtig. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich für ein Auto deutlich mehr als 10.000 € ausgebe ist relativ gering. Ich habe darüber schon in unserem Artikel Wann solltest du viel Geld ausgeben, wann nicht in Punkt 5 näher geschrieben (mehr dazu später). Das heißt für mich persönlich ist Leasing im Moment kein Thema.
Was spricht gegen Leasing?
Egal in welcher Situation du dich befindest, es gibt ein paar Gründe, die gegen Leasing sprechen. Wenn du also vor der Entscheidung stehst, dann solltest du dir auch dazu Gedanken machen.
Du brauchst meist durchgehend eine Vollkasko-Versicherung
Dadurch hast du zwar im Fall der Fälle auch den vollen Schutz, bezahlst aber laufend mehr. Im Vergleich zum Neuwagen, den du dir kaufst, ist das kein großer Faktor, da du auch beim Neuwagen in den ersten Jahren sehr wahrscheinlich eine Vollkasko nimmst.
Im Vergleich zu einem Gebrauchtwagen kann dies aber ein größerer Unterschied beim laufenden Kostenfaktor sein. Wie viel bei der KFZ-Versicherung insgesamt drinnen ist, siehst du übrigens in unserer KFZ-Versicherung – Case Study.
Als kleiner Tipp nebenbei: Falls du dich fragst, ob du bei deinem aktuellen Auto die Vollkasko-Versicherung behalten sollst oder nicht, dann kann die Fahrzeugbewertung von Autopreisspiegel spannend sein. Als ÖAMTC-Mitglied hast du hier z. B. 5 Abfragen gratis. Die Bewertung kann auch beim Kauf bzw. Verkauf eines Gebrauchtwagens hilfreich sein.
Leasing befeuert die Lifestyle-Inflation
Aus der Sicht der Lifestyle-Inflation kann Leasing verheerend sein. Wenn du dich erst mal an schönere und bessere Autos gewöhnt hast, dann ist ein Rückschritt schwierig. Fast niemand wechselt gerne vom Tipptopp-Neuwagen zum nicht mehr ganz so tollen Gebrauchtwagen.
Dazu fällt mir ein Zitat von Seneca ein:
„It is in the power of any man to despise all things, but of no man to possess all things. The shortest way to riches is to despise riches.“
– Seneca, Epistles 62.3
Mit Leasing heizt du die Lifestyle-Inflation eher an, anstatt sie abzukühlen.
Das bringt uns zu folgender Erkenntnis:
Leasing kostet im Schnitt mehr
In Ausnahmefällen kann ein gutes Leasing-Angebot günstiger als die Alternativen sein, aber im Großteil der Fälle wird dich Leasing mehr kosten. Du solltest generell nicht zu Leasing greifen, weil du dir sonst das Auto nicht leisten könntest (außer in speziellen Situationen), sondern weil du dich aufgrund der bisher besprochenen Punkte dafür entschieden hast. Eine bewusste Entscheidung für Leasing unter Berücksichtigung der wichtigsten Aspekte ist völlig ok.
Ein Sonderfall, bei dem sich die Leasing-Frage gerade besonders oft stellt, ist das E-Auto. Schauen wir uns den genauer an.
E-Auto leasen oder kaufen: Was ist besser?
Ob du ein E-Auto leasen oder kaufen sollst, ist im Kern dieselbe Frage wie beim Verbrenner. Es gibt allerdings zwei Besonderheiten, die die Antwort verschieben können: den Wertverlust samt Technologierisiko und die Förderungen bzw. laufenden Kosten. Gehen wir beide durch.
Wertverlust & Technologierisiko beim E-Auto
Gebrauchte E-Autos haben zuletzt deutlich schneller an Wert verloren als Verbrenner: Nach Daten aus Deutschland lag der Restwert nach drei Jahren bei E-Autos zuletzt bei rund 50 % des Listenpreises, bei Benzinern bei über 60 % (Stand 2025; für Österreich gibt es keine vergleichbar saubere Statistik, die Richtung gilt aber sinngemäß auch bei uns).
Der Grund ist weniger, dass die Batterien schneller kaputt werden. Es liegt vor allem daran, dass die Technologie sich weiterentwickelt und die Batteriepreise laufend fallen. Neue E-Autos werden dadurch besser und billiger, und das drückt die Preise der gebrauchten. Fachleute erwarten zwar, dass sich die Restwerte stabilisieren, weil die ganz großen Technologiesprünge vorbei sind. Das Restwertrisiko bleibt beim E-Auto aber vorerst höher als beim Verbrenner.
Und genau hier spielt Leasing seinen größten Vorteil aus: Mit Restwert-Garantie oder Operating Leasing wälzt du dieses Risiko auf den Leasinggeber ab. Der ÖAMTC empfiehlt sogar explizit, E-Autos mit Restwert-Garantie zu leasen. Das deckt sich mit dem, was weiter oben schon stand: Die Mehrkosten des Leasings sind der Preis für die Abwälzung des Risikos — und beim E-Auto ist dieses Risiko aktuell real größer.
Kaufst du hingegen ein gebrauchtes E-Auto, gilt: Auf die Batteriegarantie achten (bei den meisten Herstellern 8 Jahre oder 160.000 km, Garantiefall meist unter 70 % Restkapazität) und den Batteriezustand („State of Health“) vor dem Kauf checken lassen. So einen Batterie-Check bietet z. B. der ÖAMTC an.
Förderungen & laufende Kosten beim E-Auto
Bei den Förderungen hat sich zuletzt einiges geändert, leider nach unten: Die Bundesförderung für den privaten E-Auto-Kauf ist ausgelaufen, das Budget war ausgeschöpft. Stand Mitte 2026 gibt es für Privatpersonen keine bundesweite Kaufförderung mehr und auf Landesebene im Wesentlichen nur noch eine im Burgenland (bis zu 2.000 €).
Den aktuellen Stand findest du auf umweltfoerderung.at bzw. bei deinem Bundesland. Bau deine Kaufentscheidung aber besser nicht auf einer Förderung auf.
Steuerlich bleibt das E-Auto trotzdem im Vorteil: Es fällt keine NoVA an. Seit April 2025 zahlen allerdings auch E-Autos die motorbezogene Versicherungssteuer. Je nach Leistung und Gewicht sind das typischerweise ein paar hundert Euro pro Jahr (bei den meisten Modellen unter 500 €), aber immer noch weniger als bei vergleichbaren Verbrennern.
Bei den laufenden Kosten fährt das E-Auto klar voran: Wenn du zu Hause lädst, kostet dich der „Treibstoff“ pro 100 km derzeit grob die Hälfte oder weniger im Vergleich zum Benziner. Überschlagsmäßig sind das rund 5 bis 5,5 € Strom gegenüber rund 12 bis 13 € Sprit (eigene Überschlagsrechnung mit Durchschnittspreisen, Stand 2025/2026). An öffentlichen Schnellladern schrumpft dieser Vorteil allerdings deutlich.
Und auch bei der Wartung liegen E-Autos vorne: Laut Erhebungen sind die Inspektionskosten beim Verbrenner um mindestens ein Drittel höher als bei vergleichbaren E-Autos.
Unterm Strich gilt beim E-Auto dieselbe Logik wie im Rest dieses Artikels, nur mit verschobenen Gewichten: Je unsicherer du bei der Technologie bist und je schwerer der Wiederverkauf einzuschätzen ist, desto eher ist Leasing mit Restwert-Garantie beim E-Auto eine Überlegung wert. Auch für Leute, die dem Leasing sonst eher skeptisch gegenüberstehen (so wie wir). Automatisch günstiger wird das Leasing dadurch aber nicht. Die Gesamtkostenrechnung von oben gilt auch hier.
Natürlich stellt sich an diesem Punkt auch die Frage:
Neuwagen oder Gebrauchtwagen kaufen?
Bevor du überhaupt über Leasing nachdenkst, stellt sich die Frage, ob du ein neues oder ein gebrauchtes Auto kaufen willst. Auch hier steht wieder die Frage „Wie wichtig ist dir dein Auto?“ im Vordergrund.
Die Pauschalaussage, dass ein Neuwagen insgesamt teurer als ein Gebrauchtwagen ist, muss nicht immer stimmen. Ja, du verlierst innerhalb eines Jahres ca. 20-30 % an Wert und die ersten 10 % an Wert sogar nachdem du das Auto ein paar hundert Meter bewegt hast, aber in der Gesamtbetrachtung zählt eigentlich nur, wie viel dich das Auto über seine gesamte Laufzeit pro gefahrenen Kilometer kostet.
Die größten Kostenfaktoren beim Autokauf
- Kaufkosten und Wertverlust
- Finanzierungskosten
- Instandhaltung und Reparatur
- Treibstoffkosten / Stromkosten
- Versicherungskosten (inkl. Steuer)
Um endgültig sagen zu können was besser ist, müsstest du all das berücksichtigen. Hier stellt sich zum Beispiel auch die Frage, ob du vorhast dein Auto so lange wie möglich zu behalten oder es nach 4-5 Jahren verkaufen willst. Je länger du dein Auto behältst, desto weniger Gedanken wirst du dir über den Wertverlust machen müssen. Je früher du verkaufst desto relevanter ist dieser Punkt. Aufgrund des Wertverlusts zu Beginn existiert auch die Faustregel: Ein Vorführer, der ein paar Kilometer drauf hat, ist der bessere Deal als ein komplett neues Auto. In den meisten Fällen wird das auch tatsächlich so sein.
Zusätzlich sind manche Autos in der Instandhaltung und Reparatur teurer. Neuere Autos verbrauchen üblicherweise weniger Sprit. Beim Elektro-Auto ist der Wertverlust womöglich höher, da sich vielleicht die Technologie nochmals deutlich verbessern wird. Es wird deshalb schwierig sein, eine wirklich vollumfängliche Bewertung durchzuführen. Deshalb stellt sich auch die Frage:
Ist das überhaupt notwendig? Unsere Entscheidungs-Heuristik
Die grundsätzliche Entscheidung zwischen Leasing, Neuwagen oder Gebrauchtwagen ist einerseits eine psychologische Entscheidung, andererseits eine finanzielle. Ich verwende folgendes grobes Gedankenmodell (ich habe darüber schon im Artikel Viel oder wenig Geld ausgeben geschrieben) und zitiere mich hier mal selbst:
„Das Auto darf mir pro Jahr nicht mehr als 2.000 € kosten (ohne Betriebskosten)
Wenn ich mir ein Auto um 10.000 € kaufe, dann muss ich damit mindestens 5 Jahre (10.000 € geteilt durch 5 Jahre = 2.000 €) ohne großartige Reparaturen unterwegs sein. Falls du dir gerade die Frage stellst, wie ich auf die 2.000 € komme…
Dahinter steckt keine mathematische Zauberformel. Mir ist ein Auto nicht so wichtig, deshalb ist die Zahl nicht höher. Ich versuche sogar eher bei 1.500 € pro Jahr zu landen.“
Die Idee dahinter ist, aus dem Autokauf keine Wissenschaft zu machen, und meine Zeit nicht damit zu verschwenden, unzählige Stunden an Recherche aufzuwenden. Das heißt nicht, dass eine längere Recherche immer Zeitverschwendung ist — für mich persönlich wäre das aber so, da mir ein Auto nicht so wichtig ist. Deshalb auch die 2.000-€-Regel.
Ist die 2.000-€-Regel perfekt? Nein. Teurere Neuwagen kannst du damit definitiv nicht kaufen. Wenn du viele Kilometer pro Jahr fährst, kann die Kalkulation ebenfalls schwierig werden. Doch für die meisten Durchschnittsautos und Durchschnittswerte bei den jährlichen Kilometern kann die 2.000-€-Regel ein guter Richtwert sein.
Welchen Wert du ansetzt ist Geschmackssache. Auch Leasing kann, wenn es zu deinen Vorlieben passt und du es dir leisten willst, völlig ok sein. Wie vorhin schon erwähnt: Leasing sollte nicht die erste Wahl sein, weil du dir dein Wunschauto sonst nicht leisten kannst, sondern du solltest dich bewusst aus anderen Gründen (Komfort, etc.) dafür entscheiden — oder eben dagegen.
Je nachdem in welcher Lebenssituation du dich befindest und was dir persönlich wichtig ist, kann Leasing der Sargnagel für deine Finanzen sein oder der Nagel, der ermöglicht, dass Häuser selbst Hurrikans trotzen.
Häufige Fragen zu „Auto leasen oder kaufen“
Ist Leasing günstiger als ein Autokauf?
Was ist besser: Auto leasen oder kaufen?
Für wen lohnt sich Leasing und für wen nicht?
Was spricht gegen Autoleasing bzw. wo ist der Haken?
Leasing oder Finanzierung – was ist besser?
Lohnt es sich, ein E-Auto zu leasen oder zu kaufen?
Was sind die häufigsten Fehler beim Leasing?
Beim Autokauf selbst können wir dich nicht unterstützen. Das ist nicht unsere Expertise. Aber wenn’s um Finanzen für Uni- und FH-Absolventen geht, dann sind wir die richtigen. Hier meine Empfehlungen:
1. Hol dir unseren ultimativen Finanzplanungsguide für Uni- und FH-Absolventen.
Dort erfährst du alles was du zu Versicherungen, Geldanlage, Vorsorge & Co als Akademiker wissen musst.
2. Sprich sofort mit uns und beginne mit deiner smarten Finanzplanung. Hier erhältst du mehr Infos: