Der große Jahrescheck: So manage ich meine Ausgaben

Jahrescheck Ausgabenmanagement

Im April 1980 entschieden die Bandmitglieder Dave Mustaine aus der Band zu werfen…

Die Rede ist von Metallica. Am selben Tag erhielt Kirk Hammett den Job. Er war in seinen Zwanzigern und bisher bei Exodus als Gitarrist tätig. Metallica war zu dem Zeitpunkt bereits am Weg nach oben. Ein paar Jahre später würde die Band eine der erfolgreichsten der Welt sein und 100 Millionen Alben verkaufen. Was hättest du in Hammetts Situation gemacht?

Feiern? Froh sein, dass du’s geschafft hast? Das machte Hammett: Er suchte sich in seiner Heimatstadt San Francisco einen Gitarrenlehrer. Denn, obwohl er gerade seinen Traumjob bekommen hatte, wollte er noch besser werden. Kirk Hammett lernte ganze zwei Jahre bei Joe Satriani, der später als einer der besten Gitarrenspieler der Welt bekannt wurde.

Kirk wusste: Wir können alle immer besser werden, egal wie weit wir sind. Egal wie erfolgreich oder erfolglos wir im Moment sind. Kontinuierliche Verbesserung ist der Grundstein für dauerhaften Erfolg. 

Und das ist einer der Gründe, warum ich jedes Jahr meinen persönlichen Jahrescheck durchführe

Das Ziel ist mich zu verbessern, sicherzustellen, dass ich meinen persönlichen Werten folge und alle Aspekte meines Lebens optimiere. Und im Fokus stehen natürlich auch meine Finanzen. So wie Kirk Hammett wusste, dass er sein Gitarrenspiel kontinuierlich verbessern kann, so können auch wir unsere Finanzen (und vor allem Ausgaben) kontinuierlich optimieren. 

Optimierung bedeutet für mich auch schlechte Gewohnheiten oder ungewollte Gewohnheiten aufzuspüren und zu eliminieren, bevor sie dauerhaften Schaden anrichten können. Wir sehen uns in diesem Artikel deshalb unter anderem folgende Dinge an:

  • Jahrescheck: Wie gehe ich persönlich vor? Welche Schlüsse und Maßnahme ziehe ich aus den Ergebnissen? Worauf achte ich besonders um mein (Finanz)Leben zu optimieren?
  • Wie stoppst du Gewohnheiten, die langfristig kein Vorteil für dich sind?
  • Welche Alternativen gibt es zu einem Jahrescheck und worauf solltest du vor allem achten, wenn du über Budgets und Ausgaben nachdenkst.

Starten wir damit, wie mein Jahrescheck abläuft.

Jahrescheck: Wie gehe ich persönlich vor?

Jahrescheck: Wie gehe ich persönlich vor?

01.01. Neujahrstag. 

Nach 27.300 Weihnachtsfilmen, die zu 90 % dieselbe Story haben (Großstadt-Frau muss aus welchem Grund auch immer aufs Land, verliebt sich dort und kehrt der Stadt den Rücken), sitze ich am Neujahrstag also jedes Jahr wie in einer Zeitschleife vor meinem PC und beginne mit meinem Jahrescheck 😉 Das hört sich jetzt so an als nervt es mich, aber ich freue mich immer darauf. 

Diese Routine gibt mir Freiheit. Der jährliche Check bedeutet für mich, dass ich mich nicht jeden Monat oder noch öfter mit meinen Finanzen beschäftigen muss. Wie sieht meine Vorgehensweise im Detail aus?

1. Einloggen in die relevanten Online-Bankingkonten

2. Exportieren der Umsätze des gesamten letzten Jahres als Excel-File(s) (ich sehe mir nur die Ausgaben an)

3. Sortierung des Ausgabenfiles nach Größe (die größte Ausgabe steht ganz oben)

4. Analyse der Excel-Files

Relativ simpel, oder? 

Ich denke bei Punkt 1 bis 3 ist keine ausführliche Erklärung notwendig. Falls du ein super fancy Online-Banking hast, dann brauchst du vielleicht gar kein Excelfile, sondern bekommst bereits schön aufbereitete Auswertungen. Wie du zu den Daten kommst, ist egal. Es geht nicht um die technische Umsetzung, sondern was wir dann mit den Daten machen.

Ich habe an diesem Punkt also mein Ausgabenexcel der Größe nach sortiert

D.h. die größten Ausgaben sehe ich als Erstes. Bevor ich mich allerdings auf diese Ausgaben stürze, bereinige ich die Buchungen um alle Sparbeiträge (langfristige Vorsorge, mittelfristige Ansparungen & kurzfristige Sparaktivitäten). Es sollen nur meine tatsächlichen “Ausgaben” übrigbleiben (Wohnen, Essen, Entertainment & Co).

Um einen Überblick zu bekommen, checke ich als allererstes meine Gesamtausgaben – wie viel habe ich in diesem Jahr insgesamt ausgegeben? Da über mein Konto sowohl Paypal, Kreditkarten & Co abgerechnet werden, ist es tatsächlich so, dass ich ALLE Ausgaben sehe. Der Gesamtwert ist für mich vor allem im Vergleich zum Vorjahr spannend.

Was sehe ich mir sonst noch an?

Jahrescheck - Was sehe ich mir sonst noch an?

Meine Einkäufe des täglichen Bedarfs erledige ich zu 99,9 % bei Hofer, Merkur und DM. Damit kann ich relativ einfach bestimmen wie viel ich für diese Dinge ausgegeben habe. Dasselbe gilt für Online-Einkäufe – vieles erledige ich auf den gleichen Seiten (meine Gewürze kaufe ich zum Beispiel bei https://www.stayspiced.com). Diese Analyse hat auch schon mal dazu geführt, dass ich die Amazon App von meinem Handy gelöscht habe, um Impulskäufe zu vermeiden. 

Bei einem Thema wie Amazon sehe ich mir im Detail dann auch an, was ich mir in diesem Jahr exakt gekauft habe. Das bringt mich auch zu einem entscheidenden Punkt der Übung:

Ich beurteile meine Ausgaben dann basierend auf meinen Werten & Prinzipien

Die Fragen, die ich mir dabei stelle, sind:

  • Stimmen meine Ausgaben mit meinen persönlichen Werten & Prinzipien überein?
    Ich mache eine schnelle Bewertung mit + (positiv), ~ (neutral) oder – (negativ) für die größten Ausgaben. Mehr dazu später.Ich versuche mit dem System für mich auf schnelle Art und Weise die Frage zu beantworten: Habe ich Geld für die Dinge ausgegeben, die mir wichtig sind oder finde ich Ausgaben die nicht mit meinen Prinzipien übereinstimmen? Wichtig ist, dass man sich hier nichts schönredet (”Das Tablet nur fürs Badezimmer spart mir aber wirklich viel Zeit :-D”).Ich gehe aber nicht jeden Mini-Betrag am Konto durch sondern versuche vor allem alle Einzelausgaben über 100 € zu bewerten (je nach Einkommen und persönlicher Einstellung kann der Wert höher oder niedriger sein). Für die Werte darunter versuche ich einen groben Überblick zu bekommen und vor allem wiederkehrende Ausgaben (auch wenn es kleine Beträge sind) zu bewerten.
  • Was kann ich machen, um mehr Budget in Richtung jener Dinge zu lenken die mir wichtig sind und weniger für Dinge auszugeben, die mir in Wahrheit nicht wichtig sind?
    Nachdem ich identifiziert habe welche Ausgaben (-) negativ sind, überlege ich wie ich diese Ausgaben in Zukunft vermeiden kann. Auch dazu später mehr.
  • Welche speziellen Ziele möchte ich im nächsten Jahr erreichen? Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr verändert und warum? Was möchte ich ändern?
    Im Grunde frage ich mich: Zeigt meine (finanzielle) Entwicklungskurve in die richtige Richtung basierend auf meinen Werten, Prinzipien und dem IST-Zustand? Wie sieht es im Vergleich zum Vorjahr aus? Wie kann ich den Verlauf noch verbessern oder eingreifen, falls meine Entwicklungskurve in eine falsche Richtung zeigt?

Um das machen zu können, muss man natürlich zuerst mal seine eigenen Werte, Prinzipien und Einstellungen definieren. Für mehr Infos dazu schau dir Leitsatz Nummer 7 aus unserem Blogartikel „7 Leitsätze für ein sorgenfreies Leben & exzellente Finanzen – Teil 2“ an.

Neben der Bewertung (+) positiv, (-) negativ und (~) neutral erstelle ich auch eine Spalte “Kategorie

Neben der Bewertung (+) positiv, (-) negativ und (~) neutral

Dort versuche ich meine Ausgaben einem übergeordneten Thema zuzuordnen. Meine Kategorien beinhalten Dinge wie Essen, Weiterbildung, Strom & Wärme, Wohnen (=Miete), Fitness, usw. Diese Kategorien zähle ich dann im Excel zusammen (ein Hoch auf die SUMMEWENN() Formel) und rechne sie auf monatliche Ausgaben um. Deshalb weiß ich zum Beispiel, dass ich im letzten Jahr 350 € monatlich für Essen und Dinge des täglichen Bedarfs benötigt habe. 

Wie eingangs erwähnt: Vielleicht kann deine Bank-App das automatisch. Ich halte es für förderlich sich etwas näher mit dem Thema beschäftigen zu müssen und zeitlich brauche ich für den Vorgang keine 60 min. Deshalb arbeite ich hier bewusst mit Excel und keiner App oder Ähnlichem. Aber: Wichtig ist sich damit zu beschäftigen – egal wie.

Bevor wir uns ein konkretes Beispiel ansehen, kurz noch ein paar Worte zu meinen Prinzipien und Werten:

Eines meiner wichtigsten Prinzipien ist lebenslanges Lernen

Ich habe sogar ein eigenes Weiterbildungsbudget das mich dazu “zwingt”, einen gewissen Teil meines Einkommens für Weiterbildung auszugeben. Jede Ausgabe, die ich für Weiterbildung mache, erhält automatisch ein + (positiv) von mir. Dasselbe gilt für Ausgaben, die meine Gesundheit und Fitness verbessern. 

Für dieses Jahr war deshalb eines meiner finanziellen Ziele nicht zwingend notwendige Ausgaben zu vermeiden, die nicht mit Weiterbildung oder Fitness zusammenhängen. Alles was mehr als 50 € kostet und nicht mit meiner Gesundheit oder Lernen zu tun hat, bekommt also ein automatisches “Nein”. 

Welche Erkenntnisse ziehe ich jetzt aus meinen Ergebnissen?

Nach der Bearbeitung meines Excelfiles habe ich im Grunde meine größten Einzelausgaben vor mir und eine Liste an Kategorien mit durchschnittlichen, monatlichen Ausgaben.

Meine größten Ausgaben im letzten Jahr waren:

Einzelausgaben (Top 4)

ausgaben für Hemden und Handy
  • 500 € Kurs zum Thema effizient und richtig Entscheidungen treffen
    (Hier handelt es sich um einen Online-Kurs; Teil meines Weiterbildungsbudgets).
  • 417 € Hemden
    (Nein, das war nicht das mit Gold bestickte Leinenhemd, sondern eine Sammelbestellung von 7 Maßhemden, nachdem meine alten Hemden mehr oder weniger Schrott waren)
  • 345 € Tierarztrechnung Katzen
    (das war leider ein etwas teurer Besuch)
  • 217 € Mobiltelefon
    (nachdem ich bei meinem alten Gerät, aufgrund der unglaublich tollen Ladezeiten, jeden Tag genervt war. Das neue Telefon habe ich jetzt hoffentlich wieder >4 Jahre)

Die Tierarztrechnung der Katzen ist ein Ausreißer im Vergleich zu den Vorjahren. Aber keine Angst, es geht ihnen gut. Hier ein aktuelles Beweisfoto:

Katze mit Akademikerhut und Krone

Bei den Einzelausgaben habe ich die monatliche Miete bzw. generell laufende, wiederkehrende Kosten rausgenommen. Deshalb sehen wir uns mal die größten Kategorien an.

Kategorien (Top 4, monatliche Ausgaben, ohne Sparen)

  • 440 € Wohnen
    Das ist meine Miete (bereits geteilt mit meiner Partnerin, insgesamt also 880 €) inklusive Strom, Wärme, Internet.
  • 350 € Essen und Dinge des täglichen Bedarfs
    Gefühlt ist das etwas zu niedrig, da ich ab und an von lokalen Bauern kaufe und das meist bar bezahle. Da ich kein monatliches Budget führe, kann ich so etwas im Nachhinein nicht mehr zuordnen. Das nehme ich aufgrund des zeitlichen Komforts des Jahreschecks in Kauf.
  • 207 € Fitness
    Das inkludiert mein Fitnessstudio, neue Trainingsschuhe, Nahrungsergänzung & Co.
  • 140 € Versicherungen
    Das inkludiert die Krankenzusatzversicherung, Berufsunfähigkeit, Unfall, Haushalt, etc. Wobei mehr als die Hälfte die volle Krankenzusatzversicherung ausmacht.

Der nächste Ausgabenblock ist dann schon unter 100 € monatlich. Insgesamt habe ich in diesem Jahr ca. 1750 € monatlich ausgegeben. 

Nochmals: Die Übersicht ist natürlich ohne Sparen und Vorsorgen. Falls du dich fragst: Wo sind die Ausgaben für Weiterbildung? Da läuft ein guter Teil über unser Unternehmen und scheint deshalb hier nicht auf.

Die Kategorien rechne ich bewusst auf monatliche Werte um, da mir dann die Bewertung leichter fällt. Für dein Gehalt empfehle ich übrigens eine Umrechnung in einen echten Stundenlohn. Warum du das machen solltest und welche Vorteile das hat erfährst du im Artikel „Wie hoch ist dein echter Stundenlohn und warum ist er niedriger als du glaubst?“ 

Was habe ich jetzt negativ bewertet?

negativ bewertet

Fitness & Gesundheit gehört für mich zu den Punkten, bei denen ich lieber mehr als weniger ausgebe. Ansonsten wären die 207 € sicher ein Punkt, den man im Detail betrachten sollte. 

In diesem Jahr habe ich im Grunde nur das Abo diverser Streaming Dienste (Netflix & Co) als negativ bewertet und die Kosten dafür sind verschwindend gering. Die negative Bewertung habe ich für mich persönlich nur gesetzt, um mich daran zu erinnern, dass ich den täglichen Input an Informationen so gut wie möglich mit qualitativ hochwertigen Quellen befüllen möchte. Meine automatische Regel ist folgende: Anstatt 45min Netflix, investiere ich an zumindest jedem zweiten Tag die Zeit in Lesen, ein Hörbuch oder einen speziellen Kurs.

Wie sieht jetzt der Vergleich zum Vorjahr aus?

Hier kannst du sowohl die Kategorien, Einzelausgaben, aber vor allem die Gesamtausgaben vergleichen. Ich habe insgesamt ca. 250 € weniger pro Monat ausgegeben. Der Hauptgrund dafür ist, dass ich 

  • viele kleine Einkäufe eliminiert habe (die Spontankäufe auf Amazon & Co)
  • den Anteil am auswärts essen gehen reduziert habe 
  • und bewusst als Ziel hatte keine Ausgaben über 50 € zu tätigen die nicht mit Fitness oder Weiterbildung zu tun haben (zwingend notwendige Ausgaben wie zum Beispiel neue Hemden, da mir die alten schon fast vom Leib fallen oder ein essenzielles Küchengerät, das ich ersetzen muss, tätige ich natürlich trotzdem). 

Entscheidend ist dabei: Die 250 € habe ich gespart, ohne mich einzuschränken. Ich war genau so zufrieden (wenn nicht sogar mehr) wie im Vorjahr und habe Geld für die Dinge ausgegeben, die mir wirklich wichtig sind. Das macht die Jahrescheckmethode und automatische Regeln für mich so genial.

Der Vergleich der Gesamtausgaben bzw. die Gesamtausgaben an sich sind auch spannend, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann man wirklich finanziell frei ist. Mehr dazu im Artikel: „Finanzielle Freiheit – Wie viel Geld brauchst du eigentlich um nicht mehr arbeiten zu müssen?“ 

Eine wichtige Frage ist natürlich: Wie kann ich meine mit – (negativ) bewerteten Ausgaben in Zukunft vermeiden? Oder anders gesagt:

Wie stoppe ich finanzielle Gewohnheiten, die kein Vorteil für mich sind?

Wie stoppe ich finanzielle Gewohnheiten

Die meisten Menschen haben nicht das große Problem, dass sie Impulskäufe von 10.000 € und mehr tätigen. Es sind die dauerhaften, kleinen Gewohnheiten, die in Summe Probleme bereiten. Nehmen wir an, du hast folgende wiederkehrende Ausgaben identifiziert, an denen du arbeiten willst:

  • Du machst zu viele Impulseinkäufe von sinnlosem Zeug auf Amazon.
  • Du gibst zu viel für Kleidung, Schuhe oder technische Gadgets aus.

Um diese in Zukunft zu vermeiden kannst du dir folgende Fragen stellen: Warum habe ich diese Ausgaben überhaupt getätigt? Wie kam es dazu? Das Ziel ist Gewohnheiten, die zu diesen Ausgaben führen, zu stoppen oder zu ersetzen. 

BJ Fogg, ein Verhaltensforscher und der Autor von Tiny Habits, sagt (frei zitiert): “Keine Gewohnheit ohne Trigger”. Wenn Ausgaben also bereits zur Gewohnheit geworden sind (wie die oben erwähnten Kleidungseinkäufe oder Impulseinkäufe) dann solltest du zuerst herausfinden was der Trigger für die Gewohnheit ist.

James Clear, teilt eine Gewohnheit in vier Phasen:

1. Auslöser: Der Auslöser (=Trigger) bewirkt, dass unser Gehirn ein Verhalten einleitet. 

2. Verlangen: Der Wunsch oder die Motivation zu handeln.

3. Die Gewohnheit selbst: Unsere Reaktion auf das Verlangen. 

4. Belohnung: Das ist das Ziel jeder Gewohnheit – eine Belohnung. 

Ob eine Gewohnheit passiert, hängt von der Motivation und unserer Fähigkeit sie auszuführen ab. Je einfacher eine Gewohnheit ist und je höher unsere Motivation ist, desto eher führen wir sie aus.

Wenn wir Gewohnheiten stoppen wollen, dann müssen wir sie schwerer machen und unsere Motivation dafür senken

Machen wir dazu ein Beispiel anhand des Modells von James Clear und den Amazon Impulskäufen.

1. Wir müssen den Auslöser entfernen.

Was bringt dich dazu die Amazon App zu öffnen? Was bringt dich dazu zu browsen und Dinge zu kaufen? Vielleicht ist es Langeweile – egal ob beim Warten beim Arzt, Frisör oder an der Supermarktkassa – die dich dein Handy benutzen lässt. Und dort begrüßt dich sofort die Amazon App. 

Wenn das der Fall ist, dann: Verstecke die Amazon App auf deinem Handy, so dass du extra in ein Menü gehen musst, um sie zu öffnen. Aber das entfernt nicht den Auslöser und dein Handy zu vernichten wäre zwar eine Option, aber eine die du eher nicht durchführen willst.

Du kannst den Auslöser der Langeweile also auch nutzen, um dein Amazon Browsen durch zum Beispiel Lesen zu ersetzen. Wann immer du den Impuls verspürst, öffnest du statt der Amazon App eine eReader App. 

2. Wir müssen das Verlangen unattraktiv machen. 

Auf Amazon Impulskäufe zu tätigen muss unattraktiv werden. Den ersten Schritt dazu hast du gemacht – du denkst darüber nach. Wenn es generell um die Bewertung von Käufen und Geldmindsets geht, empfehle ich dir unseren Artikel: „Soll ich mir das kaufen? Die 3 Fragen die du dir vor jeder Anschaffung stellen solltest“. So kannst du die Impulskäufe stoppen und die Fragen, die du dir stellen solltest zu einer automatischen Gewohnheit machen. 

3. Die Gewohnheit selbst durchzuführen muss schwer sein. 

Vielleicht reicht das Verstecken der Amazon App nicht aus. Wie wär’s, wenn du sie von deinem Handy löscht? D.h. du musst zwangsläufig deinen PC verwenden, wenn du etwas bestellen willst. Auch das macht die Impulskäufe schwieriger.

4. Die Belohnung sollte nicht zufriedenstellend sein

Je mehr du über deine Werte nachdenkst, desto weniger befriedigen ist der automatische Impulskauf. Je öfter du, bevor du etwas kaufst, darüber nachdenkst (siehe den zuvor erwähnten Artikel), desto eher schaffst du es, dass die Belohnung gar keine Belohnung mehr ist. Den Impulskauf NICHT zu tätigen, ist deine Belohnung. 

Für mich persönlich war die einfachste Möglichkeit die Amazon App für eine Zeit lang komplett von meinem Mobiltelefon zu verbannen und den Auslöser dazu zu nutzen etwas anderes zu machen. Eine automatische Regel, die ich für mich eingeführt habe, ist: Wenn ich warten muss (beim Arzt, beim Wocheneinkauf an der Kasse oder wo auch immer), dann lese oder höre ich ein Buch. Die wichtigsten Schritte in dem Prozess sind also herauszufinden:

  • was dein finanzielles Verhalten auslöst,
  • durch was du es möglicherweise ersetzen kannst,
  • und wie du das Verhalten erschweren kannst.

Zum Abschluss sprechen wir noch über mögliche Alternativen zum Jahrescheck.

Welche Alternativen gibt es zum Jahrescheck?

3 Richtungspfeile - Welche Alternativen gibt es zum Jahrescheck?

Je mehr du schon von uns gelesen hast, desto klarer ist dir vermutlich, dass ich kein riesiger Fan von Budgets bin. Der Gedanke daran, dass ich alle Ausgaben händisch in ein Haushaltsbuch eintrage oder mich jede Woche oder jeden Monat mit dem Thema beschäftigen muss, verursacht Brechreiz bei mir. Nur weil ich eine Aversion gegenüber monatlichen oder wöchentlichen Budgets habe, heißt das aber nicht, dass sie per se schlecht sind. Sie sind für mich persönlich nicht das Richtige bzw. keine dauerhafte Lösung (ich mache nur alle paar Jahre für 2-3 Monate ein detailliertes Tracking). 

Aus diesem Grund dürfen in diesem Artikel auch Alternativen zum Jahrescheck nicht fehlen. Das Ergebnis für dich soll ein bewusstes Lenken deiner Ausgaben in die Richtung deiner Prinzipien und Werte sein, um am Ende des Tages zufriedener und finanziell besser dazustehen. Ob du das mit einem Jahrescheck machst wie ich oder mit einer der Alternativ-Varianten ist egal. Das Ergebnis zählt.

Also ohne weitere Umschweife – hier ist ein kleiner Auszug an Alternativen:

1. Klassisches Haushaltsbuch / Laufendes Budget

In dem Fall protokollierst du täglich, wöchentlich oder zumindest monatlich im Detail für was du Geld ausgibst. Die Bewertung der Ausgaben kannst du genauso wie beim Jahrescheck durchführen. Du bekommst in dem Fall einfach sofortiges Feedback. Je eher du anfällig für Spontankäufe und Lifestyleinflation bist, desto spannender kann ein laufendes Budget für dich sein.

Umsetzen kannst du das mit einem physischen Haushaltsbuch (Google einfach mal nach Haushaltsbuch), einer Exceltabelle oder mit einer von hunderttausenden Haushaltsbuch-Apps. In den nächsten Jahren kommen vermutlich immer noch mehr Apps auf den Markt (am amerikanischen Markt gibt es sie bereits seit Ewigkeiten). Das erleichtert vielleicht das Zusammentragen der Daten, doch eine nachhaltige Veränderung funktioniert nur, wenn du dich mit deinen eigenen Werten beschäftigst und darüber nachdenkst, wofür du wirklich Geld ausgeben willst. Egal wie fancy die App ist – das kann dir leider niemand abnehmen.

2. Das Briefkuvert-System

Im Englischen ist es als “envelope system” bekannt. Du verwendest in dem Fall mehrere physische Kuverts, die du in Kategorien unterteilst – zum Beispiel Essen, Entertainment, Shoppen. Wenn ein Kuvert leer ist, dann kannst du für das Thema kein Geld mehr ausgeben oder musst es aus einem anderen Kuvert quersubventionieren. Die Nachteile des Systems liegen auf der Hand: Du musst alles in Cash bezahlen. Wenn du etwas online oder mit Karte bezahlst, dann müsstest du das Geld aus dem Kuvert nehmen und auf dein Konto einzahlen. 

Je digitaler wir werden, desto weniger wird dieses System umsetzbar sein. 

Bevor ich dir aber noch 17 verschiedene andere Budgetarten zeige, solltest du lieber über folgende Dinge nachdenken:

  • Warum willst du ein Budget führen?

Der Grund für ein Budget sollte sein, dass du weniger ausgeben willst als du verdienst, beziehungsweise weil du mehr sparen willst. Welches Ziel verfolgst du mit dem Budget? Sparst du für ein Haus? Für eine Reise? Wenn du das weißt, dann ist es einfacher ein Budget durchzuziehen (egal welches). 

  • Woher bekommst du deine Daten?

Gerade wenn du von Anfang an planen willst, wie viel Geld du für was ausgibst, solltest du dir im Klaren sein, woher du deine Daten bekommst. Bezahlst du alles mit Karte? Bezahlst du 50 % bar, 50 % mit Karte? Alles bar? Je nachdem wirst du 1-2 Monate alle Rechnungen sammeln müssen, um überhaupt mal ein Gefühl dafür zu bekommen, wofür du Geld ausgibst.

Dein erstes Budget ist also eher mal eine Bestandsaufnahme als ein konkreter Plan. Erst wenn du weißt, wo du stehst, kannst du sinnvoll planen. Mein Jahrescheck basiert darauf, dass ich Jahre zuvor (und alle paar Jahre wieder) einen detaillierten Check für 2-3 Monate mache, um zu sehen, wofür ich eigentlich Geld ausgebe. 

  • Wie realistisch ist dein Plan?

Wenn du gerade damit beginnst Schach zu spielen und dein Plan ist in 3 Monaten Magnus Carlsen zu besiegen, dann ist das zwar ein “Plan”, aber keiner der erfolgreich sein wird. Ähnlich ist’s mit deinem Budget und bewusst Geld auszugeben. Es geht darum sich kontinuierlich und Schritt für Schritt zu verbessern. Die Japaner nennen es Kaizen – eine Philosophie, die darin besteht, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Gang zu halten. Damit das funktioniert und du nicht von Anfang an frustriert bist, solltest du dir realistische Ziele setzen und dir auch darüber bewusst sein, dass du immer wieder Anpassungen vornehmen wirst. 

So wie Kirk Hammett sich kontinuierlich verbessern wollte, obwohl er den Job bei Metallica bekommen hat, so können auch wir unsere Finanzen immer wieder verbessern. 

Der Jahrescheck und über die Themen aus diesem und anderen Artikeln von uns nachzudenken kann dir dabei hoffentlich helfen 🙂

Deine nächsten Schritte

1. Wenn du wissen willst, wie du deine Sparprozesse (über die wir in diesem Artikel gar nicht gesprochen haben) automatisieren kannst, dann lies den Artikel: Wie du in 5 einfachen Schritten deine Sparprozesse automatisierst und keine Zeit mehr verschwendest

2. Wenn du deine Finanzen und Versicherungen auf das nächste Level heben willst, dann hol dir unseren ultimativen Finanzplanungsguide.

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Autor: Florian Märzendorfer

Fan von indischem Essen, Finanzplaner & Co-Founder von FiP.S.

Hasst Strandurlaube & verabscheut Beistrichregeln.

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